Hodencovid: Auswirkungen von Covid-19 auf männliche Fortpflanzungsfähigkeit / Impotenz


Das Corona-Virus hat sich in den letzten Monaten zu einer Pandemie ausgeweitet, wobei die Betroffenen unter grippeähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber, Husten und Kurzatmigkeit leiden. Bei einem schweren Verlauf kann es zudem zu einer Lungenentzündung kommen. Studien zeigen, dass vor allem Personen, deren Immunsystem bereits geschwächt ist, durch das Virus besonders gefährdet sind, viele leiden an Vorerkrankungen wie beispielsweise der Hirngefäße oder des Herz-Kreislauf-Systems. Neuen Daten zufolge betrifft die Erkrankung außerdem mehr Männer als Frauen, was daran liegen könnte, dass Frauen über ein besseres Immunsystem verfügen.

Hodencovid: Auswirkungen von Covid-19 auf männliche Fortpflanzungsfähigkeit / Fruchtbarkeit

Seit Beginn der Corona-Pandemie erschienen aber auch verschiedene Veröffentlichungen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, ob Sars-CoV-2 zu Unfruchtbarkeit führen könnte. Der Grund dafür ist der Rezeptor ACE2, der in den Schleimhäuten der Atemwege sowie auch in der Niere und in den Hoden zu finden ist. Um die Zellen zu erreichen, bindet sich das Virus an diesen Rezeptor.

In den Hoden wird das Virus sowohl von den Vorläuferzellen der Spermien als auch von drei weiteren Zelltypen getragen, die zur Reifung der Spermien beitragen. Prinzipiell kann es also zu einem Befall dieser Gewebe durch Sars-CoV-2 kommen bzw. dort Schäden anrichten. Bislang gibt es allerdings noch keine gesicherten Beweise dafür. Bereits im Jahr 2003 wurden aber Hodenentzündungen, die durch eine Infektion mit dem Sars-Virus ausgelöst worden waren, diagnostiziert. Sechs Personen, die auch an Sars verstarben, zeigten dabei erhebliche Schädigungen, die vor allem durch eine Immunreaktion ausgelöst wurden.

Hodencovid: Macht das Coronavirus impotent?

Darüber hinaus gibt es auch eine Studie, in der 20 Prozent der Corona-Infizierten über Beschwerden im Genitalbereich klagten. Fachleute von der Universitätsklinik in Düsseldorf bestätigten zudem eine schlechtere Spermaqualität bei Covid-19-Patienten mit einem moderat schweren Verlauf. Insgesamt hatten sie auch weniger Spermien und der Anteil der beweglichen Spermien war ebenfalls geringer. Keine Untersuchungen gibt es natürlich bisher dazu, ob von Covid-19-Patienten langfristig auch weniger Kinder gezeugt werden.

Eine weitere Studie wurde auch an zwei Universitäten aus den USA und Deutschland durchgeführt. Diese fanden ebenfalls heraus, dass die Hoden für eine Coronavirus-Infektion einen Hotspot darstellen. Die Untersuchung fand in Zusammenarbeit zwischen der US-Universität Cornell bzw. dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)statt, wobei die Beteiligten zum Entschluss kamen, dass Sars-CoV-2 nicht nur die Atemwege befallen, sondern auch viele andere Organe schädigen kann. Im Zuge der Studie wurden insgesamt 28 Gene ermittelt, die dem Corona-Virus vorwiegend als Rezeptor bzw. als Eintrittspforte in den Organismus dienen. Die potentiellen Hotspots des Körpers sind dabei vor allem durch eine gemeinsame Expression von TMPRSS2 bzw. ACE2 gekennzeichnet, wobei TMPRSS2 ein Enzym ist, das gemeinsam mit ACE2 daran beteiligt ist, dass das Virus in die Zellen eintreten kann. Außerdem konnten die Wissenschaftler andere zelluläre Faktoren identifizieren, die ebenfalls dazu beitragen können, dass das Virus in das zentrale Nervensystem, Herz und Lunge gelangt. Auch wenn das Virus zunächst eine Infektion im Atemwegssystem auslöst, so ist es wichtig, dass man vorhersagen kann, wohin es in weiterer Folge gelangen könnte, da dies dabei helfen kann, auch eine entsprechende Therapie zu entwickeln.

Wer feststellen will, ob die Fortpflanzungsfähigkeit nach einer Coronavirus-Infektion nach wie vor gegeben ist, sollte am besten seine Spermienqualität bzw. seinen Hormonspiegel untersuchen lassen.

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