Was sind Mikroabenteuer (Micro-Adventures)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was sind Mikroabenteuer, Micro-Adventures, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Neologismus „Mikroabenteuer“ bezeichnet eine Art der Freizeitgestaltung, bei der es dem Wortsinn entsprechend erlebnisbetont und aktiv zugeht.

Was sind Mikroabenteuer (Micro-Adventures)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Vergleich zu als Gegenkategorie „Makroabenteuer“ benennbaren, extremen Erlebnisaktivitäten wie z. B. Weltumsegelungen, Mount-Everest-Besteigungen, Tauchgängen im Nordmeer oder Survival-Monate im Amazonas-Gebiet sind Mikroabenteuer kaum risikobehaftet, vom Organisations-, Kosten- und Zeitaufwand minimal sowie in der Regel in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnsitz verortet. Gemeinsam mit Makroabenteuern ist den Mikroabenteuern, dass sie Outdoor-Aktivitäten sind und einen außergewöhnlichen, spannenden Kontrast zum Alltagsleben darstellen.

Als Erfinder des Mikroabenteuers wird oft der Brite Alastair Humphreys (geb. 1976) genannt. Der expeditionsbegeisterte Zoologe Humphreys hat von 2001 bis 2005 per Fahrrad eine Weltreise gemacht und dabei rund 75.000 km zurückgelegt. Seine Erfahrungen und Erlebnisse auf dieser Reise und folgenden ähnlich spektakulären Fahrten hat Humphreys als Buchautor und Motivationstrainer einem breitem Publikum nahegebracht. Er schlug als Konzept für Jedermann-Abenteuer vor, doch einmal im eigenen Garten zu übernachten oder nachts durch den schlafende Wohnort zu streifen. Diese Art von ungewöhnlichen, den Alltag unterbrechenden Kurzaktionen bezeichnete Humphreys als „Microadventures“. Für seine Idee wurde Humphreys 2012 vom Magazin „National Geographic“ zum „Abenteurer des Jahres“ gekürt.

Micro-Adventures / Mikro-Abenteuer: Erklärung

Humphreys´ Kampagne für die Popularisierung des „Winzigen Abenteuers“ stieß in den Medien auf großes Interesse und motivierte viele Menschen sich auf Klein-Abenteuer einzulassen. Es entwickelten sich je nach Zielgruppe unterschiedliche Umsetzungen des Humphreys-Konzepts. Im deutschsprachigen Raum machte sich u. a. der Berliner Sportjournalist Christo Foerster (geb. 1977) einen Namen in der neuen Bewegung. So hatte er 2017 mit seinem Mikroabenteuer-Projekt „Raus und machen“ eine Plattform geschaffen, bis dahin träge Wohlstandsbürger zu Abenteuern vor der eigenen Haustür zu ermuntern.

Beispiele für Mikroabenteuer (Micro-Adventures)

Die Bandbreite der Möglichkeiten, Kleinsabenteuer zu erleben, ist enorm. So war für den durchtrainierten Christo Foerster das Schlüsselerlebnis, sich intensiv für die Verbreitung des Mikroabenteuer-Gedankens einzusetzen, eine spontane Nachtfahrt auf dem Rad von Hamburg nach Berlin. Für Normalmenschen bieten sich je nach Neigung und Kondition aber natürlich auch sportlich wesentlich weniger anspruchsvolle Optionen an.

Für nicht wenige Menschen stellt es bereits ein Mikroabenteuer dar, jenseits der immer gleichen im Alltag genutzten Wege auch einmal systematisch jede bis dahin noch nie besuchte Straße und jeden Weg in der Nachbarschaft im Umkreis von einem Kilometer abzugehen. Oder bei Nacht durch die Parks der Umgebung zu schlendern. Abenteuerlich ist es auch, eine Nacht auf dem Balkon zu verbringen. Aufregend merkwürdig aus der Zeit gefallen kann das Gefühl sein, bei Sonnenaufgang mit dem Rad am Sonntagmorgen durch werktags dicht bevölkerte und jetzt aber vollkommen menschenleere Innenstädte zu gehen. Mutige können auch eine Hängematte in einem nahen Wald aufhängen, um darin die Nacht unterm Sternenhimmel zu erleben

Mikroabenteuerlich kann aber auch die Erfüllung der Vorgabe sein, zu einer bis dahin noch nie besuchten Endstation einer Bus- oder Bahnlinie zu fahren, dort auszusteigen und dann den Rückweg zu Fuß und ohne Ortsplan zu finden; oder auch frühmorgens allein oder mit Familie mit dem Paddelboot oder einem selbst gezimmerten Floß über einen bis dahin noch nie besuchten See zu fahren. Oder abseits der Wege einen – nicht allzu großen – Wald zu queren. Und dort im Wald Blätter und Nadeln möglichst vieler Pflanzenarten sammeln.

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