Was machen Bullen und Bären an der Börse? Warum sind die Tiere an der Börse? Erklärung

Was machen Bullen und Bären an der Börse, Warum sind die Tiere an der Börse, Erklärung


Vor den meisten Börsen stehen die Skulpturen der beiden Tiere. Der Bulle und der Bär symbolisieren die positiven und negativen Trends, Strategien und Empfindungen von Käufern und Verkäufern, die an der Börse handeln.
Der Bulle steht für den wirtschaftlichen Erfolg. Dieser ist wiederum mit dem Anstieg eines Börsenkurses verbunden. Auf der anderen Seite begegnet man dem Bären. Er mahnt vor einem Rückgang des Börsenkurses. Im Französischen heißt der Bulle Hausse. Den Bären bezeichnet die Börse auch als Baisse.

Vor der Frankfurter Börse stellten die Verantwortlichen das Paar in Form einer aussagefähigen Skulpturengruppe auf, die von Reinhard Dachlauer erschaffen wurde und weltbekannt ist.

Welche wirtschaftliche Bedeutung haben die Bullen und Bären?

Zum einen unterscheidet der Börsenspezialist zwischen einem reinen Bullen- und einem Bärenmarkt. Diese können sich jedoch auch gegenseitig beeinflussen. Sie verstärken so die Wirkung der jeweils gegenläufigen Strategien.

Im Zentrum stehen die Erwartungshaltungen des Investors oder seines Brokers.

Wählt er die Ansicht des Bullen, dann konzentriert er sich bei seinen taktischen- oder strategischen Optionen an den steigenden Kursen. Seine Ankäufe beruhen auf Informationen, die kurzfristige und zeitnahe Kursgewinne nahelegen. Die Daten sind meistens vertraulich und stammen von seinem Banker, speziellen Internetseiten und Börsenberichten. In der Hauptversammlung eines großen Unternehmens machen die Verantwortlichen Aussagen, die die aktuellen oder prognostizierten Gewinne betreffen. Das Unternehmen ist auf Erfolgs- und Expansionskurs. Somit lohnt sich auch eine Beteiligung. Wird dieser Markt von Bullen beherrscht, richten sich alle Investitionen auf eine positive Börsenkursentwicklung aus.

Bären stehen in der Natur für Kraft, aber auch für unkalkulierbare Risiken. Er kann als Raubtier den Bullen reizen und so zu finanziellen Verlusten führen. Ein Bär, der in eine Bullenzucht einbricht, kann den Viehzüchter nachhaltig ruinieren. Eine andere Erklärung sieht den Unterschied im Vergleich zwischen Hörnern und Krallen. Während der Bulle mit seinen Hörnern nach oben stößt, um den höchsten Erfolg zu erzielen, zieht der Bär mit seinen Krallen von oben nach unten.

So heißt auch ein Sprichwort: „Der Bär baisst“ oder „Der Bär beißt“.

Hier setzt auch der Bär bei den Börsianern an. Wie jedes Raubtier ist er pessimistisch. Er würde eine negative und sehr vorsichtige Strategie wählen, die wiederum einen Kursverlust berücksichtigt. Ist der Investor mit einem Bären vergleichbar, dann gewinnt die Skepsis die Oberhand. Handelt es sich bei den Anteilshaltern primär um Bären, dann befindet man sich auf einem Bärenmarkt.

Was versteht man unter einer Bullen- oder Bärenfalle?

Bullen stehen für den Kursanstieg. Bei einigen Kursentwicklungen gehen die potenziellen Investoren oder Broker davon aus, dass sich der Kurs positiv für die selbst gehandelten Papiere auswirkt. Der Investor beauftragt daraufhin seinen Broker mit dem Kauf weiterer Wertpapiere. Nach einer kurzen Phase dreht sich jedoch der Kurs und fällt. Jetzt muss der Investor mit Kursverlusten rechnen. Da auch andere Investoren von dieser Bullenfalle kalt erwischt werden, kann sich die Abwärtsbewegung des jeweiligen Kurses beschleunigen. An dieser Stelle wird ein verläßlicher und versierte Broker benötigt, der alle Risiken kennt, sie richtig einschätzen kann und darauf entsprechend reagiert.

Wird hingegen mit stagnierenden oder eventuell leicht steigenden Kursen gerechnet, kann es zur Bärenfalle kommen. Plötzlich – und ohne erklärbaren Grund – steigen die Aktienkurse und übertreffen alle Erwartungen der Börsianer. Jetzt muss der Broker für seinen Investor schnellstens die passenden Papiere kaufen, bevor sich der Kaufpreis der Aktien zu stark nach oben entwickelt.

Auf dem Bullen- und Bärenmarkt wechseln sich Wachstums- und Rückgangsphasen ab. Niemand weiß dabei genau, wann welcher Punkt erreicht ist. Bei einer positiven Investmentperformance sehen alle Bullen Chancen für gute Investitionen und steigende Kurse.

Ob die Kurse und somit die Preise für ein Produkt langfristig steigen oder fallen, kann der Spezialist nur während einer langfristigen Prognose ermitteln.

Bei Bullenmärkten kommt es teilweise zu kurzfristigen positiven und negativen Schwankungen. Lässt sich ein langfristiger Trend erkennen, verwandelt sich der Bullen- eventuell zu einem Bärenmarkt mit den damit verbundenen Fallen.

Auf welche Marktdynamiken wirken der Bulle und der Bär ein?

Der Bulle als auch der Bär beziehen und wirken auf die Konjunkturzyklen ein. Diese können sich auf ein Land, eine Branche oder ein Unternehmen beziehen. Dabei gibt es jeweils diverse Wechselwirkungen zu beachten. Die Konjunktur wird in der Volkswirtschaft thematisiert.

Viele Unternehmen gehen an die Börse, um sich frisches Kapital zu beschaffen. Sie geben verschiedene Aktienpakete heraus, die von den Anteilseignern an der Börse erworben werden. Der Kauf erfolgt durch Börsenmakler, die sich auf den Handel mit diesen und anderen Wertpapieren spezialisieren und auch über eine entsprechende Zulassung verfügen.

Das an der Börse mit seinen Anteilen vertretene Unternehmen möchte den Aktionären auf Dauer gute Dividenden bieten. In einem solchen Fall lassen sich die Wertpapiere gut verkaufen. Zu diesem Zweck veröffentlicht die Firma bei jeder sich bietenden Gelegenheit zusätzliche Informationen, mit denen sie ihren Marktwert steigern kann. Hierzu zählt beispielsweise die Entwicklung eines neuen Medikaments, mit dem sich nach der Aussage des Vorstandes demnächst eine bestimmte Krankheit sehr effektiv bekämpfen lässt.

Solche Informationen führen leicht zu Spekulationen, die einen Bullenmarkt begünstigen und so zu einer Spekulationsblase führen können. Platzt diese, fallen die Kurse.

Sind hingegen alle Spekulanten vorsichtig, weil sie den Versprechungen keinen Glauben schenken, kann es beim nachhaltigen Erfolg des Unternehmens zu einer Bärenfalle kommen.

Um diese Risiken zu minimieren, setzen große Banken oder Broker speziell entwickelte Softwareprogramme ein. Sie versuchen die Tendenz des jeweiligen Marktes im Vorfeld zu erfassen und die Wendepunkte auf den entgegengesetzten Bullen- und Bärenmärkten vorherzusehen. Diese Verfahren heißen Chartanalysen. Die Bedienung setzt neben einem großen Know-how auch ein umfassendes analytisches Verständnis voraus.
Der Konjunkturzyklus, auf den die Bullen und Bären reagieren, besteht in den meisten Fällen aus vier Phasen, die jedoch nicht in dieser Reihenfolge auftreten müssen.

In der Expansionsphase ist der Bulle zu Hause. Das Unternehmen hat steigende Auftragsbestände und muss die Produktion ausweiten. Der Bulle möchte von diesem Aufschwung profitieren und in der Boomphase seine Kursgewinne optimieren. Dazu kauft er in diesen Abschnitten so viele Aktien des Unternehmens, wie er zu vertretbaren Preisen bekommen kann.
Mit der Sättigung des Marktes oder durch eine extrem starke Konkurrenz kommt es zur Rezessionsphase. Die Kurszuwächse lassen nach. Ihr kann eine Depressionsphase folgen, die mit massiven Kurseinbrüchen in Verbindung steht.

Umsetzung im Film: Bulle und Bär an der Börse

Aktivitäten an der Börse und die damit verbundenen Risiken faszinieren fast jeden. Deshalb nahm sich auch der Film diesem Themenpark an. In „Der große Crash“ von 2011 mit Kevin Spacey, Jeremy Irons und Demi Mooere wird diesem Phänomen nachgegangen. Der Spielfilm beruht auf den Erfahrungen von Brokern, die in den Crash des Jahres 2008 hineingezogen worden sind.

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