Was ist ein Koreaboo? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Koreaboo, Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Koreaboo ist besessen, und zwar von der koreanischen Kultur und dem Land Korea selbst. Koreaboos sind dabei allerdings nicht nur schlichte Fans, die sich einfach sehr für Korea interessieren. Sie glauben fest daran, dass in Korea und an der koreanischen Kultur alles besser ist, als anderswo. Und dabei sind Koreaboos gar keine Koreaner, sondern Angehörige anderer Nationalitäten. In der Regel stammen Koreaboos aus westlichen Staaten. Dass ein Koreaboo Korea bereits besucht haben muss, um ein solcher zu werden, ist nicht nötig. Häufig entwickeln sich Menschen zu Koreaboos, die das Land Korea noch nie betreten haben.

Woher kommt der Begriff Koreaboo? Ursprung, Geschichte

Der Begriff Koreaboo stammt vermutlich aus Online-Foren. Wann genau der Ausdruck Koreaboo zum ersten Mal verwendet wurde ist nicht ganz klar. Zuvor gab es jedoch sicher bereits die Bezeichnung Weeboo, die extreme Fans der japanischen Kultur, sowie des Landes Japan, beschreibt. Somit ist zu vermuten, dass das Wort Koreaboo an das Wort Weeaboo angepasst wurde, um das gleiche Phänomen, das bereits in Japan bekannt war, für Korea zu beschreiben. Seit 2014 existiert eine Website namens koreaboo.com. Seitdem ist Koreaboo als feststehende Bezeichnung für sehr extreme Korea-Fans bekannt und wird hierfür auch immer häufiger verwendet.

Was charakterisiert einen Koreaboo?

Ein Koreaboo liebt nicht nur alles was mit Korea zusammenhängt, sondern möchte am liebsten selbst ein Koreaner sein. Das äußert sich so, dass Koreaboos aus dem Ausland zum Beispiel die koreanische Sprache erlernen, auch wenn niemand in ihrer Umgebung diese beherrscht. Außerdem verwenden sie gerne koreanische Begriffe in ihrem Alltag und achten auch hierbei nicht darauf, ob diese, außer von ihnen, von jemandem verstanden werden. Es ist ihnen schlichtweg egal, ob andere ihre koreanischen Aussagen verstehen können. Weiterhin schwärmen Koreaboos für koranische Künstler aller Art, etwa für Sänger oder Schauspieler.

Koreaboos möchten sich der koreanischen Nation auch äußerlich annähern, indem sie sich gerne kleiden wie Koreaner, gerne die aktuell in Korea populären Haarschnitte tragen und ihre Gesichtszüge in koreanischer Art und Weise anzupassen versuchen. Einigen Koreaboos genügt es dabei nicht einmal mehr sich das Gesicht zu schminken, um selbst wie ein Koreaner oder eine Koreanerin auszusehen. Viele lassen sogar Schönheitsoperationen durchführen, um sich als westliche Person asiatische Gesichtszüge operieren zu lassen.

Was halten die Koreaner selbst von Koreaboos?

Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass Koreaner es schätzen würden, dass ihre Kultur und ihr Land von Ausländern als Ideal wahrgenommen werden. In der Realität ist es jedoch so, dass die meisten Koreaner keinerlei Verständnis für Koreaboos haben. Koreaboos sind ihnen einfach zu extrem. Hinzu kommt, dass viele Koreaboos tatsächlich noch niemals in Korea gewesen sind und aus der Sicht der Koreaner damit eher eine Vorstellung von Korea lieben, als Korea selbst. Hinzu kommt, dass diese Vorstellung von Korea nicht der koreanischen Realität entspricht. Auf Grund dessen fühlen sich viele Koreaner von Koreaboos genervt bis belästigt. Sie verwenden den Begriff Koreaboo deshalb in einer abwertenden Art und Weise.

Was Koreaner an Koreaboos außerdem kritisieren

Koreanern missfällt an Koreaboos überdies, dass sie völlig unreflektiert sind. Das bedeutet, dass Koreaboos alles, was mit Korea zusammenhängt, unhinterfragt hochjubeln und lieben, einfach nur, weil es koreanisch ist. Koreaner glauben, wie alle anderen Menschen auch, dass es in ihrem Land gute und schlechte Dinge gibt, und lehnen deshalb diese Glorifizierung ab.

Weiterhin fühlen sich Koreaboos von Aussagen, die Korea in ein schlechtes Licht rücken, in jedem Fall persönlich angegriffen und beginnen Korea sofort zu verteidigen. Koreaner können häufig nicht nachvollziehen, wie eine ausländische Person, die gegebenenfalls noch nie in Korea gewesen ist, dazu kommt ihr Land zu verteidigen. Zudem fragen sich Koreaner woher Koreaboos die treffenden Argumente für diese Verteidigung nehmen möchten. Sie halten deren Aussagen für nicht mit eigenen Erfahrungen unterlegt und fühlen sich deshalb dadurch gegebenenfalls sogar beleidigt. Dies ist dann genau der gegenteilige Effekt dessen, was Koreaboos durch ihre Verteidigung Koreas eigentlich hatten erreichen wollen.

Weitere Merkmale von Koreaboos

Die meisten Koreaboos sind sehr junge Menschen. Dies überrascht nicht, bedenkt man wie unhinterfragt sie ihren Fan-Kult leben. Koreaboos wirken nach außen häufig hochnäsig und arrogant. Sie tun so, als hätten sie tiefe Kenntnisse über ein Land und dessen Menschen, und teilen dies ihrer Umwelt auch so mit. Im Grunde wissen die meisten Koreaboos jedoch sehr wenig über Korea und das alltägliche Leben dort. Viele Koreaboos wissen darüber hinaus nicht, wann es an der Zeit ist ihre Korea-Schwärmerei gegenüber anderen zu beenden. Dies macht sie für ihre westlichen Mitmenschen unter Umständen sehr anstrengend. Deshalb, weil diese mit Korea und einer Idealisierung dieses Landes einfach nichts anfangen können.

Ist es gefährlich ein Koreaboo zu sein?

Ein Koreaboo zu sein kann durchaus Gefahren mit sich bringen. Durch das so einseitige wie fanatische Interesse an der koreanischen Kultur können Koreaboos zu sozialen Außenseitern werden. Oftmals versteht deren Umwelt den extremen Fan-Kult nicht. Koreaboos wiederum verstehen nicht, dass ihr Verhalten als extrem wahrgenommen wird. Dies führt oftmals zu Konflikten mit Freunden und im Elternhaus. Auf Grund des Fan-Extremismus von Koreaboos wenden sich nicht selten Freunde von ihnen ab, weil es nicht mehr möglich ist mit ihnen andere Themen, als alles rund um Korea zu besprechen. Im Endeffekt halten Koreaboos häufig nur noch Kontakte zu anderen Koreaboos. Gibt es in ihrer direkten Umgebung keine, dann verlagern sie ihr Sozialleben oft ins Internet und in Koreaboo-Foren in denen sie sich mit anderen Koreaboos austauschen können.

Darüber hinaus leben Koreaboos in einer Art Fantasiewelt. Wenn sie dann zum ersten Mal tatsächlich Korea besuchen, sind viele Koreaboos über die Maßen enttäuscht. Sie hatten erwartet in ihre Fantasiewelt zu reisen. Satt dessen erleben sie ein Land, das genau wie alle anderen Länder dieser Erde auch seine Vorzüge, aber auch seine Nachteile und unangenehmen Alltagserscheinungen hat. Da Koreaboos oft sehr jung sind, haben sie vorab noch nicht gelernt mit derartigen Enttäuschen und Frustrationen umzugehen. Deshalb kann das Erkennen der koreanischen Realität für Koreaboos ein nahezu traumatisches Erlebnis sein, das sogar eine Depression auslösen kann.

Was denken Koreaboos über Koreaner?

Koreaboos glauben, dass alle Koreaner ihr Land genauso sehr lieben wie Koreaboos. Dies ist allerdings nicht der Fall. Koreaner lieben ihr Land in einer normalen Art und Weise und sehen auch die Schattenseiten ihrer Gesellschaft. Das unterscheidet sie von Koreaboos. Weiterhin glauben Koreaboos, dass alle Koreaner ihren eigenen koreanischen Idolen aus Musik und Fernsehen ähneln. Auch das entspricht nicht der Realität. Auch glauben Koreaboos, dass alle Koreaner die koreanischen Idole aus Musik und Film lieben. Einige Koreaner werden dies sicher tun, andere allerdings interessieren sich mehr für westliche Künstler oder vielleicht auch gar nicht für Musik und Film. Da ein Großteil der populären koreanischen Unterhaltungsindustrie auf koreanische Fernseh-Dramen ausgelegt ist denken Koreaboos außerdem, dass der koreanische Alltag genau so aussieht, wie in diesen Fernseh-Dramen dargestellt. Auch das ist nicht richtig.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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