Was bedeutet „Sheeple“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Sheeple, Bedeutung, Definition, Erklärung


Immer wieder stößt man im Netz auf den Begriff „Sheeple“ – oftmals wird man sogar selbst als Sheeple bezeichnet. Doch ist das nun eigentlich ein Lob oder eine Beleidigung? Was der Begriff tatsächlich bedeutet, in welchen Situationen er verwendet wird und ob es auch ein deutsches Pendant zu diesem Wort gibt, verraten wir Ihnen hier.

Was bedeutet „Sheeple“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Immer wieder schaffen es englische Wörter, sich im deutschen Sprachraum zu etablieren. Eines dieser Wörter ist „Sheeple“. Es gibt allerdings keine richtige Übersetzung für diesen Begriff, denn es handelt sich um eine Kombination aus zwei Wörtern: Sheep (Schaf) und People (Menschen). Nun könnte man meinen, dass „Sheeple“ einfach eine Beleidigung ist, um einen Menschen als Schaf zu bezeichnen. Doch tatsächlich ist dieser Begriff viel komplexer.

„Sheeple“ bezeichnet das typische Herdenverhalten von Menschen

Mit dem Begriff „Sheeple“ wird das Herdenverhalten von Menschen beschrieben, das mit dem einer Herde Schafe in Verbindung gebracht wird. Ein Schaf ist ein Herdentier, das in den meisten Fällen genau da tut, was auch alle anderen Schafe in der Herde tun. Ein Schaf würde niemals eine Aktion eines anderen Schafs hinterfragen, sondern dieser stattdessen immer blind folgen – wodurch einem Menschen, der als „Sheeple“ bezeichnet wird, auch ein gewisser Grad an nicht vorhandener Intelligenz unterstellt wird. Ein solches Herdenverhalten lässt sich in unterschiedlichsten Situationen des Lebens erkennen. Ein simples Beispiel, um das Herdenverhalten bei Menschen zu erläutern: In einem Cafe werden zwei unterschiedliche Kuchen angeboten – ein Erdbeerkuchen und ein Kirschkuchen. In der Warteschlange stehend beobachtet ein Mann, wie die Personen vor ihm allesamt den Kirschkuchen bestellen. Der Erdbeerkuchen, der in der Auslage liegt, ist hingegen noch völlig unangetastet, während vom Kirschkuchen nur noch wenige Stücke vorhanden sind. Die Chance, dass der Mann sich für den Erdbeerkuchen entscheidet, ist relativ gering, da der Kirschkuchen offenbar deutlich besser schmeckt – schließlich haben sich alle anderen Gäste für diesen Kuchen entschieden. Ob der Erdbeerkuchen vielleicht auch gut schmeckt, wird der Mann vermutlich nie herausfinden, denn er folgt bei der Auswahl blind seiner Herde – in diesem Fall den anderen Kunden.

Bedeutung Sheeple: Der deutsche Begriff „Schlafschaf“

Einen ähnlichen Begriff wie „Sheeple“ gibt es auch in der deutschen Sprache: Das Schlafschaf. Obwohl es durchaus gewisse Parallelen zum englischen Begriff „Sheeple“ gibt, wird dieser Begriff jedoch in einem anderen Zusammenhang verwendet. Als „Schlafschaf“ werden Menschen bezeichnet, die ihre Augen vor der Wahrheit verschließen – zumindest in den Augen der Person, die diesen Begriff verwendet. Eine Person, die eine andere Person als „Schlafschaf“ bezeichnet, unterstellt dieser zudem nicht nur, die offensichtliche Wahrheit nicht zu akzeptieren, sondern auch zu dumm dafür zu sein, sie überhaupt zu erkennen. Gleichzeitig stuft sich die Person selbst jedoch als intelligent genug ein, um der anderen Person eine nicht vorhandene Weitsicht zu unterstellen.

Warum das „Schlafschaf“ vor allem in politischen Diskussionen beheimatet ist

Der Begriff „Schlafschaf“ hat innerhalb Deutschlands mittlerweile eine unschöne Wendung genommen, denn er wird vor allem von Menschen eingesetzt, die sich unzufrieden mit dem System zeigen oder zumindest berechtigte Zweifel an einer gewissen Vorgehensweise haben. Ein gutes Beispiel hierfür stellt die Corona-Pandemie dar. Als erste Gerüchte die Runde machten, dass es schon bald einen Impfstoff gegen das Virus geben würde, freuten sich zahlreiche Menschen über diese gute Nachricht und kommentierten in den Sozialen Medien, dass sie sich garantiert impfen lassen werden, sobald ein Impfstoff auf dem Markt ist. Relativ schnell machte anschließend ein Gerücht die Runde, dass man den Bürgern durch die Impfung eventuell winzige Mikrochips einpflanzen könnte, um diese fortan jederzeit überwachen zu können. Menschen, die diese Gerüchte glauben, teilten diese Theorie ebenfalls in den Sozialen Medien und wurden dafür von den Menschen, die sich impfen lassen möchten, nur ausgelacht. Da die impffreudigen Menschen diesen Gerüchten offenbar keinen Glauben schenkten, erhielten sie schnell eine passende Antwort: „Dann schlaft doch weiter, ihr Schlafschafe“. Getreu dem Motto: Bevor ihr endlich wach werdet, ist ohnehin schon alles zu spät.

Das Gegenteil vom Schlafschaf: Der Verschwörungstheoretiker

In den Medien werden Menschen, die solche Meldungen verbreiten, als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet. Auch dieses Wort ist, ebenso wie Schlafschaf, kein sonderlich freundliches Wort, obwohl es mittlerweile sogar schon von seriösen Nachrichtenseiten verwendet wird. Es unterstellt einem Menschen, dass er einfach nur ein Spinner ist und seine Ansichten zu einem bestimmten Thema völlig an den Haaren herbeigezogen sind. Dies ist insofern gefährlich, da der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ mittlerweile auch politisch instrumentalisiert wird und, ebenso wie „Schlafschaf“, jedem Menschen an den Kopf geworfen wird, der eine andere Meinung hat. Dies ließ sich zuletzt vor allem im Bereich der Flüchtlings- und Coronakrise feststellen: Wer nicht mit der Politik der Bundesregierung zufrieden ist und seinen Verdruss über diese öffentlich äußert, da er beispielsweise der Meinung ist, dass Flüchtlinge mittlerweile bewusst nach Deutschland umgesiedelt werden, oder dass die Coronakrise nur eine Erfindung ist, wird als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Menschen, die diese Meinung nicht vertreten, sind hingegen Schlafschafe, da sie offenbar zu dumm sind, um zu verstehen, was gerade wirklich passiert.

Bedeutung Sheeple: Fazit

Wörter wie „Sheeple“ oder das deutsche Pendant „Schlafschaf“ tragen leider zur Spaltung unserer Gesellschaft bei – ebenso wie der von der Gegenseite genutzte Begriff „Verschwörungstheoretiker“. Verwendet werden sollten diese Wörter also lediglich mit viel Bedacht – zwecks eines harmonischen Miteinanders jedoch am besten überhaupt nicht.

Zurück zur vorherigen Seite | Kategorie: Gesellschaft und Politik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.