Was ist Ekpathie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Ekpathie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Ekpathie gilt als Gegenstück zur Empathie. Sie bedeutet, dass sich eine Person emotional nicht in zu großem Umfang auf andere Personen einlässt. Sie kann sinnvoll sein, um andere Menschen oder sich selbst vor Ausnutzung oder Manipulation zu bewahren.

Was ist Ekpathie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bei der Bezeichnung Ekpathie handelt es sich um eine verhältnismäßig neue Wortkreation. Aus diesem Grund können viele Menschen seine Bedeutung noch nicht richtig einschätzen. Die Ekpathie wird als Gegenstück zur Empathie eingestuft. Der Begriff Empathie ist den meisten Menschen geläufig. So gelten Menschen, die empathisch empfinden, als in der Lage, die Gefühle und Emotionen anderer Menschen richtig einzuschätzen. Dadurch kommt es zu einer angemessenen Reaktion.

Ein Empath zeigt beispielsweise Mitgefühl für Menschen, die leiden oder sich schlecht fühlen. Die Empathie entsteht bereits in der frühen Kindheit. Sie wird auch als Einfühlungsvermögen eingestuft. Menschen, die Empathie besitzen, vermögen sogar die Gedanken und Absichten anderer Personen zu erkennen. Im Berufsleben wird die Empathie hoch eingeschätzt.

Kleine Kinder sind zunächst noch nicht dazu imstande, Mitgefühl mit anderen kleinen Kindern zu zeigen, wenn diese traurig sind. Setzt jedoch die Entwicklung von Empathie ein, vermag das Kind Schmerz oder Trauer eines anderen nachzuempfinden. Dadurch kann es entsprechend reagieren und die andere Person zum Beispiel aufmuntern.

Siehe auch:

Ekpathie: Ursprung, Geschichte

Definiert wurde der Begriff Ekpathie (Ecpathy) von dem spanischen Psychiater Professor Dr. Jose Luis de Rivera, einem Experten auf den Gebieten psychischer Missbrauch am Arbeitsplatz und Mobbing. Er sieht darin einen bewussten und zugleich freiwilligen Vorgang zum Ausgrenzen von Motivationen, Gedanken und Gefühlen. Bei der Ekpathie handelt es sich seiner Einschätzung nach jedoch nicht um Gefühlskälte oder Gleichgültigkeit. Diese Charakterzüge sind vorwiegend bei Menschen mit geringer Empathie zu finden. Die Ekpathie gleicht die Empathie aber aus. Sie stellt ein kompensatorisches Manöver dar, das als Schutz vor einer Flut aus Emotionen dient, die durch Empathie vorkommen kann. So besteht diese Gefahr prinzipiell bei empathischen Personen.

Die Ekpathie sorgt also dafür, dass ein Mensch nicht von den Gefühlen anderer übermannt wird und dadurch Schaden erleidet. Natürlich ist die Empathie überaus wichtig, denn nur mit ihr lassen sich andere Menschen verstehen. Allerdings birgt die Empathie auch Gefahren in sich. So kann es geschehen, dass eine empathische Person sich allzu intensiv mit der Situation anderer Personen befasst, dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird und sich selbst dabei vergisst.

Wichtigkeit der Ekpathie

Die Ekpathie ist also in bestimmten Situationen von großer Bedeutung. So werden die Menschen häufig von Politikern, Medien und Konzernen manipuliert. Dabei machen sie sich die Empathie oft zunutze, wodurch wiederum das Risiko von Missbrauch steigt. Durch die Ekpathie ist es aber möglich, gefühlsmäßigen Manipulationen entgegenzuwirken.

Als Beispiel für das Manipulieren von empathischen Gefühlen gelten spezielle Formate des Fernsehens oder der Werbung. Dabei werden gespielte Emotionen eingesetzt, auf die viele Menschen emotional reagieren und dadurch ihr logisches Denken vernachlässigen. Dazu zählen u. a. Entschlüsse für sinnlose Käufe oder voreilige Folgerungen über Welt und Gesellschaft.

Ekpathie sinnvoll im Berufsleben

Von Bedeutung ist die Ekpathie auch im Berufsleben, um sich selbst zu schützen. Häufig neigen empathische Menschen dazu, die Arbeit eines Kollegen ebenfalls zu übernehmen, weil er auf sie einen müden und überarbeiteten Eindruck macht. Nutzt der Arbeitskollege diesen Umstand jedoch aus, wird er dieses Verhalten wiederholt verlangen. Ein empathischer Kollege ist dann oft nicht in der Lage, dies abzulehnen, weil er deshalb ein schlechtes Gewissen hat. Infolgedessen überarbeitet er sich früher oder später selbst und leidet darunter.

Ein Übermaß an Empathie kann also durchaus schädlich sein. Im Extremfall drohen dadurch Schäden wie Schuldgefühle, Erschöpfung oder sogar ein Burnout-Syndrom. Psychologen sprechen dann von einem pathologischen Altruismus, was krankhafte Nächstenliebe bedeutet.

Durch ein gesundes Maß Ekpathie ist es möglich, rational und objektiv zu bleiben und ungerechtfertigte Wünsche von Kollegen abzulehnen, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Ekpathie heißt allerdings nicht, gefühlskalt zu sein. So kann beispielsweise dem betroffenen Kollegen ein Rat gegeben werden, wie er seine Arbeit effizienter gestaltet. Letztendlich ist ihm dadurch sogar besser geholfen.

Ekpathie ist mitunter auch sehr wichtig für Menschen, die am Arbeitsplatz unter Mobbing oder Missbrauch leiden. So kann ihnen ekpathisches Denken dazu verhelfen, mehr Distanz zu ihren Kollegen zu erlangen.


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Lässt die Ekpathie Mitgefühl zu?

Natürlich haben auch ekpathische Menschen Gefühle und können mit anderen Personen Mitleid empfinden. Sie handeln jedoch nicht im Überschwang, sondern reagieren stattdessen mit Überlegung, Logik und Rationalität. Auch können sie Menschen, die trauern, Trost spenden. Sie achten jedoch auf ihre Handlungen und denken über die nächsten Schritte nach. Sie können auch Trauer empfinden, lassen sich aber nicht von ihr beeinflussen.

Auf keinen Fall sind ekpathische Personen gefühlskalt, wenngleich sie sich nicht von ihren Emotionen leiten lassen. Außerdem sind sie fähig, Sympathien für andere Personen zu zeigen. Ihr Verhalten dient letztlich zum Eigenschutz vor nervlichen Belastungen und emotionaler Manipulation. Das hilft ihnen dabei, sich nicht negativ beeinflussen oder ausnutzen zu lassen. Die Ekpathie stellt also keine negative Charaktereigenschaft dar.

Ist Ekpathie erlernbar?

Ekpathie und Empathie müssen sich nicht automatisch ausschließen. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass sie einander ergänzen. So ist es ein großer Vorteil, wenn sich erkennen lässt, wann Empathie angebracht ist und wann es besser ist, ekpathisch zu reagieren. Auf diese Weise schützt die betroffene Person nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.

Für Menschen, die als ausgeprägte Empathen gelten, ist das Erlernen der Ekpathie allerdings schwieriger. Trotzdem können auch sie lernen, sich ekpathischer zu verhalten. Wichtig ist dabei, sich Reaktionen, die emotional geprägt erfolgen, abzugewöhnen. In emotionalen Situationen gilt es, so ruhig wie möglich zu bleiben, was allerdings nicht immer leicht fällt. Umso wichtiger ist es, nachzudenken, logische Schlussfolgerungen zu ziehen und sich zurückzuhalten.

Am Arbeitsplatz empfiehlt es sich, zur Förderung der Ekpathie schriftliche Notizen anzufertigen. Dabei wird präzise vermerkt, welche Kollegen Hilfe beanspruchen und wie oft sie das tun. Ebenso sollte der Betroffene festhalten, welche Kollegen ihm Hilfe leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, auf bewusste Art und Weise Nein zu sagen und dabei zu beobachten, wie der Kollege darauf reagiert. Fällt seine Reaktion sehr negativ oder sogar wütend aus, gilt dies als Indiz dafür, dass er seine Kollegen vermutlich ausnutzt.

Fazit: Was ist Ekpathie?

Die Ekpathie gilt als Gegensatz zur Empathie. Sie bedeutet jedoch keine Gefühlskälte oder egoistisches Verhalten, sondern lediglich weniger Emotionalität. So kann die Ekpathie durchaus als positive Eigenschaft betrachtet werden, die einen Menschen davor bewahrt, von anderen Personen emotional manipuliert oder ausgenutzt zu werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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