Warum sagt man „Mayday“? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Definition

Warum sagt man Mayday, Woher kommt der Ausdruck, Bedeutung, Wortherkunft, Definition

Mayday – ein Notruf schreibt Geschichte

Jedes Jahr und zu jeder Zeit kann es passieren. Ein Flugzeug oder Schiff gerät in eine Notlage. Jetzt benötigt der Pilot oder Kapitän ein Signal, das weltweit von jedem Fluglotsen oder der Seerettung verstanden wird. Darüber hinaus erreicht Mayday jeden, der über die vorgeschriebene Funkausstattung verfügt.

Mayday ist das internationale Notsignal, das sich vor allem im Sprechfunk durchgesetzt hat. Hier wird es beim See- und Flugfunkdienst eingesetzt. Dazu kommt der BOS-Funkservice der Feuerwehr. Wer Mayday hört, weiß um die extrem hohe Priorität. Jede Sekunde zählt.

Bei diesem Notsignal handelt es sich jeweils immer um ein akustisches oder visuelles Zeichen, mit dem der Sendende Hilfe angefordert. Es kann in Form von Schall oder Licht übertragen und empfangen werden. Das bekannteste Notsignal ist Mayday.

Seit wann müssen die Empfangsstationen ständig besetzt werden?

Vor der Einführung des Sprechfunkverkehrs gab es seit 1909 nur das mit Morsezeichen versandte SOS oder Save our Ship. Aber das Absenden eines Mayday-Codes bewirkt noch keine Rettung. Dazu müssen alle Schiffe in der Nähe ihre Bordfunkstelle ständig besetzen. Eine entsprechende internationale Regelung wurde erst nach dem 12. April 1912 eingeführt. Der Grund hängt mit dem Untergang der Titanic zusammen. Obwohl die Funker der Titanic ihr SOS-Signal mehrmals vorschriftsmäßig absetzten, wurde es von der Funkstation der sich in der Nähe befindlichen California nicht angenommen, da der Funkraum nach den damaligen Regelungen noch nicht ständig besetzt war!

Nach dieser Tragödie führte man sowohl die ständigen Hörwachen als auch die dreiminütige Funkstille ein, die mit der Anruf- und Notfrequenz im Zusammenhang stehen. Außerdem musste auf allen Schiffen die Funkstation ständig besetzt sein. Mit dem aufkommenden Sprechfunk kam das Codewort Mayday hinzu.

Ab 1999 gibt es das satellitengestützte Seenot-Funksystem GMDSS. Es löste das SOS-Morsezeichen zumindest in der gewerblichen Schifffahrt endgültig ab.

Wie ist die Mayday-Meldung aufgebaut?

Auch der Aufbau der Mayday-Notrufmeldung ist genormt, sodass sie jeder Sender und Empfänger ohne Probleme wiedererkennen kann.
Zuerst kommt das Wort Mayday dreimal hintereinander. Dem folgt „This ist“ oder „Das ist“. Dann wird der Schiffsname ebenfalls dreimal wiederholt. Im nächsten Schritt kommen das Rufzeichen sowie die neunstellige MMSI-Nr.. Das Rufzeichen HBY2384 und die MMSI-Nr. 444229942 entsprechen beispielsweise einem bestimmten Schiff, das in Seenot geraten ist und dringend Hilfe benötigt.

Der Sender gibt die Daten jeweils als einzelne Buchstaben und Zahlen weiter. Dabei entsprechen die zweistelligen Werte immer dem Breitengrad, während der Längengrad mit drei Zeichen wiedergegeben wird.

Wer erfand die Bezeichnung Mayday? Bedeutung, Wortherkunft

Ursprünglich wurde die Bezeichnung Mayday aus einem französischen Wort abgeleitet, das auch in der englischen Sprache einen Notfall signifikant widerspiegelt. Bei der phonetischen Wiedergabe klingt das englische Mayday wie das französische M’aider. Und M’aider heißt in der Übersetzung „Kommt mir zur Hilfe!“ Um die Wirkung dieses zusammengesetzten Wortes zu erhöhen, wiederholt man es im Notfall Mayday dreimal hintereinander.

Einige gehen davon aus, dass der leitende Funkoffizier Stanley Mockford um 1950 mit seinem Kollegen in Frankreich nach einem Begriff suchte, der sowohl im englischsprachigen als auch im französischsprachigen Raum von allen Flugzeugführern und Fluglotsen als Notruf erkannt werden konnte. Das Notrufsignal Mayday war geboren.

Die Presse sowie der Einsatz in zahlreichen Filmen, Serien und Dokumentationen machten den Notruf Mayday weltbekannt, sodass es auch eine Dokumentationsserie mit dem gleichen Titel gibt. Sie beschäftigt sich mit Flugzeugabstürzen und analysiert mithilfe von renommierten Experten die jeweiligen Situationen sowie ihre Ursachen.

Wie wird das Mayday in der Luftfahrt umgesetzt?

In der Luftfahrt werden die aktuellen Frequenzen als Notruffrequenzen gewählt.

Sobald der Pilot den Grund für einen Notfall erkennt, muss er handeln. Er ist jedoch dazu berechtigt, die dazugehörige Beschreibung mit eigenen Worten zu skizzieren. Auf diese Weise können die zuständigen Notfallkräfte umgehend erkennen, welche Maßnahmen sie einzuleiten haben. Besser, der Pilot leitet das Mayday zu früh als zu spät ein. Sollte er dann erkennen, dass er sich geirrt hat und nun das Problem selbst lösen kann, ist er zur Rücknahme seine Meldung berechtigt.

Ein weiterer Punkt ist der Transpondercode. Mit ihm kann die Bodenfunkstelle die Position sowie den Notfall direkt auf dem Radar verfolgen. Wurde der Code nicht eingeschaltet, dann können die Verantwortlichen den Piloten zur Aktivierung des Notfall-Transpondercodes auffordern.

Gibt es das Mayday auf bei Einsatzkräften?

Jeder Feuermann kann in Not geraten. Fällt beispielsweise der Atemschutz seiner Maske aus, muss er sich schnellstens bemerkbar machen. Zu diesem Zweck befindet sich in seinem Helm eine Funkanlage. Gleiches gilt, wenn er oder sein Kollege die Orientierung in einem brennenden Haus verliert. Das DMO-Digital oder BOS Analog-Funkgerät sind seine automatisierten Helfer.

Wurde der Notruf abgesetzt, müssen alle anderen beteiligten Einsatz- und Rettungskräfte eine andere Frequenz wählen.

Welche rechtlichen Konsequenzen sind mit dem Mayday verbunden?

Nur der Schiffsführer ist berechtigt, den Notruf Mayday abzusetzen. Sobald ein Schiff in der Umgebung diese Meldung empfängt, muss es umgehend zur Hilfe leisten.

Probleme ergeben sich jedoch durch die angewendete Technik. Um im Notfall schnell zu reagieren, kann das Notsignal sofort und einfach aktiviert werden. Kommt es zu einem ungewollten oder versehentlichen Fehlalarm, hat der verantwortliche Kapitän oder Schiffsführer diesen Vorfall im Logbuch einzutragen. Das gilt auch für den zur Hilfe eilenden Kapitän.

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