Was bedeutet „Moonshot“? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Moonshot, Was ist das, Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Moonshot ist ein ehrgeiziges, bahnbrechendes Projekt, bei dem ungewöhnlich innovative Ideen umgesetzt werden. Die Vorhaben sind visionär und lassen kurzfristig weder eine Rentabilität noch einen Nutzen erwarten. In den meisten Fällen lässt sich keine vollständige Untersuchung potenzieller Risiken erkennen. Mögliche Vorteile sind zu Beginn allenfalls vage zu erahnen.

Was bedeutet „Moonshot“? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff Moonshot hängt unmittelbar mit einer Rede des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy an der Rice University in Houston, Texas, zusammen. Er verwendete den Begriff 1962 für ein Projekt, dessen Verlauf und Ergebnis nicht zu erahnen waren. Mit dem Apollo-Programm ging es dabei um den „Moonshot“, wie es Kennedy nannte.

In seiner Rede forderte er von seiner Nation, noch im laufenden Jahrzehnt zum Mond zu fliegen. Die Amerikaner sollten auch andere Dinge tun, nicht weil sie leicht, sondern weil sie schwer waren. Kennedy erzeugte damit eine Welle an Unternehmensgründungen, welche seine Vision umsetzen wollten, Kooperationen schlossen und innovative Lösungen fanden. Das Ergebnis ist bekannt: Trotz einiger Fehlschläge gelang es Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erstem Menschen, einen Fuß auf die Mondoberfläche zu setzen.

Dabei hatte das Projekt mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die aber nichts am Willen änderten, das Projekt umzusetzen. So schlug der erste Flug zum Mond mit Apollo 1 im Jahr 1967 schon beim Start fehl, als die Rakete explodierte. Alle drei Astronauten kamen ums Leben. Die Hartnäckigkeit wurde schließlich mit der Mondlandung von Apollo 11 und fünf weiteren Landungen belohnt.

Der wissenschaftliche und vor allem wirtschaftliche Erfolg wird bis heute oft kritisiert. Der damalige Chefgeologe der NASA, Eugene Shoemaker, war sich sicher, dass sich der wissenschaftliche Nutzen durch unbemannte Missionen wesentlich kostengünstiger erzielt worden wäre. Darum ging es aber bei diesem Projekt nicht. Es ging um die Vision, zum Mond zu fliegen. Eine Triebfeder war der Wettbewerb zweier Systeme. Nachdem die Russen den ersten Satelliten ins All geschossen hatten, wollten diesmal die Amerikaner die ersten sein.

Moonshot: Google als Vorreiter für viele innovative Start-ups

Der Begriff „Moonshoot“ ist heute (2010er und 2020er Jahre) vor allem in der Start-up-Szene anzutreffen. Die rasante Entwicklung der Digitalisierung eröffnet immer wieder neue Technologien, die neue Geschäftsfelder ermöglichen. Wer seinen Mitbewerbern voraus sein will, muss schnell sein. Innovative Unternehmen benötigen den Mut, Visionen zuzulassen und das Risiko eines Fehlschlages in Kauf zu nehmen.

Ein Vorreiter ist Alphabet, der Mutterkonzern von Google. Das Unternehmen gründete im Jahr 2010 Google X, das heute X Development heißt. CEO ist Eric „Astro“ Teller, der als „Captain of Moonshots“ fungiert. Teller besitzt mehrere Studienabschlüsse, darunter in Informatik. An der Carnegie Mellon University erwarb er einen Doktortitel in künstlicher Intelligenz.

Unter Moonshots versteht X Projekte, die für eine große Zahl von Menschen das Leben verbessern oder gar revolutionieren. Dabei ist ein Scheitern durchaus eingeplant. Das Projekt Titan sollte das Internet über solarbetriebene Drohnen auch in entlegene Regionen der Erde bringen. Technische Schwierigkeiten und ausufernde Kosten stoppten das Vorhaben zumindest zum Teil. Internet für alle soll es trotzdem geben, mit dem Projekt Loon. Dort setzt X für die Übertragung auf Ballons. Dies verdeutlicht ein weiteres Merkmal von Moonshot-Projekten: Scheitern bringt viele Erkenntnisse, die für neue innovative Ideen genutzt werden können.

Die Voraussetzungen für ein Moonshot-Projekt

Um ein Moonshot-Projekt umzusetzen, benötigt es mehr als eine Vision. Es benötigt Menschen und Unternehmen, die daran glauben und bereit sind ausreichend Risikokapital zur Verfügung zu stellen. Dies ist bei einem Unternehmen wie Alphabet, in dem die Suchmaschine Google eine Gelddruckmaschine ist, relativ einfach. Bei einem Moonshot-Projekt kommt es vor allem auf drei Dinge an.

Als erstes wird ein Projekt benötigt, dass ein geringes Risiko des Scheiterns birgt und möglichst schnell sichere Renditen abwirft. Ein Teil der Erträge kann dann in die Umsetzung bahnbrechender Visionen investiert werden, bei denen die Erfolgsaussichten schwer abzuschätzen sind. Es geht dabei um Innovationen, die ein Problem nicht um zehn Prozent, sondern um das zehnfache verbessern. Bei Alphabet hieß es mal, es geht bei einem Moonshot nicht darum, etwas für 100 Millionen Menschen besser zu machen. Eine Milliarde Menschen sollen davon profitieren.

Das Scheitern eines Projekts muss eingeplant sein. Nicht jede Vision lässt sich wirklich umsetzen. Häufig lässt sich nur eines von hundert Projekten erfolgreich zu Ende führen. Diese Erkenntnis sollte in die Betrachtung des Projektes einfließen. Dies erfordert eine entsprechende Unternehmenskultur, die Fehler toleriert und als Chance begreift. Nur wenn Fehler erkannt und auch kommuniziert werden, kann rechtzeitig gegengesteuert werden. Wenn im Unternehmen dagegen Angst vor einem Scheitern existiert, wird Innovationsgeist unterdrückt.

Projekte müssen sachlich und frei von Emotionen vorangetrieben werden. Dazu gehört auch, einzusehen, dass eine Idee gescheitert ist. Erfolgreich sind Unternehmen, die Kreativität und Risikofreude unterstützen. Die Unternehmenskultur muss alle Mitarbeiter ermutigen sich an Projekten zu beteiligen sowie offen und fair Fehler zu analysieren. Sie müssen sich ausprobieren können, was einschließt, Fehler zu machen.

Moonshot-Projekte in Europa

Europa und besonders Deutschland stehen im Ruf, für wirklich bahnbrechende Ideen nicht risikobereit genug zu sein. Innovative Projekte wie der Transrapid zeigen, dass dies nicht stimmt. Auch in Deutschland und Europa gibt es weiterhin Innovationsgeist, der bahnbrechende Leistungen für revolutionäre Technologien ermöglicht.

In Europa ist aktuell das Projekt Gaia-X in den Schlagzeilen, das eine europäische Cloud- und Datenstruktur schaffen soll. Dabei sollen offene Schnittstellen und Standards miteinander verschmolzen werden. Dies dient der Verknüpfung von Daten und der Schaffung einer Innovationsplaform.

Die Schaffung eines Systems durch die Vernetzung von vorhandenen Dateninfrastrukturen wäre ein großer Innovationsschub, den Politik und Wirtschaft gemeinsam vorantreiben. Es entsteht ein offenes, transparentes digitales System, das Daten und Dienste zugänglich macht, verknüpft und vertrauensvoll teilt.

Die Joint European Disruptive Initiative (JEDI) denkt Moonshots größer. Die Initiative möchte Europa in eine Führungsposition in der Entwicklung bahnbrechender Technologien bringen. Es sind aktuell 3.700 Führungskräfte aus 23 Ländern aus der europäischen Deep-Tech-Branche beteiligt. Die Initiative will die Lösung wichtiger gesellschaftlicher Probleme durch Innovation. Tätigkeitsfelder sind die Umwelt und Energie, das Gesundheitswesen und digitale Systeme.

Mit radikalen Methoden und mutigem Eingehen von Risiken sollen visionäre Erwartungen möglichst rasch umgesetzt werden. Mit dem Engagement will Europa die Tech-Vormachtstellung der USA und Chinas durchbrechen. Als Herausforderungen sieht JEDI die Entwicklung von umweltverträglichen Pestiziden, die künstliche Intelligenz, Weltraum-Technologie und innovative Technologien für den Gesundheitssektor.

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