Was ist Spawn Trapping? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter Spawn Trapping verstehen viele Spieler also eine Praktik oder einen Zustand, bei dem am Spawn auf jemanden gewartet beziehungsweise jemand aufgelauert wird.

Was ist Spawn Trapping? Bedeutung, Definition, Erklärung

Spawn Trapping ist ein Begriff aus dem Jargon der Computerspiele und wurde aus dem Englischen übernommen. “Spawn” ist als allgemein gültiger Begriff für den Standort, an dem ein Spieler in das Spiel einsteigt, bekannt. “Trapping” ist hingegen eine Abwandlung vom englischen Wort “Trap”, was auf Deutsch “Falle” bedeutet, und wird im Kontext zum Computerspielen mit “auflauern”, “Falle stellen” oder “hintergehen” assoziiert.

Die Vorgehensweise beim sogenannten Spawn Trapping ist oftmals ähnlich und linear. Ein Spieler, der Kenntnisse über das Spielfeld oder die Spawnpunkte des gegnerischen Teams hat, begibt sich entweder direkt oder unmittelbar neben diese Punkte und wartet auf den Eintritt (Spawn bzw. Respawn) des gegnerischen Spielers. Sobald dieser in das Spiel eintritt, wird er sofort erschossen beziehungsweise getötet. In Anbetracht des schnellen Eintritts in das Spiel und einem kurzen Zeitpunkt, in dem sich der Spieler einfinden muss, reicht die Zeit zu reagieren schlichtweg nicht aus. Auf diese Weise verschafft sich der Spawn Trapper einen Vorteil, indem er seine Vorbereitung und seine unfaire Position ausnutzt.

Neben der häufigeren Methode gibt es eine weitere Variation des Spawn Trapping, welche dem Begriff auch eher entspricht. Je nach Spielmechanik ist es den Spielern erlaubt beziehungsweise ermöglicht, Fallen in unterschiedlichen Formen zu legen. Bomben, Minen, Stolperdrähte und Molotow-Cocktails dienen dazu, gegnerische Spieler auf dem ganzen Spielfeld in den Hinterhalt locken und anschließend töten zu können. Beim Spawn Trapping wird diese Methode auch verwendet, mit dem Unterschied, dass die Fallen direkt im Spawnpunkt oder unmittelbar davor gelegt werden. Hierbei stirbt der Gegner an der Falle, ohne diese zu erwarten. Die Fähigkeiten und das Einschätzungsvermögen des gegnerischen Spielers kommen hierbei nicht zum Einsatz, da er aus Gewohnheit keine Fallen am Spawn erwartet. Somit entsteht auch hier ein Vorteil für den Spieler, der vom Spawn Trapping Gebrauch macht.

Das Spawn Trapping geht wie das “Camping” auf die ersten Multiplayer-Shooter zurück und ist ein allgegenwärtiges Problem der Gamercommunity. Es wird bis heute praktiziert und variiert je nachdem, wie das Spiel aufgebaut ist. Aufgrund der breiten Landschaft an Spiele-Genres und der vielfältigen Spielregeln gibt es auch kein allgemein gültiges Maß oder eine Richtlinie für das Spawn Trapping. Der Begriff “Spawn Camping” beschreibt dasselbe Phänomen und ist als Synonym häufiger gebräuchlich.

Wie das Spawn Trapping bewertet wird: Kritik

Von Spielen wie Paintball oder Airsoft abgesehen, ist das Spawn Trapping ein Problem, welches ausschließlich in der Welt der Computerspiele existiert. Zum allgemeinen Konsens und herrschenden Meinung zählt die Auffassung, dass das Spawn Trapping per se schlecht ist und stets geächtet werden sollte. Dazu zählt auch die Beurteilung, dass es keine Rechtfertigung für so eine Spielweise gibt. Spawn Trapper beziehungsweise Spawn Camper werden oft mit schlechten Spielern assoziiert. So soll ein Spawn Trapper nicht fähig genug sein, um andere Spieler nach den ungeschriebenen Spielregeln zu besiegen und daher zu solchen hinterhältigen Mitteln greifen.

In Multiplayer-Spielen gibt es neben einem trivialen Regelwerk der Spielentwickler oder Serverinhaber oftmals ungeschriebene Regeln, die es zu befolgen gibt. Neben zahlreichen geächteten Methoden des Campings oder Ausnutzen von Bugs ist das Spawn Trapping eine der am meisten kritisierten Praktiken. Im E-Sport und den dazugehörigen Turnieren zählt das Spawn Trapping zu einem unsportlichen sowie unfairen Verhalten. Unter Profis in diesen Ligen ist das Spawn Trapping daher ein Tabu, welches absolut nicht gebrochen werden darf. In öffentlichen Servern, Lobbys und Spielen werden die Angriffe eines Spawn Trappers schnell persönlich genommen. Aus einem Spiel, dessen ursprüngliches Ziel der Spielspaß und eine Herausforderung waren, kann ein erbitterter Kampf zwischen zwei Spielern werden. Das Spawn Trapping kann somit zur Folge haben, dass sich zwei Spieler bis zum Ende des Spiels ungeachtet der Regeln versuchen umzubringen. Dabei kommen andere Mitspieler zu Schaden, indem der Zweikampf rücksichtslos und entgegen der Spielregeln ausgetragen wird. Häufig wird so ein Konflikt, der auch mehr als zwei Spieler vereinnahmt, von Beleidigungen und Drohungen begleitet. Ein kontroverses Thema der Gamingcommunity beinhaltet die Frage, ob die Antwort auf Spawn Trapping genau dieselbe Methode sein kann.

Während sich die Gamer einig sind, gestaltet sich die Frage, ob das Spawn Trapping erlaubt ist, von Spiel zu Spiel anders. Die Spielentwickler mancher Spiele äußern sich überhaupt nicht zu der Thematik, während andere klare Regeln zu diesen Praktiken festlegen. Unter Umständen kann es passieren, dass ein Spawn Trapper, der oft genug gemeldet wurde oder von einem spielinternen Erkennungsdienst erkannt wurde, auf unbestimmte Zeit gebannt wird. In alten Spielen, die von den Entwicklern nicht mehr unterstützt werden und durch Server von Privatpersonen am Leben gehalten werden, kann sich das lokale Regelwerk öfters ändern und unterscheiden. Manche Server setzen explizit auf regelfreie Lobbys, in denen lediglich spielfremde Software, wie Cheats oder Exploits verboten sind. Andere Server legen hingegen klare Regel fest und programmieren Schutzmaßnahmen, die das Spawn Trapping verhindern. Diese Schutzmaßnahmen finden besonders in großen Spielen Anwendung.

Eine gängige und weit verbreitete Schutzmaßnahme gegen das Spawn Trapping ist die Einrichtung von geschützten Zonen, in denen die spawnenden Spieler entweder unsterblich sind, oder die Zone unbegehbar gemacht wird. Beide Methoden sind effektiv und verhindern das Spawn Trapping in allen Fällen. Viele Spieler bemängeln, dass solche Maßnahmen nur in wenigen relevanten Spielen angewandt werden. Die Spielentwickler werden kritisiert, sich nicht um das Problem zu kümmern. Tendenziell gilt außerdem, dass Probleme wie das Spawn Trapping mit dem Alter des Spiels zunehmen. Unter Umständen können Server, Spiele oder Lobbys aufgrund solcher Vorfälle jeden Spaßfaktor verlieren und sterben früher oder später aus der Gaminglandschaft aus.

Mittel gegen Spawn Trapping

Da das Spawn Trapping nie gekontert werden kann, liegt die einzige Möglichkeit der Eindämmung bei den Serverbetreibern beziehungsweise bei den Spielentwicklern. Viele der Verantwortlichen zögern jedoch bei den Maßnahmen, da unter Umständen die Gegenseite der Spieler Beschwerden einlegen könnte. Nicht selten werden Spielentwickler nach der Einrichtung von Spawnschutzmaßnahmen bezichtigt, die Spawnschutzzeiten viel zu lange eingestellt zu haben. Auch wird die Fläche der Spawnschutzzone kritisiert. Das Ergebnis ist deutlich: Es wird in manchen Spielen immer Spawn Trapping geben und Spieler, die sich darüber oder entsprechende Maßnahmen beschweren.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


Gefällt dir BedeutungOnline.de? Wenn du BedeutungOnline.de nützlich findest, dann nimm dir bitte eine Minute Zeit und gib mit einer Spende etwas zurück. Schon eine kleine Spende hilft BedeutungOnline weiter für dich zubetreiben und neue Artikel zu schreiben. Mehr Infos, wie du BedeutungOnline.de unterstützen kannst, findest du hier. Danke! Melde dich für den persönlichen BedeutungOnline.de-Newsletter an. Das geht hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.