Was ist Kintsugi? Bedeutung auf deutsch, Übersetzung, Definition


„Kintsugi“ (japanisch:金継ぎ) ist eine Bezeichnung für die japanische Reparaturtechnik zerbrochene Keramik oder kaputtes Porzellan mit einer goldpulver-versetzten Kittmasse zu reparieren. Hierbei entsteht ein charakteristischer Dekorationseffekt, in dem die Bruchlinien mit Silber, Platin oder Gold repariert werden.

„Kintsugi“ ist in japan eine tradtionelle Methode zur Reparatur von Keramik. Hierbei wird Urushi-Kittmasse verwendet, mit dem die Keramikteile miteinander verbunden werden. Ein Urushi-Lack, der mit Goldpulver, Platin- oder Silberpulver vermengt wird, wird dann auf die Bruchlinien aufgetragen.

Das besondere an Kintsugi ist, dass das Ergebnis einzigartig ist, denn keine zerbrochene Keramik ist gleich.

Die Technik „Kintsugi“ ist auch unter anderem Namen in China, Vietnam und Korea seit mehreren Jahrhunderten verbreitet.

Was heißt Kintsugi auf deutsch?

„Kintsugi“ kann mit „Goldverbindung“ oder „Goldflicken“ übersetzt werden. Seltener ist der Begriff „Kintsukuroi“ (japanisch: 金繕い) in Gebrauch, welcher direkt mit „Goldreparatur“ übersetzt wird.

  • „kin“ heißt: gold, golden
  • „tsugi“ heißt: reparieren, flicken

Wann entstand Kintsugi?

Eine Theorie, wie Kintsugi entstanden sein soll, ist die, dass dem japanischen Shogun Ashikaga Yoshimasa im späten 15. Jahrhundert eine chinesische Teeschale geschickt wurde. Diese kam beschädigt in Japan. Der Shogun ließ sie zurück schicken, mit der Aufforderung die Schale zu reparieren. Die Chinesen reparierten die Schale mit günstigen und hässlichen Metalle. Der Shogun ordnete daraufhin japanische Kunsthandwerker an, dass dies ausgebessert wird durch edle Metalle. Das Ergebnis überzeugte den Shogun und einige Japaner, die daraufhin bewusst ihre Keramikwaren beschädigten, um sie mit Edelmetallen reparieren zu lassen. Daraus entstand die Fertigkeit des Kintsugi.

Durch die Einzigartigkeit der Ergebnisse entwickelte sich schnell eine große Sammelleidenschaft unter Japanern.

Kintsugi  und Wabi-Sabi: Makel als Schönheit

Zur Kintsugi-Begeisterung trug auch die japanische Philosophie Wabi-Sabi bei, deren Inhalt es ist, auch das fehlerhafte und nicht-perfekte wertzuschätzen. Außerdem soll der Makel durch Kintsugi aufgewertet und in Vordergrund gestellt werden, wodurch er in etwas positives und Ansehnliches umgewandelt wird.

Die Wabi-Sabi-Philosophie der Japaner äußert sich auch z.B. daran, dass sie Gebrauchsspuren teils an Möbel oder Objekten schätzen.

Kintsugi passt in die Philosophie gut rein, da Kintsugi dafür sorgt, dass das Beschädigte nicht entsorgt, sondern neue Wertigkeit erhält und sogar aufgewertet wird. Damit hat Kintsugi auch eine Einfluss auf Müllerzeugung, denn Kintsugi ermutigt dazu, beschädigte Keramik aufzuheben, statt sie wegzuwerfen. (Stichwort: Nachhaltigkeit)

Welche Kintsugi-Arten gibt es?

Die Fertigkeit Kintsugi kennt drei Haupttechniken:

  • Riss oder abgebrochene Stellen ausbessern
  • Keramikteile zusammensetzen
  • Fremde Keramikteile einsetzen, wenn Originale fehlen

Weiteres zu Kintsugi

Im Internet werden Kintsugi-Reparatur-Sets angeboten, damit soll die Reparatur von Keramik im Kintsugi-Stil von zuhause aus möglich sein.

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