Was ist Ghosting?

„Ghosting“ bedeutet, dass jemand sich in einer Beziehung oder Freundschaft unsichtbar macht, auf Kontaktversuche (Ein Besuch, Whatsapp-Nachrichten, Anrufe oder ähnliches) nicht reagiert und Verabredungen nicht mehr einhält. Ghosting führt – ohne Vorwarnung – zum vollständigen Kontakt – und Kommunikationsabbruch einer Partnerschaft oder Freundschaft.

Dem Abbruch sind regelmäßige oder öftere Treffen vorausgegangen, was dazu führt, dass der Kontaktabbruch noch überraschender ist oder für die betroffene Person unerklärlich erschein.

Gerade die heutigen technischen Möglichkeiten erlauben das schnelle und einfache Ghosting: Ein Whatsapp-Kontakt wird blockiert und weg ist die Person. Das gleiche gilt für Facebook.

Vom „Ghosting“ kann jeder betroffen sein, egal wie lange man sich kennt.

Was heißt Ghosting auf deutsch?

Der Ausdruck „Ghosting“ wird meist beim Dating verwendet. Auf Deutsch kann statt „Ghosten“ auch „sich aus dem Staub machen“ oder „einfach verschwinden“ gesagt werden.

Ghosting ist die Bezeichnung für einen unangekündigten Kontaktabbruch und für grundloses Verlassenwerden.

„Ghosting“ ist ein englisches Verb, dass sich vom englisch Substantiv „Ghost“ ableitet. „Ghost“ bedeutet auf deutsch: Geist. Damit bedeutet „Ghosting“, dass jemand zum Geist wird, als unsichtbar, nicht greifbar und abwesend.

Warum „Ghosten“ manche Menschen?

Mögliche Gründe können sein, dass Personen Angst davor haben, sich mit ihrem Partner zu streiten, mit ihm zu diskutieren oder sich mit ihm auseinanderzusetzen. Auch kann es die Angst sein eigene Bedürfnisse nicht zu formulieren oder einfordern zukönnen.

In dem Moment in dem jemand einen anderen gehostet, empfindet die Person wenig Empathie, sondern denkt dabei an sich und ihren Vorteil. Hierbei geht es auch darum, ohne Konflikte, Freiheit zurückzuerlangen. Deswegen kann gesagt werden, dass Ghoster (jemand der ghostet) Konflikte meiden und empfundene Ungerechtigkeit (oder empfundene Verletzung) nicht ansprechen. Sie laufen quasi: weg. Jedoch können langfristige Beziehungen nur geführt werden, wenn Verletzungen angesprochen und Konflikte ausgeführt werden, hierbei geht es darum, die empfundenen Gefühl als wahr anzuerkennen und sie zuleben.

„Ghosting“ ist besonders einfach in Großstädten. Durch die Anonymität und die sehr geringe Chance sich wiederzutreffen, scheint Ghosting die einfachere Alternative zu einem Konflikt zu sein. In Großstädten fehlt die soziale Kontrolle, wie sie z.B. auf einem Dorf vorhanden ist.

Berichte von Ghostern lassen erahnen, dass sie unter anderem mit dem Ghosting aus der Friendzone fliehen oder sich aus einer Beziehung befreien, die nicht zu ihrem Vorteil ist. Auch können vom Ghosting Affären betroffen sein. Diese werden einfach beendet, um die Beziehung zur Ehefrau weiterzuführen.

„Ghosting“ ist keine anerkannte (psychologische) Krankheit.

Betroffene vom Ghosting berichten von einer Verunsicherung und können Verlustängste entwickeln.

Was Ghosting-Betroffene tun können?

Anstatt nach Ursachen zuforschen und Gründe für das Verlassenwerden mit sich selbst zu erörtern, sollten Betroffene vom Ghosting damit einfach abschließen und das eigene Leben weiterführen. So blöd wie es klingt, den wahren Grund kennt nur der Ghoster. Doch der wird ihn nicht verraten, solange er weg ist.

Vom Ghosting Betroffene können auch in die Offensive gehen und Kontakt zum Ghoster aufnehmen. Dabei können sie Fragen stellen (aber bitte keine Vorwürfe machen):

  • Falls du kein Interesse hast, sag mir das bitte.
  • Habe ich dich verletzt?

Kann Ghosting vermieden werden?

Ob jemand ghostet oder nicht, ist schwer vorhersagbar. Verhalten wie z.B. eine Nicht-Erreichbarkeit können ein Anzeichen sein. Es sollte geprüft werden, ob eine Person verbindliches Verhalten an den Tag legt, also ob sie Verabredungen einhält. Auch kann geprüft werden, wie sehr sich eine Person öffnet. Wer viel von sich preis gibt, lässt einen Blick auf seine Gedankenwelt.

Um sich vor Ghosting zuschützen, ist es wichtig, dass über die eigenen Wünsche und Ziele gesprochen wird. Auch sollte geprüft, wie jemand mit Konflikten umgeht oder was die Person tut, wenn sie etwas stört. Frisst sie es in sich hinein oder spricht sie das an?


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