Warum haben Comic-Figuren nur vier Finger? Bedeutung, Definiton, Erklärung

Warum haben Comic-Figuren nur vier Finger, Bedeutung, Definiton, Erklärung


Die Tradition, dass viele Comicfiguren nur vier statt wie eine menschliche Hand fünf Finger haben, geht auf die frühen Zeichentrickfilme der 1920er Jahre zurück. Während man in einem Comic-Heft zwar auch ein klein wenig mehr Zeit investieren müsste, um fünf statt vier Finger zu zeichnen, potenziert sich dieser Aufwand bei Zeichentrickfilmen um ein Vielfaches. Schließlich muss jedes einzelne Bewegtbild eines solchen Films neu gezeichnet werden – oder zumindest war das in den Anfangstagen des Zeichentrickfilms der Fall. Deshalb entschied man bei Disney, dem ersten Unternehmen, dass derartige Filme produzierte, den Aufwand zu verringern. Dem Betrachter fällt es in der Regel nicht allzu sehr auf, zumal ja ohnehin zunächst meist tierische Vertreter die Rollen in den Filmen spielten. Der Zeitgewinn und damit letztlich auch der monetäre Gewinn war aber durchaus spürbar, wenn man auf einen der fünf Finger verzichtete.

Warum haben Comic-Figuren nur vier Finger? Bedeutung, Definiton, Erklärung

Diese Vorgehensweise setzte sich dann auch bei vielen anderen Produzenten von Zeichentrickfilmen und auch Comicheften durch. Ein großer Verzicht auf Möglichkeiten der Gestik bedeutete dies ohnehin nicht. Die meisten relevanten Gesten kann man auch mit einem Daumen und nur drei Fingern verständlich darstellen. Deshalb „opferte“ man den Mittelfinger, dessen heutige Hauptgeste damals ohnehin kaum bekannt war und in Filmen sowieso nicht gezeigt worden wäre. Es ist also der Mittelfinger, der all den Comicfiguren fehlt, die nur vier Finger besitzen.

Allerdings ist es keineswegs so, dass alle Zeichner und Studios auf den fünften Finger verzichten. Dies hängt einerseits vom generellen bevorzugten Stil ab, sprich nicht zuletzt der angestrebten Detailtreue. Andererseits ist es oft auch einfach Geschmackssache. Während die frühen Zeichnungen aus dem Hause Disney oft sehr rudimentär waren, was auch für Comics wie „Hägar, der Schreckliche“ gilt, für Calvin und Hobbes ebenso.

Comic-Figuren: Fünf Finger für die Figuren sind ebenso üblich

Asterix hingegen verfügt in seiner gezeichneten Version über fünf Finger – sein Kompagnon Obelix und alle weitere Figuren im gleichnamigen Comic natürlich ebenso. Zeichner Uderzo legte eben viel mehr Wert darauf, dass die Zeichnungen realistische Details aufweisen. Dasselbe gilt analog für Lucky Luke von Morris und auch für die Figuren in „Tim und Struppi“ aus der Feder von Hergé. Ebenso reihen sich Charlie Brown und seine Freunde in die Reihe jener Figuren ein, deren Schöpfer ihnen fünf Finger gönnte.

Wer sich für vier Finger entscheidet, hat aber oftmals ebenso ästhetische Gründe dafür vorzubringen. Kleinteilige fünf Finger wirken schnell überladen in den oft ja vom Umfang her recht kleinen Zeichnungen. Und zu den vier Fingern von Mickey Mouse führte Erfinder Walt Disney aus: „Fünf Finger hätten Mickeys Hand wie ein Büschel Bananen aussehen lassen.“ Klobig würde es aussehen, eine menschen-ähnliche Hand zu zeichnen, wenn der Rest des Comics oder des Zeichentrickfilms auch nicht allzu detailreich gestaltet ist.

Bei den Simpsons besitzt nur ein Charakter fünf Finger

Auch die weltweit bekannteste und am längsten laufende Zeichentrickserie, die „Simpsons“ greift zum Stilmittel, nur vier Finger für ihre Protagonisten zu zeichnen. Hier hörte man trotz weit fortgeschrittener Technik auch immer wieder die Begründung, dass dies schlicht einfacher zu zeichnen sei. Auf wie viele Millionen „fünfte Finger“ man in den mehreren Hundert Folgen der „Simpsons“ schon verzichten konnte, sei kaum zu beziffern. Allerdings gilt in der Welt der Simpsons eine Ausnahme von der Regel, dass die Charaktere nur vier Finger besitzen: Einzig Gott wird stets mit fünf Fingern gezeichnet.

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