Was ist die Paraskavedekatriaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist die Paraskavedekatriaphobie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff Paraskavedekatriaphobie wird die Angst vor Freitag, dem dreizehnten benannt.

Was ist die Paraskavedekatriaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Paraskavedekatriaphobie ist eng verwandt mit der Triskaidekaphobie, die die Angst vor der Zahl dreizehn bezeichnet. Während das Wort Paraskavedekatriaphobie aus dem Lateinischen kommt, ist Triskaidekaphobie griechischen Ursprungs. In beiden Begriffen steckt das Wort Phobie, das auf das griechische Wort phóbos zurückgeht. Auf Deutsch übersetzte heißt phóbos Angst oder Furcht. Treiskaídeka ist Griechisch für das deutsche Wort dreizehn. Parascēves ist Lateinisch für das ins Deutsche übersetzte Wort Freitag.

Die Paraskavedekatriaphobie wird von vielen Menschen, die nicht von ihr betroffen sind, belächelt und als reiner Aberglaube abgetan. Dies ist vermutlich damit verbunden, dass die Angst vor einem Freitag, den dreizehnten als eine Art Volksglaube gilt. Auf diesen Volksglauben wird, wann immer ein Freitag auf den dreizehnten Tag eines Monats fällt, in den Medien und auch vielfach in persönlichen Gesprächen in der Familie und im Freundes- oder Kollegenkreis Bezug genommen.

Oft werden dann Warnungen dahingehend ausgesprochen, dass an diesem Tag keine wichtigen Entscheidungen getroffen werden sollten, oder weite Reisen zu vermeiden sind. Denn laut Aberglauben bringt dieser Tag ganz allgemein Unglück. Davon betroffen sind auch Dinge, die an diesem Tag unternommen werden. Deshalb gibt es eine ganze Reihe an Menschen, die es nach Möglichkeit vermeiden an einem solchen Tag zu verreisen, eine Operation anzutreten oder einen wichtigen Vertrag zu unterschreiben. Sie fürchten nämlich, dass diese Aktivität dann unter einem schlechten Stern steht.

Aberglaube ist keine Phobie

Vom Aberglauben muss die Paraskavedekatriaphobie jedoch streng angegrenzt werden. Denn wer unter Paraskavedekatriaphobie leidet verspürt nicht nur ein wenig Bauchgrummeln, wenn ein Freitag, der dreizehnte, naht. Paraskavedekatriaphobie ist eine psychische Erkrankung, die ernst genommen werden muss. Denn Patienten, die darunter leiden, sind an Freitagen, die auf den dreizehnten eines Monats fallen, oftmals nicht einmal in der Lage dazu das Haus zu verlassen. Zu groß ist ihre Angst, dass ihnen, oder Menschen in ihrem nahen Umfeld, an diesem Tag ein schweres Unglück geschehen könnte. Das kann sich bis zu einer starken Todesangst der Betroffenen ausweiten. Verabredungen planen Paraskavedekatriaphobiker an einem solchen Tag von sich aus nie.

Gemeinsame Aktivitäten, die von anderen für diesen Tag bei ihnen angefragt werden, vermeiden sie wann immer es geht, oder sagen sie ab, wenn ihnen erst verspätet auffällt um welchen Tag es sich genau handelt. Es kommt auch vor, dass betroffene Menschen an diesem Tag nicht arbeiten möchten, und sich lieber einen Tag Urlaub nehmen, als das Haus verlassen und in die Firma gehen zu müssen. Auf dem Weg dorthin lauern ihrer Überzeugung nach einfach zu viele Gefahren.

Kuriositäten rund um den Freitag, den dreizehnten

Ärzte und Krankenkassen berichten, dass an diesen Tagen die Krankschreibungen deutlich nach oben schnellen. Bis zu fünf Mal mehr Personen, als an jedem anderem Tag, lassen sich an einem Freitag, den dreizehnten, krank schreiben. Es wird vermutet, dass diese Krankschreibungen von sehr abergläubischen Menschen und Paraskavedekatriaphobikern ausgehen, die entweder nicht als solche diagnostiziert sind, oder sich für ihr Krankheitsbild schämen. Eine Krankschreibung, unter einem kleineren Vorwand, ist für sie meist angenehmer, als am betreffenden Tag Urlaub einzureichen, und gegebenenfalls nach dem Grund für den benötigten freien Tag gefragt zu werden.

Dass Freitag, der dreizehnte, ein besonders verhexter Tag sein soll, an dem vermehrt Unfälle oder Unglücke geschehen, kann allerdings nicht nachgewiesen werden, ganz im Gegenteil. Denn werten Unfall- oder Haftpflichtversicherungen ihre Statistiken aus, dann wird schnell ersichtlich, dass an diesem Tag weit weniger Unfälle und Schäden zu verzeichnen sind, als an allen anderen Tagen. Dies ist vermutlich deshalb so, weil am Freitag, dem dreizehnten, viele Menschen besonders aufmerksam durch die Welt gehen, um das drohende Unglück zu vermeiden. Und wer gar nicht aus dem Haus geht kann zumindest nicht Opfer eines Verkehrsunfalls werden.

So kann Paraskavedekatriaphobie behandelt werden

Paraskavedekatriaphobie kann nur von einem Facharzt diagnostiziert werden. Denn wie ersichtlich wurde liegen die Phobie und der Aberglaube sehr nahe beieinander. Hier besteht natürlich auch die Gefahr, dass eine echte Paraskavedekatriaphobie, etwa vom Hausarzt, nicht richtig ernst genommen wird und die Phobie deshalb lange Zeit unentdeckt, und damit auch unbehandelt, bleibt. Paraskavedekatriaphobiker, die an einer schweren Form der Phobie leiden, sind bei einem Psychotherapeuten in guten Händen. Mögliche Therapieformen sind die Gesprächstherapie und die Verhaltenstherapie. Welche sind im Einzelfall besser zur Behandlung eignet, wird in eingehenden Gesprächen zwischen Psychotherapeuten und Patienten zu Beginn der Behandlung festgestellt. Wie bei den meisten Phobien ist auch bei der Paraskavedekatriaphobie eine komplette Heilung eher unwahrscheinlich. Ziel einer Behandlung ist es deshalb immer eine Besserung der Angstzustände zu erwirken.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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