Ausstiegsstrategie, Exit-Strategie: Bedeutung, Definition, Beispiele

Ausstiegsstrategie, Exit-Strategie, Bedeutung, Definition, Beispiele


Eine Ausstiegsstrategie (engl. „Exit-Strategie“) ist im allgemeinen eine Strategie, um festzulegen wie und unter welchen Bedingungen eine Situation, Unternehmung oder Beteiligung verlassen werden soll. Ein Exit stellt den geplanten Ausstieg aus einer Situation, Unternehmung oder Beteiligung dar.

Anlässe für eine Ausstiegsstrategie (engl. „Exit-Strategie“) sind:

  • Wenn vorgegebene Ziele erreicht oder erfüllt wurden.
  • persönliche Veränderungen
  • Um Gewinn zu erwirtschaften.
  • Um Schaden zu begrenzen.

Ausstiegsstrategie (Exit-Strategie) für die Coronakrise (Coronavirus, Covid-19)

Mit einer Ausstiegsstrategie für die Coronakrise, das erlassene Kontaktverbot, erlassene Ausgangsbeschränkungen und für die wirtschaftlichen Einschränkungen soll geregelt werden, wie das Leben, Handeln und Wirtschaften in Deutschland wieder zu einem Normalzustand zukehren kann. Hierfür muss festgelegt werden, wann welche Maßnahmen gelockert werden.

Der FDP-Politiker Christian Lindner forderte am 25. März 2020 von der deutschen Bundesregierung eine Ausstiegsstrategie für die Coronakrise.

Insbesondere muss geklärt werden, wann geschlossene Einrichtungen und Unternehmen wieder geöffnet werden dürfen. (Bsp.: Schulen, Kitas, Kindergärten, Kindertagesstätten, Restaurants, Friseure,…) Außerdem muss geklärt werden, ab wann Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen. Wann werden Reisebeschränkungen aufgehoben. Wann wird das Kontaktverbot aufgehoben? Wann werden Ausgangsbeschränkungen aufgehoben?

Eine Ausstiegsstrategie wird hier in Hinsicht auf die Gefährlichkeit des Coronavirus erstellt. Deswegen muss festgelegt werden, wann das Coronavirus erfolgreich eingedämmt und seine Gefährlichkeit reduziert wurde.

Ausstiegsstrategie / Exit-Strategie in der Wirtschaft

In der Wirtschaft ist es üblich, dass Investoren oder Gründer über eine Exit-Strategie verfügen (oder zumindest darüber nachdenken). Wenn ein Investor oder ein Gründer aus einem Unternehmen aussteigt, so wird dies in der Regel als „Exit“ bezeichnet. Mit einem Exit verdient ein Investor oder Gründer Geld in dem er seine Anteile verkauft. Außerdem geht es darum im Falle einer schlechten Entwicklung eines Unternehmens, Verluste zu vermeiden.

Für Investoren und Gründer legt eine Exit-Strategie einen geplanten Ausstieg aus einer Investition statt. Bei einem Exit findet in einer Regel ein Wechsel der Besitzverhältnisse statt. Gründer oder Investoren verkaufen dann ihre Unternehmensanteile.

Im Bereich von Start-Ups und Venture Capital sind Exit-Strategien üblich. Auch Immobilieninvestoren kennen Exit-Strategien. (Siehe: Was sind Unicorns?)

Aussteigs- und Exitmöglichkeiten:

  • Anteile verkaufen
    • Anteile an Dritte verkaufen
    • Anteile an übrige Gesellschafter verkaufen
  • Aufkauf Unternehmen
  • Börsengang (IPO)
  • Buy Back (Das Unternehmen kauft verkaufte Anteile zurück.)
  • Insolvenz
  • Liquidation (Auflösung Unternehmen, Verkauf aller Assets)
  • Management-Buy-In (MBI) (Übernahme durch fremde Führungskräfte)
  • Management-Buy-Out (MBO) (Verkauf Anteile an Mitarbeiter)
  • Secondary Purchase (Zweitverkauf; Verkauf an Finanzinvestor)
  • Trade Sale
  • Unternehmensnachfolge
  • Unternehmen verkaufen
    • Verkauf an andere Unternehmer
    • Verkauf an andere Beteiligungsgesellschaften (Trade Sale)
  • Unternehmenszusammenschlüsse

Für Unternehmer gibt es verschiedene Anlässe für eine Ausstiegsstrategie, um zu regeln, was mit einer Firma oder mit Firmenanteilen passieren soll.

  • Änderung der Lebensumstände (Umzug in neues Land)
  • Ausfall Dienstleister
  • Guter Zeitpunkt / Guter Preis
  • Insolvenz
  • Krankheit (Was passiert im Krankheitsfall?)
  • Ruhestand
  • Um Unternehmen zu retten.
  • Verkauf, wenn bestimmte Ziele erreicht wurden. (Wachstumsziele, Umsatz-, Gewinnziele)
  • Verkauf um Gewinn zu erwirtschaften
    • und um Serial Entrepreneur zu werden
  • Verkauf um Schaden zu begrenzen

Damit ein Ausstieg / Exit funktioniert, müssen verschiedene Dinge geregelt sein:

  • Das Unternehmen und Geschäftsmodell sollte ohne Gründer funktionieren.
  • Warum wollen die Gründer ihr Unternehmen verlassen?
  • Klärung, ob weiteres Kapital benötigt wird.
  • Richtigen Zeitpunkt finden.
  • Wie viele Anteile sollen verkauft werden.

Weitere Bedeutung: Ausstiegsstrategie / Exit-Strategie

An der Börse und beim Handel mit Aktien gibt es auch Ausstiegsstrategien. Diese legen fest, wie lange Aktien gehalten werden soll, sowie wann Aktien verkauft oder gekauft werden sollen. Hierfür gibt es verschiedene Techniken wie Stop Loss, Limit-Order und Traling Stops.

Eine persönliche Exit-Strategie regelt z.B., wann jemand eine Festanstellung verlässt oder sich beruflich verändert.

Im Militär wird eine Exit-Strategie angewendet, um zu regeln, wann und wie ein militärischer Konflikt verlassen werden soll.

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