Warum sagt man „Jänner“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Warum sagt man Jänner, Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Jänner oder Januar ist der erste Monat im Jahr, wobei dieser Monat nach Janus, einem römischen Gott, benannt ist. Janus wird auch als Gott des Endes und des Anfangs bezeichnet. Er verfügt über zwei Gesichter, mit denen er sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit blicken kann. Er steht auch für die Dualität in Licht und Dunkelheit, Leben und Tod bzw. Schöpfung und Zerstörung.

Was bedeutet „Jänner“? Bedeutung, Erklärung, Definition, Wortherkunft

Janus zählt zu den ältesten römischen Göttern und gilt auch als Beschützer der Durchgänge, der Häuserschwellen sowie des Morgens. Zudem ist er auch für neue Ereignisse und neue Zyklen verantwortlich. Als Gott der Passagen bildete man ihn auch auf zahlreichen Tempeln und Bögen ab, wobei man diese heiligen Orte erst dann öffnete, als die Römer in den Krieg zogen. Auch der Terminus „janusköpfig“ stammt vom Gott Janus, und steht für etwas, das zwei verschiedene Seiten hat.

Der Name „Janus“ zählt zur selben Wortfamilie wie „ianua“, was im Lateinischen für Tür steht, als „ianus“ bezeichnet man einen Durchgang, der gewölbt und unverschlossen ist. Alle Kalenderdaten, die einen Anfang symbolisieren, wurden ihm gewidmet, dem römischen Kalender nach wurde am 9. Jänner auch das Agonium, das Hochfest des Janus, gefeiert. Als bedeutendstes Heiligtum des Gottes gilt der Janustempel, der auf dem Forum Romanum zu finden ist. Der Janusbogen in Rom stellt hingegen kein Heiligtum zu Ehren von Janus dar, sondern ist ein säkulares Bauwerk, das man irrtümlich in der Renaissance als Janustempel deutete.

Zur Geschichte des Jänners

Laut Überlieferungen führte König Numa Pompilius den Jänner um etwa 700 v. Chr. ein. Damals war er aber der elfte Monat im Jahr und hatte auch nur 29 Tage. Um etwa 450. v. Chr. verlegte man den Jahresbeginn dann auf den ersten Jänner. Als der Julianische Kalender eingeführt wurde, verlängerte man den Jänner auch auf die noch heute üblichen 31 Tage.

Symbol für Neuanfang

Der Jänner ist ein äußerst bedeutsamer Monat, denn er steht symbolisch für den Neuanfang bzw. das neue Jahr. Auch die alten Namen verraten einiges über die Qualität des Jänners, denn er wurde auch „Eismond“, „Schneemond“, „Hartmond“ oder „Hartung“ genannt, da er der „härteste“ Monat im Jahr ist. Da er sehr viel Schnee und Eis bringt, wird er meistens auch als der kälteste Monat angesehen. Dieser Schnee ist jedoch notwendig, um die Samenkörner zu schützen. In Osteuropa bezeichnete man den Jänner auch häufig als „Wolfsmonat“, da die Wölfe zu diesem Zeitpunkt ihre Paarungszeit haben und man sie daher auch viel leichter jagen konnte.

Bräuche und Mythen: Jänner bis Dezember

Wie der Dezember hat auch der Jänner eine mystische Qualität, wobei der wichtigste Tag in diesem Monat der 6. Jänner ist. An diesem Tag enden die sogenannten Raunächte und die Göttin Perchta breitet noch einmal ihren Segen über das Land aus. In vielen Regionen aß man am 6. Jänner Mohnnudeln oder legte sie als Gabe für die Kinderseelen, die vorbeizogen, aufs Dach. Darüber hinaus ist der 6. Jänner auch als Dreikönigstag bekannt, man erinnert sich damit an die drei Könige aus dem Morgenland, die dem Christuskind Geschenke brachten.

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