Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Beratungsresistenz, Bedeutung, Definition, Erklärung


Beratungsresistenz bezeichnet die Eigenschaft einer Person, keine Ratschläge anzunehmen. Das kann vor allem bei Führungskräften von Organisationen sehr problematisch sein, obwohl sich dem Zustand auch positive Merkmale abgewinnen lassen: Beratungsresistente Menschen gelten als charakterstark.

Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beratungsresistenz ist in unserem Sprachgebrauch eher negativ konnotiert, also mit negativen Emotionen verknüpft. Wie die Eigenschaft einzuordnen ist, lässt sich aus Sicht der Sprache durch ihre Beziehung zu synonymen (ähnlichen) und antonymen (gegensätzlichen) Eigenschaften ablesen.

Synomyme für Beratungsresistenz

  • Starrsinn
  • Unbelehrbarkeit
  • Uneinsichtigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Autonomie

Antonyme: Beratungsresistenz

  • Beratungsfähigkeit
  • Einsichtigkeit
  • Offenheit
  • Entscheidungsschwäche
  • Unwahrhaftigkeit

Wie wir sehen, gibt es jeweils positive und negative Synonyme und Antonyme.

Problematische Beratungsresistenz von Führungskräften

„Das haben wir immer so gemacht“ – dieser Satz kennzeichnet das grundlegende Problem der Beratungsresistenz. Manche Führungskräfte und Mitarbeiter sind auch für beste Impulse und Tipps unempfänglich. In etlichen Teams und Unternehmen ist diese Haltung stark verbreitet. Sie kann schlimmstenfalls Entwicklungen ausbremsen und damit richtig Geld kosten. Besonders die Führungskräfte können durch eine permanente Beratungsresistenz viel Schaden anrichten. Sie sind unflexibel, praktisch nicht kompromissbereit und keinen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Ihre Vorstellungen setzen sie dogmatisch durch, eine Überprüfung lassen sie nicht zu. Manchmal geschieht das sogar wider besseren Wissens einfach aus dem Grund, dass die Führungskraft befürchtet, bei Einsicht in einen Ratschlag Schwäche zu zeigen. Bis hierhin scheint das Problem klar auf der Hand zu liegen: Der Manager ist beratungsresistent, richtet Schaden an und muss daher ersetzt werden. Doch so einfach ist es nicht. Manche Formen des Eigensinns können nämlich auch sinnvoll sein. Da zur Beratungsresistenz auch Charakterstärke gehört, könnte der Manager in der Vergangenheit mit seiner Linie durchaus erfolgreich gewesen sein. Zum Beispiel könnte er sich geweigert haben, definierte Qualitätsstandards zu unterschreiten. Damit blieben zwar die Produkte vergleichsweise teuer, jedoch wurde dadurch auch eine qualitätsbewusste Stammkundschaft angezogen.

Wann ist Beratungsresistenz wirklich schädlich?

Schaden durch beratungsresistente Manager und Fachkräfte entsteht immer dann, wenn ihre Uneinsichtigkeit in Wahrheit auf Bequemlichkeit beruht. Sie wollen einfach bestimmte Routinen nicht aufgeben, selbst wenn diese inzwischen durch neuere Verfahren überholt wären und damit teurer als die Einführung der Innovation sind. Gegenwärtig (2020) betrifft das beispielsweise die Digitalisierung von Unternehmen. Das papierlose Büro ist längst möglich und auch sehr effizient, doch beratungsresistente Führungskräfte weigern sich, es einzuführen.

Worauf beruht Beratungsresistenz? Wie entsteht sie?

Es gibt mehrere Gründe für diese Art von Unbelehrbarkeit. Die persönliche Eitelkeit kann dazugehören, doch auch eine Unternehmenskultur kann sie fördern. Wenn beispielsweise Fehler hart bestraft werden, hemmt das alle Veränderungen. Diese sind schließlich immer mit dem Risiko des Scheiterns behaftet. Auf der psychologischen Seite führt zudem ein ausgeprägter Narzissmus unter anderem auch zur Beratungsresistenz. Eine weitere Schwäche wäre die Unentschlossenheit, die auf mangelnder Intelligenz beruhen kann. Der Abteilungsleiter ist einfach nicht in der Lage, der Vorzüge einer Änderung und der Beratung hierzu zu erkennen. Daher belässt er lieber alles beim Alten.

Beratungsresistenz: Folgen

Beratungsresistenz kann gefährlich sein, weil Unternehmen und andere Organisationen ohne Entwicklung zurückfallen. Damit verlieren sie im Wettbewerb. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jeder Ratschlag gut und richtig ist. Doch man muss ihn sich anhören und konstruktiv damit umgehen. Wenn er abgelehnt wird, muss es dafür gute, nachvollziehbare Gründe geben. Eine Pauschalablehnung aufgrund von Beratungsresistenz hingegen hat auch für die Motivation der Belegschaft prekäre Folgen:

  • Die Mitarbeiter werden desillusioniert und resignieren.
  • Da beratungsresistente Chefs oft Narzissten und Tyrannen sind, lösen sie Furcht unter der Belegschaft aus. Diese ist per se ein schlechter Ratgeber. Es entsteht ein gefährlicher, weil permanenter Stillstand.
  • Verkrustete Strukturen werden zementiert. Die Beratungsresistenz erstickt jede Flexibilität schon im Keim.
  • Wirklich fähige Mitarbeiter kündigen. Damit sinkt das Gesamtniveau der Belegschaft.

Wie lässt sich Beratungsresistenz überwinden?

Ihre Überwindung hängt von den Ursachen ab. Sollte der beratungsresistente Manager einfach charakterschwach und/oder unintelligent sein, dürfte die Lösung darin bestehen, ihn auszutauschen. Wenn das Problem allerdings zu strenge Führungsstrukturen sind, müssen diese überwunden werden. Fortschrittliche Unternehmen halten daher regelmäßige Meetings ab, in denen sich die Führungskräfte die Vorschläge ihrer Mitarbeiter anhören und zur Diskussion stellen. Das ist genau das Gegenteil von Beratungsresistenz und die Basis für den Erfolg moderner Unternehmen. In solchen Meetings sollte eine sogenannte hierarchiefreie Kommunikation stattfinden. Dabei darf jeder sagen, was er denkt. Die Führung der Firma profitiert damit vom gesammelten Wissen und der Schwarmintelligenz ihrer Mitarbeiter. Nochmals ist zu betonen, dass deshalb nicht jeder Gedanke gut ist. Welcher Ratschlag umzusetzen ist, obliegt der Entscheidung der oberen Leitungsebenen.

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