Warum sagt man „Nach Adam Riese“? Woher kommt die Redewendung? Herkunft, Bedeutung, Erklärung

Warum sagt man Nach Adam Riese, Woher kommt die Redewendung, Herkunft, Bedeutung, Erklärung


Noch heute ist die Redewendung „nach Adam Riese“ und somit auch der Name Adam Ries überall bekannt, doch was bedeutet diese genau?

Die Redewendung „nach Adam Riese“: Herkunft, Bedeutung, Erklärung

Bis heute kennt jedes Kind die Redewendung „nach Adam Riese“, doch was bedeutet sie genau? Diese Redewendung unterstreicht die Richtigkeit eines Rechenergebnisses.

Geläufig war sie bereits im 18. Jahrhundert, als Abraham Gotthelf Kästner im Jahr 1796 in seinem Buch „Geschichte der Mathematik“ schrieb: „Nach Adam Riese, ist lange Zeit Versicherung der Wahrheit einer Rechnung gewesen, wie bei den Kennern der Geometrie, Q. E. D.“

Georg Friedrich Götz verfasste im Jahr 1785 folgendes: „Sprüchwort, das nicht allein in Schwaben, sondern auch in unsern Gegenden bekannt ist: Nach Adam Riesens Rechenbuch. (…) Er war ein Deutscher, lebte in Annaberg und seine Exempel waren so künstlich und sinnreich, daß man damals den für den vollkommensten Rechner hielt, der alles auflösen konnte, was in Adam Riesens Buch stand.“

Wer ist dieser Adam Riese?

Adam Ries, auch bekannt als Adam Riese, wurde zwischen 1492 und 1493 in Staffelstein des Fürstbistums Bamberg geboren und galt als der deutsche Rechenmeister des 16. Jahrhunderts. Seine Bekanntheit erlangte er durch das von ihm verfasste Lehrbuch „Rechnung auff der linihen“. Dieses Lehrbuch wurde mindestens 120 Mal bis ins 17. Jahrhundert aufgelegt. Bei dem letzten „e“ von Riese handelt es sich um ein Relikt seiner Zeit. In dieser Zeit wurden Namen noch dekliniert.

Der Begriff „Linien“, welcher sich im Titel des Lehrbuches wiederfindet, bezieht sich auf ein bestimmtes Rechenhilfsmittel, der sogenannte Abakus. Ein Abakus besteht aus einem Rahmen, welcher aufgereihte Kugeln aufweist. Zudem lassen sich die Kugeln hin und her schieben. Adam Ries schrieb dieses Lehrbuch ganz bewusst nicht in der lateinischen Sprache, sondern auf Deutsch. So war es auch dem einfachen Volk möglich, dieses Lehrbuch zu lesen. Des Weiteren erlangte er auf diese Weise einen größeren Leserkreis und trug gleichzeitig zu Vereinheitlichung der deutschen Sprache bei. Der Grundgedanke des Rechenmeisters war damals der, dass sich die Bürger nicht von reichen Kaufleuten über das Ohr hauen lassen. Um dies zu verstärken ersetze Adam Ries die bekannten und gängigen römischen Zahlen durch die arabischen Zahlen mit dem Dezimalsystem, welcher zum Rechnen besser geeignet waren.

Künftig stand der Name Adam Ries für logische sowie einfache und unkomplizierte Erklärungen.

Als „Vater des modernen Rechnens“ gilt Adam Ries noch heute, denn seine Werke haben maßgeblich dazu beigetragen und waren ausschlaggebend dafür, dass die bis dahin gängige römische Zahlendarstellung als unhandlich erkannt wurde. Aufgrund dessen wurde sie weitestgehend durch die indisch-arabischen Zahlzeichen mit Dezimalsystem ersetzt. Neben Adam Ries selbst, verfassten auch seine Kinder sowie Enkelkinder, Rechenlehrbücher, welche es möglich machten, dass der Name Ries’ bis ins 18. Jahrhundert wirkte. Insgesamt verfasste Adam Ries drei Rechenlehrbücher, sowohl für den Unterricht an Rechenschulen als auch für die Ausbildung von Handwerkern und Kaufleuten. 1518 erschien das Buch „Rechnung auff der linihen“, darauffolgte im Jahr 1522 das Lehrbuch „Rechnung auff der linihen und federn…“ sowie im Jahr 1550 das Lehrbuch „Rechnung nach der lenge / auff den linihen und federn…“.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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