Was bedeutet Ökosünde / Öko-Sünde? Bedeutung, Definition

Ökosünde, Öko-Sünde, Bedeutung, Definition


Im Sinne von Papst Franziskus sind Ökosünden Taten, die dazu führen, dass ein Ökosystem beschädigt bis zerstört wird und in der Folge können Pflanzen, Tiere und Menschen in dem Ökosystem nur noch eingeschränkt bis gar nicht mehr leben.

Im umgangssprachlichen Sinne ist eine Ökosünde ein Gegenstand oder eine Tat, die Luxus, eine Fehlleistung oder überflüssig ist. Bei einer Ökosünde im umgangssprachlichen Sinn hat man Ressoucen verschwendet und die Chance verpasst, die Umwelt (durch Verzicht) zu schonen.

Papst Franziskus: Was ist eine Ökosünde / Öko-Sünde?

Am 15. November 2019 sagte Papst Franziskus in einer Ansprache vor Strafrechtsexperten beim Treffen der Internationalen Vereinigung für Strafrecht (International Congress of Penal Law) in Rom, dass er die Absicht verfolgt, eine Sünde gegen die Ökologie bzw. die ökologische Sünde einzuführen. Diese soll in den Katechismus der katholischen Kirche aufgenommen werden. Außerdem forderte er die Strafrechtsexperten und Staatsführer auf, „Verbrechen gegen die Ökologie“ als neue Straftatsbestände in die Strafgesetzbücher aufzunehmen.

Was sind Ökosünden / Öko-Sünden? Bedeutung, Definition

Papst Franziskus führte aus, dass Unternehmen und Konzerne für Taten, die als Ökozid angesehen werden, verantwortlich gemacht werden sollen. („Ökozid“ bezeichnet die massive Schädigung von Ökosystemen mit der Folge, dass Tiere, Pflanzen und Menschen dort nur noch stark beeinträgt oder nicht mehr leben können.)

Taten, die als Ökozid gelten sollen, sind:

  • Verschmutzung der Luft
  • Verschmutzung des Bodens
  • Verschmutzung von Wasser und Wasserressourcen
  • Verseuchung oder Kontamination durch chemische oder radioaktive Substanzen
  • Zerstörung der Flora (Pflanzenwelt)
  • Zerstörung der Fauna (Tierwelt)
  • Taten und Maßnahmen, die zu ökologischen Kastastrophen führen
  • Taten und Maßnahmen, die ein Ökosystem zerstören

Konkret können dies Taten sein wie z.B. unter anderem die Abholzung von Wäldern, die Verschmutzung von Flüssen, die Verschmutzung von Grundwasser, die Verseuchung oder Kontamination durch chemische oder radioaktive Substanzen, die Verschmutzung der Luft durch Abgase und auch die Zerstörung der Natur durch Bergbauaktivitäten und Rohstoffabbau.

Für Papst Franziskus ist die Ökosünde / Öko-Sünde nicht nur eine Tat gegen die Natur und Umwelt, sondern auch gegen das „gemeinsame Haus“. Mit „gemeinsames Haus“ meint er die Welt und Gemeinschaft, in der wir alle leben. Dies gilt nicht nur für die Menschen, die heute leben, sondern auch für zukünftige Generationen.

Papst Franziskus bleibt bei seiner Forderung nach der Ökosünde nicht im religiösen Kontext, sondern verlässt diesen und begibt sich auf die weltliche Ebene. Er fordert nämlich „Verbrechen gegen die Ökologie“ als Straftatbestände.

Interpretation: Ökosünde  /Öko-Sünde

Eine Sünde im religiösen Kontext bezeichnet eine falsche Lebensweise, die sich dadrin äußert, dass Menschen sich von Gott oder seinem Willem abgekehrt haben, ihm misstrauen oder das Böse zulassen. Eine Sünde im religiösen Kontext zeichnet sich z.B. dadurch aus, dass Menschen zu Opfern ihrer Triebe und Leidenschaften werden. (Beispiel: Wollust, Völlerei,…)

Was eine Sünde ist, wird in den Religionen klar gekennzeichnet. Dies geschieht z.B. durch die Zehn Gebote oder die sieben Todsünden (Hochmut, Habgier, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei, Trägheit).

Über Zusammenhänge der Ökosünden mit der Überbevölkerung und dem Wunsch Mensch zu ernähren, gibt es von der katholischen Kirche noch keine Erläuterungen.

Interpretation der Redaktion: Der Ausdruck „Ökosünde“ hat in der säkulären Welt eine Konnotation der Harmlosigkeit. („Kleine Sünde vergibt der liebe Gott,…“). Der Ausdruck „Ökoverbrechen“ ist dagegen härter und macht auch deutlich, dass es eben keine „kleine Sünde“ ist, wenn man die Umwelt zerstört.

Weitere Bedeutung von Ökosünde

In der Umgangssprache werden Gegenstände und Taten als „Ökosünden“ bezeichnet, die Luxus, Fehlleistungen oder unnötig / überflüssig sind. In diesem Kontext steht der Begriff „Ökosünde“ für verschwendete Ressourcen, die man hätte besser investieren können. Auch steht der Ausdruck „Ökosünde“ für eine verpasste Chance, der Umwelt etwas gutes zu tun oder die Umwelt (durch Verzicht) zu schonen.

„Ökosünde“ wird in der Umgangssprache und den Medien als Gegenwort zu „Klimaretter“ gebraucht.

Je nach Interpretation und Sichtweise können verschiedene Dinge „Ökosünden“ sein: E-Scooter, Auto fahren aus Bequemlichkeit, Einwegflaschen verwenden, zu lange duschen, Inlandsflüge (Siehe: Flugscham), kein regionales Oberst kaufen, Stand-by-Geräte, sinnlos Zeit in den sozialen Medien verschwenden, Steingärten, usw. (Allein diese Beispiele zeigen, dass eine Ökosünde für jeden anders sein kann.)

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