Was bedeutet Durchseuchung, Durchseuchungsrate? Bedeutung, Definition

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Die Durchseuchung gibt an, wie groß der Anteil der Bevölkerung oder einer Population ist, die bestimmte Viren in sich trägt oder die mit bestimmten Viren Kontakt hatte. Hier wird auch von Durchseuchungsrate gesprochen. Betrachtet wird hier nur die Verbreitung von endemischen Infektionskrankheiten.

Durchseuchung und Durchseuchungsrate: Bedeutung, Definition

Um die Durchseuchungsrate einer Bevölkerung zu ermitteln, werden Personen gezählt, die

  • aktuell an der Krankheit leiden,
  • Personen, die an der Krankheit litten und wieder gesund sind,
  • Personen, die infiziert aber symptomfrei sind.

Die Durchseuchung einer Population wird durch Antikörper-Studien ermittelt, um herauszufinden wie viele Menschen gegen einen Krankheitserreger (z.B. Viren) immun geworden sind. Dafür wird das Blut einer repräsentativen Gruppe auf Antikörper untersucht.

Je größer die Durchseuchung einer Population ist, umso größer ist die Populations- bzw. Herden-Immunität und die Durchseuchungsimmunität der betroffenen Individuen. (Es wird davon ausgegangen, dass infizierte Personen Immunität gegen Krankheitserreger (z.B. Viren) erlangen. Dies führt dazu, dass sich nicht erneut mit dem Virus anstecken können.)

Wenn große Teil der Bevölkerung oder einer Population durchseucht sind, so führt diese Durchseuchung dazu, dass die Ausbreitung eines Virus verlangsamt wird oder sogar gestoppt wird. Damit führt ein hoher Durchseuchungsgrad zum Ende einer Epidemie oder Pandemie. (Die Zahl der Neuinfektion sinkt, je mehr infiziert sind. Dies führt dazu, dass weniger Neuinfektionen stattfinden können, da weniger Personen infiziert sind und den Virus weitergeben können.)

Wie hoch der Durchseuchungsgrad sein muss, um die Ausbreitung eines Virus zu verlangsamen, ist Fallspezifisch. Gleiches gilt, wenn die Ausbreitung eines Virus gestoppt werden soll.

Die Durchseuchungsrate wird durch Impfstoffe beeinflusst. Ein Impfstoff sorgt dafür, dass die Durchseuchungsrate sinkt.

Wie lange eine Durchseuchung dauert, ist Virusabhängig. Sie kann unter anderem mehrere Monate bis wenige Jahre dauern.

Durchseuchungsgrad: Coronavirus (Covid-19) Deutschland

Um den Durchseuchungsgrad von Covid-19 zu ermitteln, will das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig mehr als 100.000 Menschen in Deutschland untersuchen. Das Blut der Probanden wird auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersucht.

Wie hoch der Durchseuchungsgrad von Covid-19 in Deutschland sein muss, damit die Ausbreitung des Virus sich verlangsamt, ist unbekannt.

Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Deutschen sich mit Coronavirus infizieren werden. Damit wäre die Durchseuchungsrate eben 60 bis 70 Prozent.

Beispiele für Durchseuchung

Es gibt bestimmte Viren bei denen die Durchseuchung in der Bevölkerung sehr hoch ist, so z.B. Herpes oder Influenza.

  • Bei Erwachsenen beträgt die Durchseuchung mit dem Herpes-Simplex-Virus 1 nahezu 100 Prozent. (Fast jeder deutsche Erwachsene trägt damit den Herpes-Simplex-Virus 1 in sich.)
  • Bei Ringelröteln liegt die Durchseuchungsrate in Deutschland im Erwachsenenalter bei 70 Prozent. (Quelle: Amboss)

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