Was bedeutet „wir leben in einer Simulation?“ Meme, Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet, wir leben in einer Simulation, Meme, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Feststellung „wir leben in einer Simulation“ ist eine Meinungsäußerung. Sagt ein Sprecher zu einem Ereignis oder Sachverhalt „wir leben in einer Simulation“ so äußert er damit Unverständnis, Ablehnung und/oder Missbilligung.

Was bedeutet „wir leben in einer Simulation?“ Meme, Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Aussage „wir leben in einer Simulation“ drückt Ungläubigkeit aus. Ein Sprecher oder eine Sprecherin gibt damit also zu verstehen, dass er oder sie etwas nur schwer für wahr halten kann, was gerade passiert oder was er / sie gesehen.

Im Kern ist „wir leben in einer Simulation“ eine Anzweifelung der Realität. Hierbei sorgt das Gesehene, Gehörte oder Beobachtete dafür, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin an der Realität zweifelt. Denn eigentlich dürfte es die angezweifelten Sinneseindrücke und Ereignisse gar nicht geben.

Bei der Aussage „wir leben in einer Simulation“ gibt es beim Sprecher oder einer Sprecherin eine Diskrepanz zwischen dem, was in der Realität passiert und den eigenen Überzeugungen. Hierbei stimmen die Überzeugungen (und Glaubenssätze) nicht mehr mit der Realität überein.

„Wir leben in einer Simulation“ in anderen Worten:

  • „Ich glaube nicht, was ich da sehe.“
  • „Was hier passiert, kann nicht wahr sein.“
  • „Ich traue meinen Augen nicht.“
  • „Es ist unglaublich, dass der damit durchkommt.“
  • „Es ist unfassbar, dass die das einfach machen.“

Eine andere Perspektive für „wir leben in einer Simulation“ kann sein, dass das was passiert, künstlich erzeugt wurde bzw. wird. Hier würde sich auch die eigentliche Bedeutung von „simulieren“ wiederfinden. Denn etwas zu simulieren, bedeutet, dass etwas vorgetäuscht wird oder Sachverhalte nachgebildet werden.

Wie kann es passieren, dass man „wir leben in einer Simulation“ fühlt und denkt?

Die gesellschaftlichen und individuellen Werte, Ansichten und Moralvorstellungen haben sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren stark verändert. Wer also das „damals“ in seiner Erinnerung (Bsp. das Jahr 2005) mit dem „heute“ (Bsp. das Jahr 2023) vergleicht, wird feststellen, dass sich viel verändert hat.

Was früher „normal“ ist, ist heute „falsch“. Was heute als „normal“ gilt oder dargestellt wird, war früher im Abseits der Gesellschaft und nicht präsent.

Bei so einem Vergleich hat man drei Möglichkeiten: Das heute mit dem damals vergleichen und das heute (anhand den Maßstäben der Vergangenheit) kritisieren. Oder: Die eigenen Vorstellungen und Glaubenssätze überdenken, in Frage stellen und anpassen. Oder: In Doppelmoral verfallen.

Ein zweiter Grund kann sein, dass verschiedene Weltansichten miteinander konkurrieren und unvereinbar sind. Bestes Beispiel ist hier der Ukraine-Konflikt. Die westliche Wahrnehmung des Konfliktes ist eine andere als die russische Wahrnehmung des Konfliktes. (Kommentar der Redaktion: Wessen Wahrnehmung oder Verformung der Realität ist nun richtig? Worauf will man seine Weltsicht stützen?) (Siehe auch: Realitätsverzerrungsfeld)

Ein dritter Grund für die Aussage, dass wir in einer Simulation leben, kann Social Media sein. Vor Social Media entschieden Journalisten, worüber berichtet wird und was berichtens wert ist. Hier gab (und gibt) es Standards und Themen wurden (werden) bewertet. Durch Social Media (und vorher schon durch das Internet) änderte sich dies. Auf einmal konnte jeder über das berichten, was ihm oder ihr wichtig und teilenswert erschien. Das öffnete Tür und Tor für Informationen unterschiedlichster Qualität und Relevanz.

Verwertungsmöglichkeiten, die sich an der Quantität der Aufrufe orientieren, führten dazu, dass für manche Content Creator Quantität wichtiger wurde als Qualität. (Siehe z.B.: Rage farming)

Woher kommt die Aussage „Wir leben in einer Simulation“?

Der Film „Matrix“ könnte der Ursprung für die Aussage „Wir leben in einer Simulation“ sein. Der Film hat als Grundlage die philosophische Theorie des „Gehirn im Tank“. Bei dieser Theorie geht es darum, dass die Realität gar nicht real ist und wir es auch nicht sind. Alles, was wir für real halten, wird durch einen Computer per elektrischen Impulsen in unser Gehirn geschickt.

Ein weiterer Ursprung könnte auch der Film „Die Truman Show“ sein. In diesem Film lebt der Hauptcharakter in einer Fernsehserie, alle Menschen wissen dies und sind Schauspieler. Nur die Hauptfigur weiß von nichts. In Folge hält die Hauptfigur alle anderen Menschen für real, obwohl diese nur Rollen spielen.

Computer- und Videospiele, die in virtuellen Welten stattfinden, könnten schlichtweg der Ursprung von „Wir leben in einer Simulation“ sein. Denn diese virtuellen Welten sind künstlich und Simulationen. Hier sind Dinge möglich, die in der Realität nicht möglich sind. (Z.B., dass Menschen einfach so ohne technische Hilfsmittel fliegen können oder man kann sterben und wir einfach wiedergeboren; Glitches passieren einfach und die Schwerkraft wird z.B. außer Kraft gesetzt)

In solchen Simulationen finden auch Dinge statt, die sehr verwundern. So z.B., wenn jedes Haus gleich aussieht. Die Ersteller der Welten haben wohl einfach nur „Copy und Paste“ gedrückt. Wenn man nun in der Realität Vororte sieht, in denen jedes Haus gleichaussieht, drängt sich auch hier der Eindruck auf, dass diese Simulation faul programmiert wurde.

Die Aussage „Wir leben in einer Simulation“ kann auch auf das Denkmodell „Simulationshypothese“ zurückgeführt werden. Im Sinne der Simulationshypothese sind die meisten Menschen nur Simulationen und keine echten sowie realen Menschen. (Siehe: Was sind NPCs?)

Fazit: Leben wir in einer Simulation?

Nehmen wir die Frage ernst, ob wir in einer Simulation leben. Wie könnte man dies überprüfen? Man müsste die Simulation verlassen und von außen auf das Leben schauen. Aber das geht nicht. Diese Simulation kann nicht verlassen werden.

Anderes Beispiel: Existieren Dinge außerhalb meiner Sprache und meines Bewusstseins? Man würde sagen ja, denn Dinge existieren, auch wenn ich nicht hinschaue. Aber, wie will ich z.B. über etwas reden, dass außerhalb meiner Sprache passiert und wofür ich keine Worte habe? Ich kann darüber nicht reden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge. Mehr über BedeutungOnline.de und mich erfährst du hier.

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