Was bedeutet „blurry eyes“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet, blurry eyes, Bedeutung, Definition, Erklärung


Wörtlich übersetzt sind blurry eyes verschwommene Augen, die metaphorisch ungeweinte Tränen andeuten sollen. Prominenz erlangte der Begriff durch den Song „Blurry Eyes“ von Michael Patrick Kelly, der vor der Weihnachtszeit 2021 erschien und melancholisch auf diese dunkelste Phase des Jahres einstimmte. Die epische Pianoballade lehnt sich an Indie-Folk-Songs an, beginnt verhalten, baut sich dann aber zur symphonischen Breite von Filmmusik auf. Wichtig ist ihre Message: Der Künstler will auf angesammelte und nicht ausgeweinte Tränen wegen unserer Vereinsamung hinweisen, die inzwischen unsere klare Sicht trüben.

Was bedeutet „blurry eyes“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Laut einem Statement von Michael Patrick Kelly geht es um Überforderung und das Gefühl, nicht geliebt zu werden und nicht genug zu sein, dem er mit seiner musikalischen Umarmung begegnen will. In den Lyrics des Songs geht es um tausend Zweifel, Bedrückung, versiegende Liebe, Hoffnungslosigkeit und den schweren Kampf um Selbstbehauptung. Kritiker glauben, das der Künstler vier essenzielle Themen unserer Zeit aufgreifen wollte:

Es lohnt sich, diese modernen negativen Phänomene etwas näher anzuschauen, um die blurry eyes zu verstehen.

Body Shaming und Blurry Eyes

Body Shaming bedeutet, dass Menschen vorrangig in sozialen Netzwerken über ihren Körper abwertende Äußerungen ertragen müssen. Nach psychologischen Studien nach 2015 besteht das Muster aus ungefragt abgegebenen Kommentaren zur Größe und Figur der betreffenden Person, der speziellen Körperform, ihrem absoluten Gewicht, einzelnen Körperteilen und zum Erscheinungsbild, das durch den Körper geprägt wird. Das Phänomen ist nicht neu, Kinder hänseln sich schon seit Unzeiten auf diese Weise. Auch der Altbundeskanzler Helmut Kohl musste es in den 1980er- bis 1990er-Jahren hinnehmen, als „Birne“ tituliert zu werden, was sich allein auf sein Äußeres bezog. Body Shaming ist vonseiten der Verbreiter*innen solcher Aussagen manchmal wenig böswillig, sondern eher spaßig gemeint, doch die Betroffenen fühlen sich zutiefst verletzt. Bei Jugendlichen löst die Art des Mobbings schnell Depressionen aus. Unter ihnen sind Mädchen überdurchschnittlich oft betroffen, und zwar als Opfer und als Täterinnen gleichermaßen. Unterformen des Body Shamings sind Fat Shaming gegen korpulente Menschen und Skinny Shaming gegen Menschen mit einem unvorteilhaften Hautbild.

Body Shaming kann zu Body Shame führen, also der Scham der Betroffenen selbst wegen ihrer Körpermerkmale, doch kann Letzteres auch ohne Einfluss von außen stattfinden. Vor allem Jugendpsycholog*innen halten beide Seiten der Medaille für gefährlich. Jugendlich würden sich als Gegenreaktion an unerreichbaren Schönheitsvorbildern (Models und Promis) orientieren, was zu Bulimie und einem insgesamt sehr ungesunden Lebensstil führen könne. Auch fühlten sie sich durch Body Shaming sozial extrem ausgegrenzt, auch wenn nur eine Einzelperson diese Art von Mobbing betreibt. Mit dem Body Shaming verwandt ist Lookism (Diskriminierung aufgrund äußerer Merkmale), während Body Shame ohne äußeren Einfluss in die psychopathologische Störung der Dysmorphophobie übergehen kann. Diese Menschen finden sich selbst grundsätzlich hässlich.

Cyber Mobbing und Blurry Eyes

Dieses Phänomen wird in den Medien schon länger thematisiert. Menschen verleumden, belästigen, bedrohen und nötigen sich online. Anfangs schien es ein Jugendphänomen zu sein, doch inzwischen zieht es sich durch alle Altersgruppen und hat seinen jüngsten Schwung im Zuge der Coronapandemie ab 2020 erhalten. Gegner der staatlich angeordneten Coronamaßnahmen gehen verstärkt mit Cyber Mobbing gegen die politisch Verantwortlichen und gegen Wissenschaftler vor. Virtuelle Räume für das Cyber Mobbing sind Chatrooms und Messenger. Verknüpft ist mit dem Phänomen der virtuelle Identitätsdiebstahl, um unter falscher Flagge auch strafbare Äußerungen zu tätigen. Cyber Mobbing ist gefährlich, unter Jugendlichen führt es bisweilen zu Suiziden. Darüber hinaus verstärkt es im virtuellen Raum bestimmte Hasstendenzen, die zu Gewalttaten im realen Raum bis hin zu Morden führen.

Cancel Culture und Blury Eyes

Cancel Culture bedeutet, Personen, Personengruppen oder Organisationen durch Unterdrücken oder gar Ausblenden ihrer Kommunikation vom öffentlichen Diskurs auszuschließen. Als Motiv wird angegeben, dass sich diese Akteure beleidigend, unanständig oder diskriminierend verhalten hätten. Damit bedeutet Cancel Culture eine Zensur von Inhalten. Der Vorwurf, Cancel Culture zu betreiben, richtet sich in der Regel gegen linksgerichtete Medien. Ihr diesbezügliches Verhalten ist negativ konnotiert. Man wirft ihnen übertriebene Political Correctness vor. Eine Untersuchung der Washington Post von Anfang 2020 konnte belegen, dass der konservative US-Fernsehsender Fox News fünfmal so oft von Cancel Culture sprach wie der liberale Sender CNN und sogar siebenmal häufiger als der als linksliberal geltende MSNBC. In traditionellen, aber durchaus auch in sozialen Medien ist es möglich, einzelnen Protagonisten keine Plattform zu bieten bzw. ihnen relativ gezielt die Aufmerksamkeit zu entziehen und gegenteilige Meinungen zu fördern, was das Phänomen des Cancel Culture technisch erklärt.

Social Distancing und Blurry Eyes

Das Buzzword Social Distancing erlangte große Prominenz im Zuge der Coronapandemie, die es unumgänglich machte, dass sich Menschen räumlich voneinander distanzieren, um der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu entgehen. Es gab aber schon vorher Social Distancing aus ganz anderen Gründen. Manche Menschen halten wenig physischen Kontakt zu anderen, worunter ihre Angehörigen, Partner und Freunde sehr leiden. Social Distancing führt unweigerlich zu sozialer Isolation, weil Menschen auch den physischen Kontakt miteinander benötigen. Es genügt nicht, dass sie sich am Bildschirm begegnen: Sie müssen sich auch berühren und umarmen können. Nicht umsonst galt in unserer europäischen Kultur bis 2019 der Handschlag als wichtigstes Begrüßungssymbol. In vielen südeuropäischen Ländern gehört dazu auch noch das (mehrfache) Wangenküsschen. Wenn diese Kontakte nun per Social Distancing unterbunden werden, kann das manchen Menschen durchaus die Tränen in die Augen treiben. Dies wollte wohl Michael Patrick Kelly mit seinen blurry eyes andeuten.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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