Was sind Hanko-Stempel? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was sind Hanko-Stempel, Bedeutung, Definition, Erklärung


Wer in Japan studiert oder für eine längere Zeit dort lebt, stellt schnell fest, dass Unterschriften, wie wir es hierzulande kennen, eher weniger genutzt werden. Stattdessen werden persönliche Namensstempel verwendet.

Was bedeutet “Hanko”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bei einem Hanko handelt es sich um einen Stempel mit chinesischen Schriftzeichen (Kanji). In diesem ist der Name der Familie, einer Person oder eines Unternehmens eingraviert.

Der Stempel, der auch Inkan genannt wird, ist gleichzusetzen mit einer Unterschrift, wie sie in Europa und anderen Kontinenten der Fall ist. Folglich gibt es jeden Stempel nur einmal.
Es gibt sie bereits seit über 1200 Jahre. Seitdem werden die Stempel traditionell in ein rotes Stempelkissen getunkt.

Die Stempel werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Es gibt sie in verschiedenen Größen. So lässt sich beispielsweise in einem Unternehmen schneller feststellen, welcher Stempel vom Vorarbeiter und welcher vom Vorgesetzten ist. Die Stempel werden neben einem Stempelkissen in speziellen Etuis aufbewahrt.

Wo kann man sich einen Hanko-Stempel machen lassen?

In Japan gibt es den Mitomein an jeder Ecke zu kaufen. Noch günstiger geht es über das Internet. Es reicht aus, in der Google-Suchmaschine oder direkt in den Google Maps nach “Hanko” oder “Inkan” zu suchen. So kann man einen Stempel-Shop in der Nähe finden.

Wofür wird ein Hanko genutzt? (Verwendung)

Jeder Staatsbürger, der etwas unterschreibt, nutzt dafür seinen eigenen Hanko. Eine Unterschrift von Hand entfällt.

Der Stempel findet im Alltag beispielsweise Verwendung bei Dokumenten, der Annahme von Paketen, bei Käufen jeglicher Art und bei Vertragsabschlüssen.

Ebenso besitzen Ausländer, die über eine längere Zeit in Japan leben oder ganz dorthin auswandern, einen Namensstempel.

In der Regel lässt man einen Hanko vor der Eröffnung eines Bankkontos anfertigen. Der Grund ist, dass einige Banken bis heute auf den Namensstempel als Unterschrift bestehen.
Für den Mietvertrag ist ebenso die Verwendung des Namensstempels erforderlich.
Dasselbe gilt bei einem Autokauf.

Das Komplizierte an den Stempeln ist, dass es verschiedene Arten gibt. Es gibt registrierte und persönliche Siegel.

Die Stempel unterscheiden sich optisch voneinander. Damit soll es einfacher sein, sie besser zu unterscheiden und gleichzeitig soll ein Missbrauch erschwert werden.

Jitsuin (wichtige Verträge)

Der Jitsuin ist der wichtigste Stempel. Man lässt ihn im Rathaus vor Ort registrieren. Dieser Namensstempel wird zum Abschließen von wichtigen Verträgen genutzt. Das ist beispielsweise bei einer Kreditaufnahme, einem Auto- und Hauskauf der Fall.

Wenn jemand nach Japan auswandert und beispielsweise zur Miete wohnt und kein Auto kaufen möchte, braucht er keinen Jitsuin. Der Stempel lässt sich bei Bedarf jederzeit beantragen.


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Wenn man zum Beispiel einen Kredit aufnehmen möchte, bedarf es zusätzlich zum Stempel eine schriftliche Bestätigung vom Rathaus. Damit weiß das Kreditinstitut, dass der Stempel auch wirklich zu der Person oder dem Unternehmen gehört. Diese Registrierungsbescheinigung bestätigt die Echtheit des Stempels. Die Bestätigung dafür muss man bei einem Vertragsabschluss aushändigen.

Ein Jitsuin Stempel kann nur einmal registriert werden. Bei Verlust des Stempels muss ein neuer registriert werden. So soll vermieden werden, dass jemand anderes den Stempel missbraucht und Verträge abschließen kann. Aus dem Grund ist es wichtig, den Jitsuin sicher aufzubewahren.

Ginkoin (Banksiegel)

Der Ginkoin wird für alle Bankangelegenheiten verwendet:

  • Kontoeröffnung
  • Geld abheben am Schalter
  • Überweisungen

In der Regel besitzt jeder Erwachsene, der in Japan lebt, einen Ginkoin.

Mitomein (Bestätigungssiegel)

Beim Mitomein handelt es sich um ein persönliches Siegel, welches keiner Registrierung bedarf.
Dieser Namensstempel kommt im Alltag zum Einsatz, deshalb tragen die Japaner ihn stets mit sich.

Beispielsweise unterschreibt man in Deutschland beim Erhalt eines Pakets. In Japan nutzt man zur Bestätigung den Mitomein Stempel.
Leider ist es für Betrüger ein Leichtes, den Mitomein Stempel zu kopieren und zu missbrauchen. Deshalb nutzen einige Einwohner ihn nicht mehr für Paketsendungen. Um Missbrauch zu vermeiden, unterschreiben mittlerweile viele von Hand.

Wer Verträge abschließt, wie beispielsweise einen Gas-, Wasser- oder Stromvertrag für eine Mietwohnung, nimmt zur Unterschrift den Mitomein zur Hand.

Im Gegensatz zum Jitsuin und Ginkoin Stempel reicht es aus, nur den Vornamen oder Nachnamen signieren zu lassen. Damit ist es mit dem Mitomein nicht möglich, offizielle Verträge abzuschließen.

Was sind die Vorteile von einem Hanko-Stempel?

Eine Unterschrift, die mit der Hand geschrieben wird, kann bei jeder Signierung etwas anders aussehen.

Anders ist das beim Hanko-Stempel. Er ersetzt die Handschrift und hat dabei den Vorteil, dass der Stempeldruck immer gleich aussieht. Somit ist direkt erkennbar, um welche Person oder welches Unternehmen es sich handelt. Zudem gibt es jeden Namensstempel nur ein einziges Mal.

Die Dokumente sehen offizieller aus.

Hanko-Stempel gibt es in unterschiedlichen Preisklassen zu kaufen. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, nimmt einen aus Kunststoff.


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Touristen können vor Ort einen Namensstempel anfertigen lassen und diesen als Urlaubserinnerung mit nach Hause nehmen.

Hanko-Stempel: Nachteile

Obwohl die Stempel von Hand hergestellt und angefertigt werden, sind sie nicht
fälschungssicher. Der technologische Fortschritt bietet immer bessere Möglichkeiten, die Stempel zu fälschen.

Somit ist es Betrügern möglich, beispielsweise einen Mitomein zu fälschen. Es empfiehlt sich daher, keinen billigen Hanko-Stempel zu nutzen, den es an jeder Straßenecke zu kaufen gibt. Besser sind Stempel mit Initialen, die nicht so einfach nachzumachen sind.

Der Papierverbrauch ist immens hoch, weil es für jedes Dokument den Stempel erfordert. Zudem ist für die Ämter und Behörden ein immenser Arbeitsaufwand, der sich mithilfe von Digitalisierung vereinfachen würde. Das Unternehmen Hitachi hat den Stempel abgeschafft und hat seitdem den Papierverbrauch um bis zu 70 Prozent senken können.

Wenn ein Stempel geklaut wird oder verloren geht, muss ein neuer beantragt werden. Der alte Stempel verliert seine Gültigkeit.

Wird der Hanko-Stempel auch in der Zukunft genutzt werden?

Typisch für Japan sind klassische Comics wie Anime und Manga. Diese werden nie aus der Mode kommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Hanko-Stempel jedoch auch in Zukunft genutzt werden, ist gering.

Mittlerweile akzeptieren einige Banken auch eine handschriftliche Unterschrift. Immer mehr Unternehmen ziehen nach, weil sie feststellen, dass der Alltag ohne die Stempel um einiges erleichtert wird.

Zudem berichten Medien darüber, dass der Stempel abgeschafft werden soll, weil er die Digitalisierung behindert.
In Deutschland wurde ebenfalls über die Überlegung der Abschaffung berichtet.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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