Was sind Microtransactions?

Als „Microtransactions“ werden käuflich erwerbbare virtuelle Gegenstände in Computer-, Konsolen- oder App-Games bezeichnet. Diese virtuellen Gegenstände kann der Spieler nach dem Kauf oder der Installation des Spiels erwerben.

Microtransactions beginnen ab 0,01 Euro und können bis zu 5,00 Euro kosten. Ab einem Beitrag über 5 Euro wird in der Regel von Macrotransactions gesprochen.

Der Begriff „Microtransaction“ setzt sich aus den Worten „Micro“ und „Transaction“ zusammen. „Micro“ bedeutet Mikro, also etwas sehr kleines. „Transaction“ wird mit „Transaktion“ übersetzt und bezeichnet ein Geschäft – also den Erwerb von etwas gegen Geld.

Das Wort „Microtransaction“ wird auch als „MTX“ abgekürzt.

Apple und Google behalten 30 Prozent der durch Microtransactions in Apps erwirtschafteten Umsätze ein. Steam bietet Entwicklern durch das Steamworks SDK Unterstützung an, Microtransactions in Spielen zu implementieren.

Was sind Microtransactions?

Es gibt zwei Hauptkategorien der Microtransactions:

  1. Kosmetische Gegenstände
  2. Gegenstände, die den Spielverlauf beeinflußen

Kosmetische Gegenstände nehmen keinen Einfluß auf den Spielverlauf. Sie sorgen dafür, dass der Spieler mehr Möglichkeiten erhält, um seinen Avatar optisch zu gestalten und sich so von anderen Spieler, die keine Gegenstände gekauft haben, zu unterscheiden.
Dies können z.B. Kleidungsgegenstände, Waffen- und Rüstungsdesign, sowie neue Charaktere sein.

Gegenstände, die den Spielverlauf beeinflußen, sorgen dafür, dass Spieler sich Vorteile erkaufen können, um im Spiel schneller voranzukommen. Dies kann dazu führen, dass „Pay-to-Win“-Situationen entstehen. Diese Situationen bedeuten, dass ohne den Einsatz von realen Geld das Spiel nicht mehr gewonnen werden kann. („Pay-to-Win“, auch „Pay2Win“, bedeutet übersetzt: „Bezahl, umzu gewinnen“.)

Mit diesen Gegenstände kommt der Spieler schneller im Spiel voran. Dies können z.B. mehr Ressourcen, bessere Waffen oder stärke Rüstungen sein. Damit erhält er einen Vorteil gegenüber Spielern, die kein Geld investieren.

Wie werden Microtransactions bezahlt?

Microtransactions werden in der Regel auf zwei Wegen bezahlt: a) durch echtes Geld oder b) durch eine Währung im Spiel.

Spieler können also direkt mit ihrem Geld (Dollar, Euro,…) bezahlen oder sie können mit ihrem echten Geld eine In-Game Währung erwerben und diese verwenden, um Lootboxen oder ähnliches zu kaufen.

Wo werden Microtransactions eingesetzt?

In kostenlosen Spielen und Apps werden in der Regel Microtransactions eingesetzt. Sie sollen dafür sorgen, dass Spieler Geld investieren, um im Spiel voranzukommen. Dafür haben die Entwickler Barrieren eingebaut, wie z.B. Energie, die sich aufbraucht und Sammel-Aufgaben, vor deren Abschluß das Spiel nicht fortgesetzt werden kann.

Die kostenlosen Spiele werden auch als „Free-to-Play“ und „Freemium“ bezeichnet. „Free-to-Play“ bedeutet, dass die Spieler für 0 Euro installieren und spielen darf. „Freemium“ beinhaltet auch die kostenlose Installation  und weitere Features, die der Spieler dazu kaufen kann.
Ziel dieser Modelle ist es, Spieler zu gewinnen, die das Spiel – erst einmal ohne Geld auszugeben – spielen. Möchten diese vordere Plätze belegen, so führt meist kein Weg an erhöhtem Zeit- oder Geldeinsatz vorbei.

Die Spieler können die Microtransactions in eigens dafür angelegten virtuellen Geschäften (auch Stores genannt) kaufen.

Star Wars: Battlefront 2 Kontroverse

In einem Reddit-Kommentar entlud sich der Unmut der Community zu den Microtransactions. Eine Spieler kaufte das Spiel „Star Wars: Battlefront 2“ für 80 Dollar und bemerkte, dass er nicht als Darth Vader spielen konnte. Das Spiel verlangte von ihm Darth Vader freizuspielen oder dafür zu zahlen, um mit Darth Vader zu spielen.

EA reagierte auf den Kommentar. Die Antwort EAs erhielt 673.000 negative Bewertungen und damit einer der schlechtbewertesten Reddit-Kommentare.

EA erklärte, dass Darth Vader freigespielt werden müssen, damit diese Errungenschaft den Spieler stolz machen sollte. Jedoch kritisierten die Spieler, dass dieses Freispielen nur durch sich wiederholende langweilige Aufgaben möglich sei und das geschätzt 40 Stunden dafür verwendet werden müssten.

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Beispiele: Spiele, die mit Microtransactions arbeiten

In World of Warcraft können Spieler Tiere und Reittiere gegen echtes Geld kaufen.

Als „Call of Duty: Modern Warfare“ veröffentlicht wurde, enthielt es keine Microtransactions. Jedoch wurde das Spiel überarbeitet und mit einem Microtransactions-System versehen.

Im Spiel „NBA 2k18“ können Spieler Frisuren und die Möglichkeit Bälle korrekt zu werfen, gegen Geld kaufen.

Für die Spiele „The Elders Scrolls: Skyrim“ und „Fallout 4“ veröffentlichte der Entwickler Bethesda die Möglichkeit Spielerweiterungen gegen Geld herunterzuladen. Diese Möglichkeit wurde „Creation Club“ genannt.

Solitär auf Windows 10 ist ein Beispiel für Microtransactions. Spieler müssen eine 30sekündige Werbung während oder ovr einem Spiel anschauen. Sie können aber auch 1,49 Dollar für einen Monat oder 10 Dollar für ein Jahr ohne Werbeeinblendungen zahlen.

Beispiel: Lootboxen (Loot Boxes)

Lootboxen sind virtuelle Kisten, die verschiedene zufällige virtuelle Gegenstände beinhalten. Der Spieler erhält diese Lootboxen teils kostenlosen, kann sie aber kostenpflichtig erwerben.

Lootboxen geben dem Spieler nicht unbedingt die virtuellen Gegenstände, die er sich wünscht. Dies kann dazu führen, dass der Spieler weitere Lootboxen öffnen möchte, um seinen gewünschten Gegenstand zu erhalten.

Das Wort Lootbox setzt sich aus dem englischen Wort „Loot“ und „Box“ zusammen. „Loot“ bedeutet „Beute“. „Box“ kann einfach mit „Kiste“ übersetzt werden. „Lootboxen“ sind also „Beutekisten“ – ähnlich den Schatzkisten, die Piraten rauben.

Aktuell herrscht eine Diskussion darüber, ob Lootboxen als Glücksspiel betrachtet werden sollten.

Lootboxen werden auch „Prize Crates“ oder „Loot Crates“ genannt.

Beispiel: DLC – Downloadable Content

Eine weitere Form der Microtransaction sind „DLCs“. „DLC“ ist die Abkürzung für „Downloadable Content“ und bezeichnet Spielerweiterungen, die gegen Geld gekauft und dann heruntergeladen werden können. Dies können z.B. neue Charaktere, Karten oder Waffen sein. Auch fallen kostenpflichtige Spielüberarbeitungen unter den Begriff DLC.

DLCs sind meist günstiger als das Hauptspiel.

Die Preise für DLC variieren von 0 Euro bis 20 Euro.

DLCs werden dafür kritisiert, dass sie Entwickler motivieren, Inhalte aus dem Spiel herauszulassen. Wenige Wochen nach Spielrelease werden diese dann kostenpflichtig den Spielern anzubieten.

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