Alarmismus, Panikmache: Definition, Bedeutung, Erklärung, Beispiele

Panikmache, Alarmismus, was ist das, Bedeutung, Definition, Erklärung


Von Alarmismus und Panikmache wird gesprochen, wenn Sachverhalte, Ereignisse oder Probleme (medial) spannender, gefährlicher oder wichtiger dargestellt werden, als sie eigentlich sind.

Alarmismus und Panikmache werden als Vorwurf an die Medien verwendet, wenn ein Sprecher oder eine Sprecherin glaubt, dass diese Angst und Panik schüren in dem sie Sachverhalte übertrieben gefährlich darstellen.

Was ist Alarmismus / Panikmache? Bedeutung, Definition

Wenn etwas als „Panikmache“ bezeichnet wird oder über eine Meldung gesagt wird, dass diese „Alarmismus“ sei, so drückt ein Sprecher damit seine kritische Haltung aus. Ein Sprecher gibt mit der Wertung „Panikmache“ oder „Alarmismus“ zu verstehen, dass er (oder sie) glaubt, dass eine Sache nicht so wichtig, gefährlich oder spannend ist, wie sie dargestellt wird. Ferner gibt ein Sprecher zu verstehen, dass er (oder sie) die damit verbundenen Ängste und Warnungen nicht teilt, sowie dass er oder sie nicht in Panik verfällt. Außerdem kann der Vorwurf „Panikmache“ oder „Alarmismus“ als Totschlagargument verwendet werden, um eine sachliche Diskussion zu verhindern oder zu beenden.

Als Panikmache wird allgemein der Versuch bezeichnet, Panikstimmung heraufzubeschwören.

Die Ausdrücke „Alarmismus“ und „Panikmache“ werden wertend in der Sprache verwendet. Ein Sprecher gibt damit folgendes zu verstehen:

  • Gefahren und Bedrohungen werden übertrieben dargestellt. (Beispiel: Untergangsszenarieren werden verbreitet.)
  • Gefahren werden überinterpretiert und überhöht.
  • Eine Situation wird übertrieben dargestellt.
  • Eine Situation wird dramatisiert.
  • Etwas wird aufgebauscht.
  • Negative Aspekte oder negative Informationen werden überbetont.
  • Der mögliche Ausgang einer Sache wird stark negativ oder einseitig negativ dargestellt.
  • Ein Sachverhalt wird emotionalisiert und dramatisiert.
  • Sachverhalte werden reißerisch und übertrieben dargestellt. Stichwort: Clickbait
  • Bestimmte Ängste kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.
  • Bestimmte Empfehlungen oder Warnungen kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.

Ob eine Bedrohung real ist oder nicht, spielt keine Rolle, wenn diese alarmistisch und übertrieben dargestellt wird.

Synonyme für Panikmache und Alarmismus sind: Angstmacherei, Angst machen, Katastrophisierung (Katastrophisieren)

Gegenteil von Panikmache und Alarmismus

Das Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Sachlichkeit und Vernunft. Informationen werden sachlich und ruhig veröffentlicht und verbreitet.

Ein weiteres Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Verharmlosung und Beschönigung. Wenn etwas verharmlost wird, so werden Gefahren, Risiken oder Probleme beschönigt, kleingeredet oder ignoriert.

Weitere Gegenteile von Panikmache und Alarmismus sind: Sich Sorgen und Vorsorge treffen.

Wozu Panikmache und Alarmismus führen

Alarmismus und Panikmache führen zu Angst und Verunsicherung. Dies macht einen Menschen empfänglich für Botschaften, kann aber auch unvernünftiges Verhalten hervorrufen. (Bsp.: Panikkäufe, Hamsterkäufe)

Alarmismus und Panikmache können als Kommunikationstechnik eingesetzt werden, um eine Botschaft zu verbreiten oder Menschen zu bestimmten Verhalten zu bewegen. Etwas übertrieben darzustellen, sorgt dafür, dass die Information viele Menschen erreicht.

Alarmismus und Panikmache können aber auch von Staaten verwendet werden, um Freiheitsrechte einzuschränken und mehr Überwachung zu etablieren.

Wird zu viel Alarmismus oder Panikmache als Kommunikationstechnik eingesetzt, so führt dies zum gegenteiligen Effekt. Anstatt Aufmerksamkeit für die verbreitete Botschaft zu gewinnen, beginnen Rezipienten damit die Botschaft anzuzweifeln oder in ihr Gegenteil zu verkehren.

Wie Panikmache und Alarmismus betrieben werden

Panikmache und Alarmismus entstehen auf verschiedenen Wegen:

Mit falschen Statistiken oder falsch interpretierten Statistiken kann Panikmache (oder Verharmlosung) betrieben werden. Dies geschieht z.B., wenn die absolute Zahlen statt relative Zahlen betrachtet werden. Relative Zahlen sind z.B. Betroffene Personen pro 100.000 Einwohner.

Falsche Vergleiche können auch zur Panikmache verwendet werden. Diese Vergleiche können etwas als übertrieben gefährlich oder untertrieben harmlos darstellen. („Größte Herausforderung seit …“)

Informationen werden bewusst ausgelassen oder verkürzt. Komplexe Sachverhalte werden vereinfacht dargestellt.

Bei Panikmache wird kommuniziert, dass jeder betroffen ist oder betroffen sein kann. Jedoch sind nie alle Menschen gleich schlimm von etwas betroffen. (Pareto-Prinzip.) (Es gilt, dass die Menschheit nicht untergehen wird und die Wirtschaft wird auch nicht zusammenbrechen. Vielmehr finden hier Transformationsprozesse statt und die sind mit Veränderungen verbunden. Da Menschen in ihrer Komfortzone bleiben wollen, wird jede Veränderung anfangs ignoriert bis bekämpft.)

Gegenmittel gegen Panikmache und Alarmismus

Das erste und beste Gegenmittel ist Ruhe bewahren. Hier passt der deutsche Spruch „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ sehr gut.

Wenn Sie glauben, dass etwas Panikmache oder Alarmismus ist, haben sie verschiedene Ansatzpunkte wie sie damit umgehen können:

  • Recherchieren Sie zusätzliche Informationen.
  • Hinterfragen Sie Statistiken. Betreiben Sie Quellenkritik.
  • Wenn ein Sachverhalt angeblich nur negativ dargestellt wird, versuchen sie positive Aspekte zu finden.
  • Wenn ein Sachverhalt übertrieben dargestellt wird, recherchieren sie eine sachliche Darstellung.
  • Fragen Sie sich, wer davon profitiert, wenn Sie Angst haben.
  • Fragen Sie sich, wer von der Panikmache profitiert.
  • Überprüfen Sie Wahrscheinlichkeiten.

Weitere Techniken, um Verunsicherung und Angst abzubauen, sind:

  • Erinnern Sie sich daran, wie gut es Ihnen geht. (Haben Sie ein Dach über dem Kopf? Geht es Ihnen gesundheitlich gut? Geht es Ihren Lieben gut?)
  • Erforschen Sie ihre Angst. Machen Sie sie konkret. Was soll genau passieren? Wie wahrscheinlich ist das?
  • Machen Sie sich klar, dass ein Großteil der Bevölkerung vermutlich nicht betroffen ist. Meist ist nur ein kleiner Teil betroffen.

Weitere Bedeutung von Panikmache

„Panikmache: Wie wir vor lauter Angst unser Leben verpassen“ ist ein Buch von Jörg Schindler. Es erschien 2016.

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