Wie funktioniert die 369 Methode? Erklärung

Wie funktioniert die 369 Methode, Erklärung


Auf TikTok und YouTube kursieren diverse Videos zur sogenannten „369 Methode“ (auch: „369 Manifestations-Methode“), mit der man vorgeblich alles erreichen kann, was man sich vornimmt. Angeblich soll sie vom serbisch-kroatischen Erfinder Nikola Tesla (1856 – 1943) stammen, der bahnbrechende Entwicklungen der elektrischen Energietechnik vorantrieb. Der US-Unternehmer Elon Musk benannte sein Unternehmen Tesla nach diesem Vorbild und verschaffte sich hierfür extra die Namensrechte.

Wie funktioniert die 369 Methode? Erklärung

Hierzu kursieren mehrere Varianten. Die Nummer 1 erscheint am glaubwürdigsten:

  • 369 Methode #1: Bei dieser Variante geht es nur darum, sich ein klares Ziel zu setzen und dieses am Morgen 3 Mal, am Mittag 6 Mal und am Abend 9 Mal laut zu sprechen, aufzuschreiben oder beides. Die Methode dient damit der festen Verankerung dieses Ziels, wobei im Tagesverlauf durch die nachlassende Konzentration die Wiederholung eindrücklicher und damit häufiger erfolgen muss. Dass dies in einer durch 3 teilbaren Häufigkeit geschieht, schiebt man wiederum auf Nikola Tesla, der von der Zahl 3 und ihren Vielfachen geradezu besessen war (siehe weiter unten). Vielleicht wären auch 2, 4 und 6 Mal oder 4, 8 und 12 Mal hilfreich. Auf jeden Fall kann so eine hartnäckige Wiederholung natürlich das Ziel im Unterbewusstsein sehr fest verankern.
  • 369 Methode #2: Die zweite Interpretation der Methode läuft darauf hinaus, dass man mit dieser andere Menschen „manipulieren“ kann – zum Beispiel dazu, mit einem selbst Kontakt aufzunehmen. Das soll über explizite Messenger oder Social-Media-Portale funktionieren. Wiederum ist aber die eigene Vorstellungskraft gefragt: Wer mit der 369 Methode jemanden zur Kontaktaufnahme verleiten möchte, muss sich wohl zunächst 3 Mal vorstellen, wer diese Person sein soll, sich dann 6 Mal hierfür einen Grund überlegen und am Ende sogar 9 Mal den Inhalt der Kontaktaufnahme formulieren. Einige Verbreiter dieser Variante #2 behaupten, dass das funktioniert.
  • 369 Methode #3: Als wäre die Variante #2 nicht schon esoterisch genug, gibt es auch noch eine dritte Version: Wir befinden uns alle in einer „Matrix“ und brauchen die 369 Methode, um diese zu verlassen. Komisch: Kenner des gleichnamigen Films glaubten immer, hierfür genügt die rote Pille. Wie dem auch sei: Da die rote Pille nicht zur Hand ist, müssen wir uns also wie gehabt am Morgen, Mittag und Abend erst 3, dann 6 und dann 9 Mal vorstellen, dass unsere Umgebung nicht real ist. Dann schaffen wir den Ausbruch. Wenn das geklappt hat, können wir allerdings nicht wieder zurück. Daher können diejenigen, denen die 369 Methode #3 geglückt ist, uns nichts davon berichten. Wir können aber auch nicht widerlegen, dass es noch niemand geschafft hätte. Ist das nicht eine clevere Theorie?

Dann gibt es noch Warnungen vor der Methode 369: Angeblich lassen sich damit „schlimme Dinge“ heraufbeschwören. Die Warner behaupten, man könne damit jemanden ernsthaft erkranken und sogar sterben lassen.

Interpretation der 369 Methode: Bedeutung, Definition

Die Variante #1 klingt halbwegs vernünftig. Ob sie zielführend ist, mag jedermann für sich ausprobieren. Schaden kann es keinesfalls, sich ein wichtiges Ziel immer wieder auf diese Weise in Erinnerung zu rufen. Es gibt natürlich auch angebliche Beweise für das Funktionieren der Variante #2 und noch einige Protagonisten, die auf die Variante #3 schwören. Das darf niemanden verwundern: Es gibt auch sehr viele Menschen, die an UFOs glauben. Zu diesen gibt es Beweisvideos in Hülle und Fülle. Gehen wir also davon aus, dass entweder Nikola Tesla oder eine andere Person irgendwann auf die Idee dieser Art von Wiederholung für das Formulieren von wichtigen Zielen kam und dann feststellte, dass das in psychologischer Hinsicht tatsächlich wirken kann. Die beiden Varianten #2 und #3 dürfen wir als Humbug abtun. Insgesamt scheint die ganze Diskussion um die 369 Methode ein kurzer Hype des Jahres 2020 sein, der wohl in den englischsprachigen Netzwerken schon Mitte 2019 aufgekommen war und dann Anfang 2020 in die deutschsprachigen Netze gelangt ist.

369 Methode: Warum Nikola Tesla?

Zunächst einmal: Jemand kann im Verlaufe der viralen Verbreitung von 369 diese Methode dem Erfinder Nikola Tesla angedichtet haben. Das ist sogar die wahrscheinlichere Variante. Dass man ihn als Bezugsperson hierfür auswählt, hat aber einen wichtigen Grund: Tesla war von der 3 und ihren Vielfachen wohl geradezu besessen. Er hielt die 3er-Zahlenreihe für ein „neues Naturgesetz“, das dem Kosmos und allen anderen Gesetzen zugrunde liege. Diese Überzeugung verknüpfte er wohl mit einem handfesten Aberglauben: Er wählte nur Hotelzimmer mit einer durch 3 teilbaren Zahl, er reinigte sein Geschirr mit 18 Servietten und ging um ein Haus, das er betreten wollte, zunächst 3 Mal herum. Diese Art von Exzentrik ist auch von anderen Genies bekannt und gilt als verzeihlich. Sie allerdings nun für einen neuen Hype heranzuziehen ist zumindest fragwürdig. Da wir schon postulierten, dass allein der psychologische Effekt der mehrmaligen Wiederholung plausibel erscheint, ist die Verknüpfung eines echten Wissenschaftlers mit esoterischem Hokuspokus nun wirklich nicht mehr seriös.

Ist die deshalb die „369 Methode“ gefährlich?

Natürlich nicht. Die Variante #1 ist bestimmt sogar nützlich, die anderen beiden Varianten verwerfen wir achselzuckend, einen Schaden können wir in diesem Aberglauben nicht erkennen. Wer ein wenig Unterhaltung braucht, schaut sich auf YouTube oder TikTok 369-Videos an.

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