Was ist der sekundäre Krankheitsgewinn? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist der sekundäre Krankheitsgewinn, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der sekundäre Krankheitsgewinn wird auch als äußerer Krankheitsgewinn bezeichnet und geht von einer kranken Person aus, die stets darauf bedacht ist Vorteile aus dieser, als eigentlich misslich anzusehenden Situation zu ziehen. Eigene Beschwerden können dabei mitunter auch übertrieben werden, um sich näher in den Vordergrund zu rücken.

Was ist der sekundäre Krankheitsgewinn? Bedeutung, Definition, Erklärung

Krankheiten versucht man für gewöhnlich abzuwenden oder, wenn es sich nicht anders umsetzen lässt in irgendeiner Form gut zu überstehen. Menschen, die jedoch am sekundären Krankheitsgewinn leiden bzw. von diesem Phänomen befallen sind, fühlen sich in einer solchen Situation ganz besonders wohl. Es geht darum aus einer Schwäche und aus einem bestimmten Leiden einen ganz konkreten Vorteil für das eigene Fortkommen zu ziehen. Man stellt sich ganz bewusst in die Rolle des Opfers und versucht dieser über möglichst lange Zeit Rechnung zu tragen.

Der sekundäre Krankheitsgewinn kann ohne Abstriche auch als eine deutliche Form des Egoismus angesehen werden. Mehr oder weniger kranke Menschen versuchen dabei ganz bewusst eigene Symptome zu dramatisieren oder zumindest verstärkt in den Vordergrund zu stellen, um bevorzugt oder auch einfach nur mehr beachtet zu werden. Mitunter mangelt es diesen Personen auch an Selbstvertrauen und persönlicher Stärke.

Verhaltensformen im Krankenhaus oder in ärztlicher Behandlung

Ein solches Verhalten kann unter Umständen auch im medizinischen Umfeld an den Tag gelegt werden. Hier geht es dann oft vor allem darum an bestimmte medizinische Leistungen oder auch an ganz bestimmte Medikamente zu kommen. Das andere Patienten dabei eventuell benachteiligt werden könnten, wird nicht beachtet bzw. ist für diese Menschen vollkommen unwichtig. Oft sieht man in einer solchen Situation nur noch sich selbst und die eigenen Probleme.

Ein irrationales Verhalten

Der sekundäre oder auch äußere Krankheitsgewinn ist außerdem ganz besonders irrational. Dies liegt vor allem daran, dass man eigene Beschwerden und Symptome sehr gern übertreibt oder verdreht, damit man auch wirklich der Mittelpunkt des Geschehens ist. Dieses Verhalten kann dann auch dazu führen, dass man bestimmte medizinische Behandlungen erhält, die eigentlich nicht unbedingt notwendig sind. Somit ergeben sich durchaus auch wirtschaftliche Schäden, die von den agierenden Personen jedoch nicht erkannt oder im Zweifelsfall auch einfach ignoriert werden.

Durch dieses irrationale Verhalten können mit der Zeit jedoch auch ganz erhebliche Nachteile entstehen. Spielt man ständig krank oder versucht eine Krankheit zu übertreiben, so kann dies auch dazu führen, dass man bestimmte Dinge nicht mehr durchführen oder unternehmen kann. Man ist schließlich krank und muss sich aus diesem Grund schonen und zurückziehen. Es ist für diese Menschen sehr wichtig ein solches Scheinbild über lange Zeit zu sichern.

Sekundärer Krankheitsgewinn: Umfeld, Konflikte und Verhalten

Mit Blick auf den sekundären Krankheitsgewinn macht man sich natürlich nicht nur Freunde. Es ist nicht gerade selten zu beobachten, dass diese Menschen immer wieder in Streit mit ihrem engsten Umfeld geraten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Symptome und Beschwerden angezweifelt werden. Wer vom sekundären Krankheitsgewinn überzeugt ist und profitieren möchte wird nun immer dagegen agieren.

Menschen, die von einem solchen Phänomen betroffen sind und profitieren möchten, versuchen dies nicht selten auch am Arbeitsplatz zu tun. Hier wird dann oft versucht eine Krankschreibung zu erreichen, um sich vor bestimmten Aufgaben zu drücken. Manchmal geht es auch nur darum freizubekommen oder bestimmte Aktivitäten zu erledigen, die man aufgrund der beruflichen Tätigkeit nicht schafft.

Wie das engere Umfeld am besten auf solche Menschen reagieren sollte

Kennt man einen vertrauten Menschen, der ständig ein solches Verhalten an den Tag legt, kann dies für das nähere Umfeld sehr anstrengend werden. Es ist allerdings nicht anzuraten der betroffenen Person seine Symptome auszureden. Hilfreicher ist es zumeist nicht auf das Verhalten einzugehen. Nur so bestraft man diese Menschen am meisten. Aufmerksamkeit ist beim sekundären Krankheitsgewinn sehr wichtig. Bekommt man diese Aufmerksamkeit entzogen zerbricht irgendwann das Lügengerüst. In besonders schweren Fällen kann dieses Problem jedoch nur mithilfe eines geschulten Psychologen oder Therapeuten auf lange Sicht beseitigt werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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