Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Betriebsblindheit, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die meisten Vorgesetzten und Mitarbeitern, die ihre tägliche Arbeit verrichten, stellen einmal aufgestellte Regeln. Diese lassen sich aufgrund von Anweisungen der Geschäftsführung nur bedingt abwandeln oder verändern. Da die Betreffenden keine Möglichkeiten haben, ihre Tätigkeit gemäß ihren individuellen Kriterien und Wünschen zu gestalten, sehen sie die vorgegebene Struktur als feste Größen an und üben auch keinerlei Kritik. Da schon sich ihre Vorgänger an diese Vorgehensweisen halten mussten, orientieren sich ihre Kollegen und Nachfolger an an den bekannten Schemata.

Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung

So kommt es im Laufe der Monate und Jahre zur Betriebsblindheit. Effektive Lösungen werden nicht durchdacht oder vorgeschlagen. Selbstkritik an den betrieblichen Vorgängen kann auch zu Problemen mit Kollegen führen, die sich zurückgesetzt fühlen oder eine Konkurrenz fürchten.

Umso stärker ein starres Denk- und Verhaltensmuster ausgeprägt wird, desto geringer konzentriert sich der Mitarbeiter auf seine Kreativität. Sie wird von ihm als individuell denkendem Wesen nicht gefordert. Eingefahrene Gewohnheiten werden beibehalten. Mit der Zeit führt der Mitarbeiter die ihm übertragenen Aufgaben eher gedankenlos aus. Er beherrscht die ihm vorgeschriebene Routine und setzt sie um. In meisten Fällen führen die Prozesse zu einer ausgeprägten Montags-bis-Freitags- Arbeitsmoral. Am Montagmorgen beginnt der Angestellte oder Arbeiter mit der ihm aufgetragenen Arbeit in dem ihm bekannten unflexiblen Muster. Jede halbe Stunde sieht er auf die Uhr und freut sich schon auf den Freitag. Dann darf er gegen 14 Uhr nach Hause gehen.

In diesem Klima findet die Betriebsblindheit einen günstigen Nährboden. Auch wenn es verschiedene Neuerungen geben sollte, mit denen die Arbeit schneller und effektiver erledigt werden kann.

Eine menschliche Reaktion, die die Betriebsblindheit begünstigt, ist die Gewohnheit. Bei ihr werden bestimmte Tätigkeiten oder gedankliche Abläufe stets in verschiedenen Intervallen wiederholt und wie Stereotypen behandelt.

Stereotypen wirken jedoch auch auf einen innovativen Stillstand hin. Bei den Produktionsprozessen kommt es aber auf Effektivität an. Diese führt wiederum zu Wettbewerbsvorteilen. Stellt sich hier eine Betriebsblindheit ein, weil die laufenden Prozesse trotz weiterführender Methoden und Techniken nicht ausgebaut werden, sollte die Geschäftsführung in regelmäßigen Abständen externe Experten konsultieren. Hierbei handelt es sich um Teams von hoch qualifizierten Fachleuten. Sie kennen nicht nur die Branche ihres Auftraggebers, sondern verfügen auch über das betriebswirtschaftliche und technische Know-how. Mit ihrer Hilfe überprüft das Unternehmen jeden Arbeitsabschnitt auf Effizienz und Effektivität.

Welche Wirkung haben Effizienz und Effektivität für die Betriebsblindheit?

Unternehmen müssen ihre Arbeit mit der optimalen Effizienz und Effektivität realisieren. Deshalb sollte die Geschäftsleitung negativen Entwicklung wie der Betriebsblindheit stets geschlossen entgegenwirken.
Doch wo liegt der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität und wie ergänzen sich diese beiden Faktoren?

Effektiv arbeitende Mitarbeiter erreichen das von ihnen erwartete Ergebnis. Sollen sie effizient tätig werden, dann führt ihre Arbeit jeweils zu einem Resultat, bei dem die eingesetzten Mittel möglichst zu einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis beitragen. Dabei behalten die Verantwortlichen stets das ökonomische Prinzip im Auge. Der erbrachte Nutzen muss jeweils die Kosten übersteigen und zu einem positiven Ertrag führen.
Sollte sich die Betriebsblindheit an diese Stelle in einer Abteilung des Unternehmens auswirken, reduziert sich so die Effizienz als auch die Effektivität. Die betreffende Firma verschenkt wertvolle Ressourcen und verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Im ungünstigsten Fall kommt es zur Übernahme durch die Konkurrenz, zur Insolvenz oder zum Konkurs, bei denen jeweils alle Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen können.

Wie können Unternehmen der Betriebsblindheit entgegensteuern?

Unternehmen sind auf kreative und gut ausgebildete Mitarbeiter auf allen Ebenen angewiesen. So bleiben sie wettbewerbsfähig und können ihre Arbeit sowohl mit der bestmöglichen Qualität als auch mit dem höchstmöglichen Ertrag verbinden.

Die wenigsten Menschen können mit der Kritik an ihrem Handeln nur bedingt umgehen. Sie sehen darin eine Verletzung ihrer persönlichen und beruflichen Leistung. Besser ist ein Feedback. Es handelt sich um eine positive und konstruktive Stellungnahme. Der Mitarbeiter bekommt von seinem Vorgesetzten die Chance, seine Arbeitsweise und sein Verhalten zu ändern, um seinen eigenen Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten.
In einigen Fällen werden Mitarbeiter aus den eigenen Reihen befördert. Hierbei gibt es jedoch einen entscheidenden Nachteil. Aufgrund der eingespielten Arbeits- und Denkweise ist das Risiko einer Betriebsblindheit nicht zu unterstützen.

Es lohnt sich deshalb, auf neue und unvoreingenommene Vorgesetzte und Kollegen zu setzen. Sie bringen außerdem unverbrauchte Erfahrungen aus anderen Unternehmen oder von der Hochschule mit.

Neue Mitarbeiter werden deshalb am ersten Arbeitstag mit einer provokanten Bitte konfrontiert, die sich sowohl beruflich als auch finanziell lohnen kann. Der neue Kollege soll sich während seiner Tätigkeit Gedanken darüber machen, wie man bestimmte Arbeitsprozesse effektiver und kostengünstiger gestalten kann. Es kann sich dabei beispielsweise um eine spezielle Abdeckung in der Fertigung handeln, mit der sich Lackiervorgänge beschleunigen lassen. Hunderte seiner Kollegen führen die dazu gehörige Tätigkeit schon seit Jahrzehnten aus. Aber keiner kam auf diese innovative Idee.

In mittleren und größeren Unternehmen setzen die Vorgesetzten zunehmend auf Coaches, um eingeschränkte Sichtweisen rechtzeitig aufzubrechen.

Viele Unternehmen mit langfristig stabilen Absätzen und zufriedenen Kunden gewöhnen sich an diese Situation. Statt das Erreichte stets zu hinterfragen, ruhen sich die Vorgesetzten und Mitarbeiter auf den Ergebnissen ihrer Arbeit aus. Sie vertrauen auf die Fortsetzung des Erreichten. Ändern sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten, führt eine mittlerweile übersehene Betriebsblindheit zu existenzbedrohenden Folgen. Man spricht hier von Firmen, die die Entwicklungen in der Branche verschlafen haben.

Konzerne wie Volkswagen führten ein Prämiensystem ein. Hat ein Mitarbeiter eine konstruktive Idee, mit der sich beispielsweise Arbeitsprozesse beschleunigen oder ertragstechnisch optimiert nutzen lassen, dann stellt er seine Idee der Fachabteilung vor. Seinen Vorschlag kann er direkt in der Fachabteilung, in Schriftform oder per Mail einreichen.

Wird die vorgeschlagene Option zugunsten des Unternehmens aktiviert, erhält der Betreffende eine Geld- oder Sachprämie. Um auch anderen Mitarbeitern einen Anreiz zu bieten, wird sowohl der Mitarbeiter als auch seine Zusatzleistung innerhalb des Unternehmens veröffentlicht.

Welche Art von Betriebsblindheit kann den einzelnen Mitarbeiter betreffen?

Mit der Routine nimmt auch die Aufmerksamkeit ab. Der Betreffende bearbeitet die sich wiederholenden Arbeitsgänge vor und denkt parallel über Aktivitäten nach, die ihn geistig fordern könnten. Sie können sich sowohl auf bestimmten Aufgaben als auf sein Privatleben beziehen. Weicht jedoch innerhalb der Routine ein bestimmter Schritt von der gewohnten Kette ab, dann passieren Fehler.

Der Mitarbeiter in der Buchhaltung gibt jeden Tag ungefähr 2.000 Belege ein. Jeder entspricht einem bestimmten Muster und stellt beispielsweise eine Eingangsrechnung dar. Nimmt seine Aufmerksamkeit ab, dann könnte er eine versehentlich eingereichte Ausgangsrechnung als Eingangsrechnung verbuchen.

Aus diesem Grund sollten bestimmte stupide Aufgabenstellungen durch weitere Tätigkeiten und gezielte Unterbrechungen aufgelockert werden. So wird der Datenerfasser zwischenzeitlich mit der Zustellung der betriebsinternen Post, Botengängen oder der Anfertigung von Kopie beauftragt.

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