Warum schnurren Katzen? Erklärung

Warum schnurren Katzen, Erklärung


Das Schnurren der Katze ist ein Laut, den die Tiere nicht grundlos von sich geben. Allgemein betrachtet gibt es nicht nur einen Grund, warum Katzen schnurren. Da gleich mehrere Zwecke hinter dem Phänomen des Schnurrens stecken können, gilt es, diese zu unterscheiden. Das sanfte, leise Schnurren könnte laut Katzenexperten durchaus auch zur Stärkung von Knochen und Muskeln dienen. Mit Sicherheit jedoch erfüllt das Schnurren auch Kommunikationszwecke (soziale Signale).

Katzen und Schnurren: Eine Samtpfote schnurrt in den unterschiedlichsten Gefühlszuständen

Interessant ist hierbei die Beobachtung, dass Katzen, die sich in einer aggressiven Grundstimmung befinden, überhaupt nie schnurren. Das bedeutet: Katzen schnurren vorwiegend dann, wenn sie besänftigend wirken möchten (Nachwuchs) oder wenn sie zufrieden sind und sich in ihrer Haut rundum wohlfühlen. Es gibt diesbezüglich aber auch eindeutige Gegenargumente. So konnte unlängst wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass allen voran einsame Katzen sowohl beim Schmerzempfinden als auch in bedrohlicher Lage (Angstzustand) zu schnurren pflegen. Im Folgenden werden einige Gründe aufgezeigt, um dem Phänomen des Katzenschnurrens einen Schritt näher zu kommen.

Katzen: Hat das Schnurren womöglich einen Heilungseffekt?

Katzenfreunde kennen das Schnurren ihres Haustieres nur zu gut. Für die Katze ist das Schnurren anatomisch aufwendig. Katzenpsychologen gehen deshalb davon aus, dass das Schnurren als autosuggestive Belohnung angesehen werden kann. Das Schnurren hat somit einen beruhigenden Einfluss. Darum wird vermutet, das Schnurren der Katze bewirke einen Mechanismus der Selbstheilung der Knochen. Der Heilungseffekt des Schnurrens bei den Vierbeinern kann mit Sport verglichen werden. Dieser Idee liegt die Auffassung zugrunde, dass durch das Schnurren mechanische Reize im Skelett produziert bzw. ausgelöst werden. Das führt zur Ankurbelung des Knochenstoffwechsels. Auf diese Weise entstehen neue Knochenbildungszellen. Das Gewebe wird also immerzu von Neuem repariert.

Ein Ausdruck des Wohlbefindens und der Behaglichkeit

Viele Stubentiger schnurren beim Spielen oder im Halbschlaf und wenn sie vom Menschen gestreichelt werden. Durch diesen sanften Laut drückt die Samtpfote Entspannung aus. Im Gegensatz zum Miauen, was die Tiere nur in Beziehung mit dem Menschen praktizieren, schnurren Katzen immer. Dieser Laut begleitet die Katze ihr ganzes Leben lang. Doch permanentes Schnurren kann auch als Zeichen des Unwohlseins oder eines Stressgefühls verstanden werden.

Den Großteil des Tages verschlafen die Katzen. Die Jäger sorgen durch die Dauervibration (Schnurren) dafür, dass ihre Muskeln und Knochen beweglich und fit bleiben. Durch das Schnurren signalisieren die Katzen ihrer Umgebung auch, dass alles in Ordnung ist. Die Behaglichkeit wird durch das Schnurren vermittelt. Das entspricht somit auch einer körperlichen Heilung auf psychologischer Ebene.

Die sozial-kommunikative Funktion des Schnurrens bei Katzen

Schnurren ist mit Sicherheit ein weitaus komplexeres Phänomen, als man bislang zu vermuten wagte. Laut Verhaltensforschern ist der Laut jedoch nicht nur ein bewährtes Kommunikationsmittel innerhalb der Art. Von klein auf sind Hauskatzen von gleichartigen Wesen und Menschen umgeben. Der evolutionstechnische Laut hat sich dabei durchaus als dienlich erwiesen. Denn das Schnurren führte auch zum erwünschten Bonding zwischen Menschen und Tier. Denn der andauernde, sanfte Laut hat auch auf den Zweibeiner eine beruhigende Wirkung. Dieser Effekt sollte bei der Bezugsperson der Katze (zum Wohl des Stubentigers) jedoch nicht dazu führen, bei jeder Schnurrsession sofort den Dosenöffnerknecht oder den Streichelsklaven zu geben.

Heißt Schnurren unter Umständen auch nur: „Will Fressen haben“?

Haustiere auf vier Beinen sind generell sehr gut in der Lage, dem Verantwortlichen (Herrchen/Frauchen) zu vermitteln, wenn sie etwas zu fressen haben wollen. Neben dem fast schon aufdringlichen Umherschweifen der Katze können auch Schnurrgeräusche ein klares Indiz dafür sein, dass sie der Hunger plagt. Oftmals kombinieren Katzen das normale Schnurren auch mit einem etwas deutlich klingenderen Miauen. Bei Neugeborenen kann das Schnurren der Katzenmutter durchaus auch als eine Art Wiegenlied deklariert werden. Hier fördert der sanfte, beruhigende Laut eine starke Bindung zwischen der Mutter und ihren Babys.

Kann das Schnurren als Angsttöter oder gar als eine Art Gottesanbetung gedeutet werden?

Das Schnurren der Katze kann als eine Form der Selbstregulierung begriffen werden. Mittels des Schnurrens ist die Katze in der Position, sich selbst zu beruhigen. Das Brummen mancher Miezen beim verhassten Tierarzt ist der Beweis dafür. Die Katze fürchtet sich in dem klinischen Ambiente und fängt sogleich an zu brummen. Das Schnurren ist dem Stubentiger somit nützlich, um innerlich so weit wie nur möglich ruhig zu werden.

Katzen haben während der Menschheitsgeschichte viele Positionen eingenommen. Im Altertum und im Mittelalter ebenso wie in der Neuzeit und in der heutigen Zeit. In den alpinen Bergdörfern sieht man Hauskatzen nicht selten ganz nah am Holzofenkessel schlummern. Das Schurren der Hauskatzen wurde und wird noch heute von den christlich geprägten Gebirgsleuten gerne als „Beten“ bezeichnet. Ihrer Auffassung nach treten die schnurrenden Katzen auf diese Weise direkt mit der metaphysischen Macht in Verbindung. Egal, was man davon auch halten mag, mit Sicherheit hat das Phänomen des Schnurrens bei der Katze etwas Meditatives bzw. Kontemplatives an sich.

Katzen und Schnurren: Kuscheltime ist angesagt!

Besonders eine anhängliche Katze bedarf vieler Streicheleinheiten. Das Schnurrgeräusch dient nicht selten dazu, dem zweibeinigen Freund verständlich zu machen: Kuschelzeit ist angesagt. Am perfekten Kuschelplatz zur rechten Stunde können es sich Mensch und Mieze gemütlich machen. Das Schnurren hat zum erwünschten Ziel geführt. Pragmatismus also, wie er im Lehrbuch geschrieben steht. Ein Katzenliebhaber weiß das Schnurren seines Vierbeiners in der Regel zu deuten und richtig einzuschätzen.

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