Ab wann ist man ein Geringverdiener in Deutschland? Erklärung, Definition

Ab wann ist man ein Geringverdiener in Deutschland, Erklärung, Definition


Ein Geringverdiener ist zunächst, wie es der Name bereits vermuten lässt, eine Person, die über ein besonders geringes Einkommen verfügt. Der Begriff Geringverdiener kann dabei in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet werden und sich außerdem auf sehr unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse beziehen.

Geringverdiener trotz Vollzeitarbeit

Ein kleines Einkommen ist auch bei einer Vollzeitstelle durchaus möglich. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn man einen sehr geringen Stundenlohn erhält. Dies sind vor allem natürlich alle Stundensätze, die sich auf dem Niveau des Mindestlohnes bewegen. Auch wer knapp darüber liegt und beispielsweise 10 oder 11 € die Stunde verdient, muss sich definitiv dieser Gruppe zugehörig fühlen. Wer 40 Stunden die Woche in einem Betrieb beschäftigt ist und jeden Monat weniger als 2300 € Bruttolohn erhält, hat definitiv ein nur geringes Einkommen.

Siehe: Ab wann ist man in Deutschland ein Gutverdiener, Spitzenverdiener, Besserverdiener?

Auszubildende sind fast immer Geringverdiener

In die Gruppe der Geringverdiener können außerdem auch Auszubildende eingeordnet werden. Diese erhalten im Vergleich zu einer voll ausgebildeten Kraft zumeist ein deutlich geringeres Gehalt. Besonders gering sind die Löhne der Azubis vor allem auch deswegen, weil es bis heute keine Verpflichtung gibt, den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. In vielen Betrieben müssen die Auszubildenden nicht selten für 5 oder 6 € pro Stunde ihre Arbeit verrichten. Der Lohn reicht dann am Ende des Monats zumeist nicht, um eine eigene Wohnung oder andere relevante Dinge zu finanzieren. Für Auszubildende kommen jedoch auch Zuwendungen in Form eines elterlichen Unterhalts, sowie Ausbildungsbeihilfe infrage.

Auch Studenten sind oft arm

Die Gruppe der Geringverdiener hat leider viele Mitglieder. So müssen sich auch Studenten sehr oft mit einem geringen Einkommen durchschlagen. Dies liegt oft auch daran, dass aufgrund von Vorlesungen und Prüfungen nicht so viel gearbeitet werden kann. Einige Studenten beziehen Bafög und sind daher auch aus diesem Grund den Geringverdienern zuzuordnen, da ihr Einkommen gedeckelt ist.

Geringverdiener aufgrund von reduzierter Arbeitszeit

Geringe Einkommen können sich auch aufgrund von einer reduzierten Arbeitszeit ergeben. Wer nur in einem Minijob oder in Teilzeit arbeitet, wird fast immer mit einem bescheidenen Einkommen leben müssen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Selbstständige mit geringem Einkommen

Entgegen mancher Behauptungen sind vor allem auch viele Selbstständige alles andere als wohlhabend. Als Geringverdiener gelten hier häufig vor allem kleine Einzelunternehmer, die nur wenige Kunden haben oder einen geringen Stundensatz für ihre Dienstleistung abrufen können. Hier geht es oft auch um marktwirtschaftliche Aspekte. Ist ein bestimmtes Unternehmen am Markt nicht gefragt, ergeben sich oft Mindereinnahmen durch geringe Zahlungen oder ausbleibende Aufträge.

Geringverdiener: Das Gehalt aufstocken

Ist man in der Gruppe der Geringverdiener, sollte man sich nicht einfach mit dieser Situation abfinden. In vielen Fällen lässt sich für Abhilfe sorgen. Tut man dies nicht, kann es früher oder später zu existenziellen Problemen kommen.

Verdient man in einem Vollzeitjob zu wenig Geld empfiehlt es sich einen zusätzlichen Minijob aufzunehmen. Aus dieser zusätzlichen Tätigkeit ergeben sich eine ganze Reihe von Vorteilen. Ein solcher Job ist in aller Regel mit nur wenig bürokratischen Hürden verbunden. Zudem werden die hier erzielten Einnahmen nicht zusätzlich versteuert oder zur Sozialversicherung herangezogen. Man darf das verdiente Geld somit im vollen Umfang behalten.

Auch Selbstständige können in besonders schwachen Phasen zusätzliche Hilfen durch den Staat erhalten. Traut man sich als Arbeitnehmer zusätzlich zum Hauptjob keinen weiteren Minijob zu oder wird nirgendwo eingestellt, sollte man ebenfalls unbedingt staatliche Leistungen zur Unterstützung beantragen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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