Was ist ein Simulant? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Simulant, Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Simulant kann eine Person männlichen oder weiblichen Geschlechts sein, die etwas vortäuscht. In aller Regel täuscht diese Person eine Krankheit vor. Sie tut also so, als wäre sie krank, ist es in Wirklichkeit aber gar nicht.

Woher stammt der Begriff Simulant? Erklärung, Bedeutung, Wortherkunft

Der Begriff Simulant stammt ursprünglich aus der lateinischen Sprache. Er kommt von dem Wort simulare. Übersetzt man das Wort simulare in die deutsche Sprache, dann könnte man es mit einer der folgenden Kombination an Wörtern übersetzen: etwas einer Sache ähnlich machen, zum Schein eine Sache vorgeben oder sich so stellen als ob. Hiervon ist auch das in der deutschen Sprache verwendete Wort Simulation abgeleitet worden, das beschreibt wie eine Sache nachgeahmt wird. Ein Simulation ist genauso wenig komplett real, wie wenig der Simulant wirklich an der von ihm vorgegebenen Krankheit erkrankt ist.

Täuschen Simulanten andere immer aktiv?

Simulanten täuschen mit ihrer Vorgabe krank zu sein andere. Ob dies jeweils aktiv oder manchmal auch eher passiv geschieht ist höchst unterschiedlich. Manche Simulanten möchten absichtlich als kranke Personen wahrgenommen werden und überlegen auf Grund dessen ganz genau wie sie andere Glauben machen könnten, dass sie ganz allgemein, oder auch an einer ganz bestimmten Krankheit, erkrankt sind. Andere Simulanten täuschen ihre Mitmenschen nicht bewusst, sondern unbewusst. Das heißt, dass sie vielleicht selbst gar nicht begreifen, dass sie ihrem Umfeld eine Krankheut nur vorspielen.

Warum täuschen manche Simulanten aktiv die Symptome einer bestimmten Krankheit vor?

Das Ziel von Simulanten, die ihre Krankheit aktiv vortäuschen ist häufig das Aufmerksamkeit von anderen Menschen zu erlangen. In einigen Fällen steckt das Gefühl von anderen nicht gesehen oder vernachlässigt zu werden dahinter. Die Simulanten glaube dann, wenn sie eine Krankheit sozusagen erfinden, werden sich Personen, von denen sie gerne mehr Aufmerksamkeit erfahren würden, Mitgefühl zeigen und sich verstärkt um sie kümmern. Manche Simulanten haben jedoch auch noch andere Absichten. Gegebenenfalls steckt eine tiefe psychische Störung dahinter. So wollen Simulanten manchmal auch andere Menschen in ihrem engsten Umfeld stark an sich binden. Sie erfinden deshalb eine Krankheit, die auf der Gegenseite das Gefühl verursacht, dass man sich um die erkrankte Person sorgen und kümmern müsse. Einige Simulanten haben zum Beispiel Angst von ihrem Partner oder ihrer Partnerin verlassen zu werden und tun deshalb so, als wären sie an einer ernsten Krankheit erkrankt. Sie glauben nämlich, dass diese vorgegebene Tatsache krank zu sein den Partner, oder die Partnerin, davon abhalten wird sie zu verlassen. Manchmal glauben Personen, von denen sich der Partner bereits getrennt hat, ihn oder sie durch eine erfundene Krankheit zurückgewinnen zu können. Simulanten spielen in diesem Fall also mit dem Mitleid und dem Verantwortungsgefühl ihrer Mitmenschen.

Der unbewusste Simulant

Doch nicht jeder Simulant ist sich seines falschen Tuns so bewusst wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Es gibt durchaus auch Simulanten die selbst voll und ganz davon überzeugt sind an einer gewissen Krankheit zu leiden. Auf Grund ihrer eigenen Überzeugung gelingt es ihnen dann auch ihre Mitmenschen davon zu überzeugen, dass sie krank sind. In aller Regel leiden diese Simulanten an einer psychischen Störung. Dass sie in deren Folge zu Simulanten werden hat in erster Linie also mit ihrer psychischen Beeinträchtigung zu tun und kann als Folgeerscheinung der Störung gewertet werden.

Wie gelingt es einem Simulanten andere davon zu überzeugen, dass er, oder sie, wirklich krank ist?

Simulanten, die aktiv eine Krankheit simulieren informieren sich oftmals bis ins letzte Detail über die genaue Symptomatik der Erkrankung, die sie sich für ihre Simulation sozusagen ausgesucht haben. Sie befassen sich nicht selten mit Fachliteratur zum Thema und tauchen gedanklich tief in die Materie ein. Sie recherchieren dabei welche Symptome typisch für ihre vorgestellte Erkrankung sind und informieren sich außerdem darüber wie solche Symptome, zum Schein, quasi herbeigeführt werden können. Da es bei vielen Erkrankungen eher um eine mündliche Beschreibung von Symptomen geht, da diese körperlich oftmals nicht, oder nur mit großem Aufwand, feststellbar sind, sind viele Simulanten sehr erfolgreich. Sie berichten somit zum Beispiel von über lange Zeiträume anhaltende Schmerzen in unterschiedlichen Regionen ihres Körpers, wie etwa Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen. Ärzte werden zwar nach den Ursachen dieser Schmerzen suchen, jedoch sind diese auch bei echt erkrankten Personen oftmals erst nach langwierigen Tests und Untersuchen, oder eben auch gar nicht, zu ermitteln.

Gibt es noch andere Gründe als die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, um zu simulieren?

Nicht alle Simulanten gieren nur nach der Aufmerksamkeit ihres Umfeldes. Häufig verfolgen Simulanten auch ein anderes Ziel. Es kommt zum Beispiel vor, dass Simulanten den Anspruch haben zügig in Rente gehen zu können. Wenn die Altersrente noch in einiger Ferne liegt, braucht es häufig eine gesundheitliche Begründung dafür, dass eine Person etwa in krankheitsbedingte Frührente gehen kann. Um diesen Prozess zu beschleunigen werden dann bei Arztbesuchen Symptome beschrieben, die die Simulanten in Wirklichkeit gar nicht verspüren. Ziel ist es dann zunächst den behandelnden Arzt davon zu überzeugen, dass man an einer bestimmten Krankheit leiden würde, und dann die Rentenversicherung Glauben zu machen, dass man deshalb nicht mehr in der Lage dazu ist zu arbeiten.

Simulant aus Angst

Ganz so berechnend gehen aber nicht alle Simulanten vor. Häufig sind sich Simulanten zwar dessen bewusst, dass sie simulieren und damit andere täuschen, und verfolgen dieses Ziel auch aktiv. Allerdings steckt nicht immer nur eine Art von Gewinnstreben, bösem Willen oder egoistischem Handeln dahinter. Manche Simulanten haben auch das Gefühl, dass sie nicht anders können, als zu simulieren. Oft leiden sie an Ängsten wie zum Beispiel Prüfungsangst oder der Angst vor größeren Menschenansammlungen. Besonders junge Simulanten simulieren deshalb nicht selten eine Krankheit, um nicht zur Schule oder zur Uni gehen zu müssen. Verstärkt treten diese Simulationen dann auf, wenn eine Prüfung ansteht, an der man, aus Angst vor der Prüfungssituation an sich, nicht teilnehmen möchte.

Auch junge Simulanten, die Angst vor vielen Menschen auf kleiner Fläche haben simulieren sehr oft Krankheiten, um dem Unterricht fernbleiben zu können, wo sich Menschen per se ansammeln. Dass für diese Arten der Vermeidung die Simulation gewählt wird, ist damit zu erklären, dass viele Menschen, die an Ängsten leiden, sich für ihre Ängste schämen. Für sie ist es das kleinere Übel eine Krankheit zu simulieren, als offen über ihre Ängste zu sprechen und sich gegebenenfalls deshalb in psychiatrische oder therapeutische Behandlung zu begeben.

Simulant als Schimpfwort

In der Umgangssprache wird der Begriff Simulant in vielen Fällen als Schimpfwort verwendet. Dies beginnt damit, dass man eventuell kleine Kinder, die Bauchschmerzen vortäuschen, um den ungeliebten Besuch bei der Tante zu vermeiden, als Simulanten bezeichnet. Und auch Erwachsene können mit dem Wort Simulant als Schimpfwort belegt werden, wenn ihnen ihre Krankheit von anderen nicht geglaubt wird.

Gerade am Arbeitsplatz ist dies häufig der Fall, wenn ein Kollege sich sehr oft krank meldet und die Kollegen oder Vorgesetzten Zweifel daran haben, dass diese Person wirklich so häufig krank ist und deshalb der Arbeit fernbleiben muss. Daraufhin werden diese Kollegen manchmal ganz offen, mehr jedoch hinter vorgehaltener Hand, als Simulanten bezeichnet. Dabei wird der Begriff Simulant in einer negativen Art und Weise benutzt und kann auf Grund dessen als Schimpfwort angesehen werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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