Was bedeutet „gruscheln“? Bedeutung, Geschichte, Erklärung, Definition

Was bedeutet gruscheln, Bedeutung, Geschichte, Erklärung, Definition


„Gruscheln“ war eine Funktion im deutschen sozialen Netzwerk StudiVZ, die dazu diente andere Personen virtuell anzustupsen und damit auf sich aufmerksam zu machen. Im 2020 veröffentlichten Netzwerk VZ.net ist das Gruscheln wieder möglich.

Im fränkischen Dialekt ist das Verb „gruscheln“ auch verbreitet. Hier ist „gruscheln“ ein anderes Wort für „wühlen“ oder „kramen“. (Wühlen = Etwas nicht sehr systematisch suchen in dem andere Gegenstände einfach bewegt werden.)

Gruscheln und StudiVZ: Bedeutung, Geschichte

„Gruscheln“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Grüßen“ und „Kuscheln“.

Der Ausdruck „Gruscheln“ steht in starker und enger Verbindung mit dem deutschen sozialen Netzwerk StudiVZ. Das Wort „gruscheln“ soll sich der Gründer von StudiVZ, Ehssan Dariani, ausgedacht haben.


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Mitte und Ende der 2000er Jahre wurde stets der Spruch erzählt: „Ich wollte grüßen und hab dabei gekuschelt. Also gegruschelt.“ (Ja, der Autor dieses Textes hatte damals einen StudiVZ-Account.) Es kann nur vermutet werden, dass beobachtet wurde wie aus einer Umarmung ein längeres kuscheln, drücken und reiben wurde. Die Umarmung war somit mehr als ein Gruß, sie war ein Gruß der zur Kuschelei wurde.

Der Begriff und die Funktion des Gruschelns wurde auch in die Netzwerke „MeinVZ“ und „SchülerVZ“ übernommen. Auch im April 2020 veröffentlichten und online gegangenen Netzwerk „VZ.net“ gibt es eine Gruscheln-Funktion. Auf der Startseite von VZ.net werden Besucher mit „Wir gruscheln dich!“ begrüßt.

Funktion von Gruscheln

Die Funktion des „Gruscheln“ erinnert stark an die Facebook-Funktion „anstupsen“ (Poke). Beide Funktionen dienen dazu, eine andere Person auf sich aufmerksam zu machen und können der Beginn eines Gesprächs sein. Die angestupste oder gegruschelte Person erhält nämlich eine Nachricht, dass sie angestupst oder gegruschelt wurde. Der oder die Anstupser oder Gruschler kann hoffen oder vermuten, dass die gegruschelte oder angestupste Person reagiert. (Damit kann das Gruscheln als Anfang eines Flirts oder Kennenlernens ohne Nachricht gewertet werden.)

Für die Teilnehmer von StudiVZ galt, dass jeder gruscheln durfte und jeder gegruschelt werde durfte. Freunde gruschelten einander hin und her. Aus einem scherzhaften Gruscheln wurde eine Kette, die nicht unterbrochen werden durfte. Es gab kein Entkommen.

An alle jüngeren Leser des Beitrages. Mitte der 2000er Jahre war StudiVZ das stärkste soziale Netzwerk in Deutschland. Facebook gab es schon, aber so richtig beliebt war es noch nicht. Erst Ende der 2000er und Anfang der 2010er wurde Facebook beliebter und löste letztlich StudiVZ ab. (2011 soll das Jahr gewesen sein in dem Facebook mehr deutsche Nutzer hatte als StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ zusammen.)

Anmerkung der Redaktion: Wer in den 2000er Jahren auf StudiVZ aktiv war, wird einige nostalgische Gefühle mit dem Wort „Gruscheln“ verbinden.

Weitere bekannte Dinge und Worte von StudiVZ waren: Lea (Sie war allgegenwärtig), Buschfunk (so hieß der Newsfeed), StudiVZ-Gruppen (Sie dienten nicht dem Austausch, sondern werteten das Profil auf.)

Gruscheln ist eine eingetragene Wortmarke

„Gruscheln“ wurde am 1. Juni 2006 als Wortmarke beim deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. (Das bedeutet, dass unter anderem keine Bekleidungsstücke mit dem Aufdruck „Gruscheln“ vertrieben werden dürfen.) Inhaber der Wortmarke ist die Poolworks (Germany) Ltd.


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