Wie werden „Gnocci“, „Zucchini“ und „Bruschetta“ richtig ausgesprochen? Erklärung

Wie werden Gnocci, Zucchini und Bruschetta richtig ausgesprochen, Erklärung


Es gibt klare Regeln, wie bestimmte Buchstabenkombinationen in italienischen Wörtern ausgesprochen werden müssen. Für alle, die sich nicht für die Regeln interessieren, sondern einfach nur wissen wollen, wie Gnocchi, Zucchini und Bruschetta ausgesprochen werden, hier die Lösungen:

  • Gnocchi werden Njoki,
  • Zucchini werden Tsukini und
  • Bruschetta werden Brusketa ausgesprochen

Im Folgenden werden die einzelnen Wörter genauer unter die Lupe genommen und die Ausspracheregeln erläutert. Wer sich die Zeit nimmt und sich ein wenig mit den Regeln auseinandersetzt, wird feststellen, dass alles ganz logisch und überhaupt nicht geheimnisvoll ist.

Die Ausspracheregeln rund um den Buchstaben „c“

Im Prinzip geht es lediglich darum, ob das c hart oder weich ausgesprochen werden muss. Grundsätzlich gelten folgende Regeln, die übrigens auch auf den Buchstaben „g“ zutreffen:

  • folgt ein a, o oder u, werden c und g (auch doppeltes c und g) hart ausgesprochen, beispielsweise Sambuco (sprich: Sambuko), Medico (sprich: Mediko), gusto (sprich: gusto), Lago di Garda (sprich: Lago di Garda) oder agghindato (sprich: agindato)
  • folgt vor einem a, o oder u zunächst ein h, werden c und g weich ausgesprochen, beispielsweise Chok (sprich: Schock), Chador (sprich: Tschador)
  • folgt vor einem a, o oder u zunächst ein i, werden c und g (auch doppeltes c und g) weich ausgesprochen, beispielsweise ciao (sprich: tschau), Ciabatta (sprich: Tschabata), acciottolato (sprich: atschotolato), Gianna Nannini (sprich: Dschanna) oder Aggio (sprich: Adscho). Das i wird nicht gesprochen
  • folgt ein i oder e, werden c und g (auch doppeltes c und g) weich ausgesprochen, beispielsweise Cento (sprich: Tschento), Medici (sprich: Meditschi), Gelato (sprich: Dschelato), Gucci (sprich: Gutschi), Capuccino (sprich: Kaputschino) oder Legge (sprich: Ledsche)
  • folgt vor einem i oder e zunächst ein h, werden c und g (auch doppelts c und g) hart ausgesprochen, beispielsweise chiara (sprich: kiara), Bruschetta (sprich: Brusketa), Pinocchio (sprich: Pinokio), Gnocchi (sprich: Njoki), Zucchero (sprich: Tsukero), Zucchini (sprich: Tsukini) oder Ghepardo (sprich: Gepardo)

Ein Gnocco und viele Gnocchi

Die italienische Buchstabenkombination g und n wird „nj“ ausgesprochen, beispielweise Gnomo (sprich: Njomo), Gnostico (sprich: Njostico) oder eben Gnocchi (sprich: Njoki).

Gnocchi ist der Plural von Gnocco (sprich: Njoko). Gnocchi sind Kartoffelknödel. Ein Gnocco ist ein einzelner Knödel. Die deutsche Küche kennt die eiförmigen Klöße auch als Nockerln oder Nocken. Sie bestehen aus einem Teig aus gekochten Kartoffeln, Mehl, Eiern und Salz. Im Prinzip werden sie wie Nudeln zubereitet und als Hauptgericht serviert.

Dass im Deutschen nur der Plural auftaucht und nie von einem Gnocco die Rede ist, liegt daran, dass Gnocchi immer in der Mehrzahl verwendet werden. Ein Gnocchi-Gericht besteht aus vielen kleinen Klößchen und nicht nur aus einem Gnocco. Gerichte mit einem Knödel sind keine Gnocchi-Gerichte. Insofern ist im Deutschen das Wort Gnocco schlichtweg überflüssig.

Ein Zucchino und zwei Zucchini

Zucchini ist der Plural von Zucchino (sprich: Tsukino). Sie gehören zu den Kürbisgewächsen, die ursprünglich in Amerika beheimatet waren. Gartenkürbisse gelangten in der Neuzeit nach Europa. Ende des 17. Jahrhunderts wurden daraus Zucchini gezüchtet und zunächst in Italien vermarktet. Zucchino ist eine Verkleinerungsform von Zucca (deutsch: Kürbis).

Im Deutschen ist immer von Zucchini die Rede, auch wenn es sich um ein einziges Stück Gemüse handelt. Vermutlich liegt es daran, dass es sich um ein ausländisches Gemüse mit einer ausländischen Bezeichnung handelt, deren Bedeutung nie hinterfragt wurde. Italienische Gastarbeiter brachten die Zucchini mit nach Deutschland, wo sie erst in den 1970er-Jahren bekannt wurden. Heutzutage sind sie aus den deutschen Kleingärten nicht mehr wegzudenken.

Die italienische Singularform wird in Deutschland nicht gebraucht, weil die Mehrheit der Deutschen die Pluralform für die Einzahl hält. Aus diesem Grund wurde im Deutschen aus einem italienischen Zucchino ein deutscher Zucchini. Auch wenn es im Italienischen falsch ist, ist es im Deutschen richtig und so auch im Rechtschreibduden nachzulesen.

Eine Bruschetta und zwei Bruschette

Im Italienischen wird die Buchstabenkombination s und ch nicht wie im Deutschen als „sch“, sondern getrennt als s und als k ausgesprochen. Jedenfalls immer dann, wenn auf das h ein e oder i folgt, was bei Bruschetta der Fall ist. Nur dann, wenn ein h fehlt und den beiden Buchstaben s und c ein e oder i folgt, werden sie wie „sch“ ausgesprochen, beispielsweise Asceta (sprich: Ascheta), Sci (sprich: Schi) oder uscente (sprich: uschente).

Bruschetta ist ursprünglich ein Arme-Leute-Essen. Dabei handelt sich um ein geröstetes Brot, das mit einer Knoblauchzehe eingerieben, mit Olivenöl beträufelt und gesalzen wird. Es wird warm verzehrt. Heutzutage gehört die Bruschetta zu den Antipasti und wird gerne als Vorspeise gereicht. Das Wort leitet sich vom Verb bruscare (deutsch: rösten) ab. Das Anhängsel -etta ist ein Diminutiv, ein Verkleinerungssuffix. Übrigens tauchte das Wort Bruschetta erst 2004 das erste Mal im Rechtschreibduden auf.

Die korrekte Pluralform lautet Bruschette und wird auch im Deutschen häufig so verwendet. Allerdings wird noch häufiger das für die Deutschen typische „s“ angehängt, um aus einem Singular ein Plural zu machen. Aus einer Bruschetta werden dann zwei Bruschettas. Diese Pluralform ist auch im Rechtschreibduden zu finden und insofern als korrekt akzeptiert – jedenfalls innerhalb der deutschen Sprache.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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