Warum sagt man „hundemüde“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Warum sagt man hundemüde, Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Hund gilt weitläufig als der beste Freund des Menschen. Er ist anhänglich und über die Maße treu. Hunde erfreuen sich fast überall auf der Welt großer Beliebtheit und werden in der Regel mit positiven Attributen verbunden. In Sagen, Mythen und ganz weitläufig in der Literatur nimmt der Hund oft die Rolle des Beschützers und Hüters ein. Vollständig negative Darstellungen sind eher selten und so hat es der Hund geschafft, in unseren täglichen Sprachgebrauch Einzug zu halten. Im gern verwendeten Ausdruck „hundemüde“ verstärkt der Hund die Müdigkeit. Das Wort Hund wird als Präfix verwendet und gibt die Information, dass jemand mehr als nur müde ist. Doch wo ist die Verbindung zwischen Schlafmangel und Haustier?

Bedeutung und Wortherkunft: Hundemüde

Verwendet wird der Ausdruck für einen körperlichen Zustand, der nahe an der völligen Erschöpfung ist. Hundemüde bezeichnet eine Situation, in der jemand kaum noch die Augen offenhalten kann und im Grunde handlungsunfähig ist. Das Schlafbedürfnis ist so groß, dass der Wunsch, die üblichen Ruhestunden in der Nacht auszudehnen, bis der Körper seine Energiespeicher voll aufgefüllt hat. Eine Person, die sich selbst als hundemüde bezeichnet, äußert damit das Verlangen, sich sofort hinzulegen und zu schlafen. Hundemüde ist ein Adjektiv und kann in hundsmüde abgewandelt werden.

Hund und Mensch

Nach heutigem Wissenstand ist der Hund das älteste Haustier der Menschen. Nicht immer als treuer Begleiter, doch schon früh hat sich die wild lebende Form des Hundes den Menschen angeschlossen. Die Beziehung war zu Beginn wahrscheinlich zweckmäßig, aber gemeinschaftlich. Der Mensch ist ein guter Beobachter und hat wahrgenommen, dass Hunde nach der Jagd völlig erschöpft einschlafen. Ein Vorgang, der in Sekunden beendet ist und der auch bei heutigen Haustieren in den gleichen Phasen abläuft. Der Hund ist müde, er legt sich hin, schließt die Augen und döst sofort ein. Diese Ruhephasen gönnen sich Hunde über lange Zeiträume am Tag. Es gibt Tiere, die sich bis zu 18 Stunden täglich zwischen Dösen und Tiefschlaf befinden. Hunde benötigen diese Auszeiten, um ihre Energiereserven aufzufüllen. In jedem Hund steckt noch das Erbe der Vorfahren, das verlangt, dass der Hund ausreichend Kräfte zur Verfügung stellen muss, wenn die Jagd beginnt.

Ein Ausflug in die Märchenwelt: hundemüde

Die Herkunft des Spruchs „Ich bin hundemüde“ liegt wahrscheinlich im Mittelalter. Historiker sehen hier den Beginn der engeren Beziehung zwischen Hund und Mensch. Eine eindeutige Zuordnung in eine geschichtliche Epoche ist jedoch spekulativ.

Einige Historiker vermuten den Ursprung im angelsächsischen Sprachgebrauch und sehen hinter dem Sprichwort eine erzählende Geschichte. Der König Alfred der Große hatte zwei Söhne. Edwin und Athelbrod wurden von ihrem Vater regelmäßig zur Jagd ausgesandt, um die Kräfte beider zu messen. Die Jagd war eine Hundejagd und der Sohn, dem es gelang, mehr Hunde am Tag zu fangen, durfte beim Abendmahl den rechten Platz an der Seite des Vaters einnehmen. Die Söhne kämpften verbissen um diese Ehre. Edwin und Athelbrod Jagden die Hunde bis zur Erschöpfung. Am Abend kehrten beide „hundemüde“ zurück. Der Ausdruck wurde zum geflügelten Wort im Königreich. Mit dem Wandel im Königshaus geriet der Begriff in Vergessenheit. Im englischen Sprachgebrauch gibt es den Begriff dog-tired, der hier jedoch nicht so geläufig ist.

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