+70 schwer zu lesende deutsche Worte / Wörter mit ungünstiger Silbentrennung (Liste)

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Es gibt in der deutschen Sprache Worte mit denen sogar Muttersprachler Probleme haben. Diese Worte haben meist eine ungünstige Silbentrennung, was zu interessanten und sehr unterhaltsamen Ergebnissen führt. Hier findest du die Liste mit diesen schwierigen Worten.

Die Auflösung, wie das Wort richtig ausgesprochen wird, findest du am Ende dieser Seite.

Tipp: Lies die Worte laut vor. Dann wird es leichter.

Liste schwierig zu lesende deutsche Wörter (+70) / Worte mit ungünstiger Silbentrennung

  • Alpenostrand
  • Altbaucharme
  • Altersteilzeit
  • Barankauf
  • Baumentaster
  • Beinhaltung
  • Benebelter
  • Biotische
  • Blumentopferde
  • Brathering
  • Brotherstellung
  • Discounterpreise
  • Domorgel
  • Duschlampe
  • Eistempel
  • Enterbender
  • Erblasser
  • Fahrspurende
  • Flutscheinwerfer
  • Frühlings Erwachen
  • Gastrolle
  • Gespensterchen
  • Hinsterbender
  • Hochentaster
  • Hoffensterchen
  • Indienstellung
  • Kreischorverband
  • Künzelsau
  • Kupferdreh
  • Lebendimpfstoff
  • Marschroniken
  • Massatelier
  • Mettenden
  • Ministereoanlage
  • Montage
  • Montagedienst
  • Mussehe
  • Nachteilzug
  • Ohrengel
  • Otto von Guericke
  • Pipeline
  • Polentataler
  • Profilachse
  • Raumausstatter
  • Reimport
  • Reinkarnation
  • Reinstraum
  • Reissue
  • Rohrohrzucker
  • Röschenhof
  • Rotzeder
  • Schiebfensterchen
  • Schulzentrum
  • Schweinelende
  • Spezifisch
  • Spielende
  • Spurillen
  • Staubecken
  • Stiefenkelchen
  • Strahlentrostung
  • Streikende
  • Tangente
  • Tathergang
  • Tatunbeteiligt
  • Teenager
  • Teilerfolge
  • Timo Beil
  • Torflaute
  • Tranchen
  • Urenkelchen
  • Urinsekten
  • Urinstinkt
  • Versendung
  • Wachstube
  • Zwergelstern

Diese Worte lesen auch deutsche Muttersprachler falsch.

Auflösung der schwierigen deutschen Worte

  • Alpenostrand – Alpen-Ost-Rand; nicht Alpeno-Strand
  • Altbaucharme – Altbau-Charme, keine Altbauch-Arme
  • Altersteilzeit – Alters-Teilzeit; nicht Alter-Steilzeit
  • Barankauf – Bar-Ankauf; nicht Baran-Kauf (Wer oder was ist dieser Baran?)
  • Baumentaster – Baum-Ent-Aster, nicht Baumen-Taster
  • Beinhaltung – Bein-Haltung oder Be-Inhaltung
  • Benebelter – Be-Nebelter; nicht Bene Belter
  • Biotische – biotische (adjektiv) oder Bio-Tische
  • Blumentopferde – Blumentopf-Erde; nicht Blumento-Pferde
  • Brathering – Brat-hering, nicht englisch lesen “Brather-ing” (Ausgesprochen wie Gathering)
  • Brotherstellung – Brot-Herstellung; nicht Brother-Stellung (Du Ferkel 😉
  • Discounterpreise – Discounter-Preise; nicht Disco-Unterpreise
  • Domorgel – Dom-orgel; nicht Domor-gel
  • Duschlampe – Dusch-Lampe, nicht Du-Schlampe
  • Eistempel – Ei-Stempel oder Eis-Tempel
  • Enterbender – Ent-Erbender; nicht Enter-Bender
  • Erblasser – Erb-Lasser; nicht Er-Blasser
  • Fahrspurende – Fahrspur-Ende; nicht gegenderte Version von Fahrspurfahrer
  • Flutscheinwerfer – Flut-Scheinwerfer; nicht Flutsch-Einwerfer
  • Frühlings Erwachen – gemeint ist, dass der Frühling erwacht; nicht dass eine Person im Frühling erwacht („Frühlings Erwachen“ verwendet den Genitiv und beinhaltet kein Deppen-Leerzeichen; Siehe: „Frühlings Erwachen – Eine Kindertragödie“ von Frank Wedekind)
  • Gastrolle – Gast-Rolle; nicht Gas-Trolle
  • Gespensterchen – Gespenster-chen; nicht Gespen-Sterchen
  • Hinsterbender – Hin-Sterbender; nicht Hinster-Bender
  • Hochentaster – Hoch-Ent-Aster; nicht Hochen-Taster
  • Hoffensterchen – Hof-Fensterchen; nicht Hoffen Sterchen
  • Indienstellung – Indienst-Stellung; nicht Indien-Stellung (Das Wort enthält laut Duden das „st“ zweimal.)
  • Kreischorverband – Kreis-Chor-Verband; nicht Kreisch-Or-Verband
  • Künzelsau – Künzels-Au; nicht Künzel-Sau (Ort in Baden-Württemberg)
  • Kupferdreh – Kupfer-Dreh (Stadtteil Essens); nicht Ku, Pferd, Reh
  • Lebendimpfstoff – Lebend-Impfstoff; nicht Leben-Dimpf-Stoff
  • Marschroniken – Mars-Chroniken (Buch von Ray Bradbury); nicht Marsch-roniken
  • Massatelier – Mass-Atelier / Maß-Atelier; nicht Massa-Telier
  • Mettenden – Mett-Enden (eine Wurst); Nicht Metten-den
  • Ministereoanlage – Mini-Stereo-Anlage; nicht Minster-eo-Anlage
  • Montage – erster Tag der Woche oder Tätigkeit bei der etwas zusammengebaut / -gefügt wird
  • Montagedienst – Montage-Dienst; nicht Montage-Dienst (Der erste Tag der Woche ist nicht gemeint.)
  • Mussehe – Muss-Ehe; nicht Mu-sehe (Das Wort ist nicht mit “Museum” verwandt.)
  • Nachteilzug – Nacht-Eil-Zug; kein Nachteil-Zug
  • Ohrengel – Ohren-Gel; nicht Ohr-Engel
  • Otto von Guericke – richtige Aussprache „Otto von Ge-ricke“; nicht „Otto von Güricke“
  • Pipeline – (englisch aussprechen) Pipeline; nicht Pi-Pe-Line
  • Polentataler – Polenta-Taler; nicht Polen-Tataler
  • Profilachse – Profil-Achse; nicht Profi-Lachse
  • Raumausstatter – Raum-Ausstatter; nicht Rau-Maus-Statter
  • Reimport – Re-Import; nicht Reim-Port
  • Reinkarnation – Re-Inkarnation; Nicht Rein-Karnation
  • Reinstraum – Reinst-Raum; nicht Reins-Traum
  • Reissue – Re-Issue (dt. Neuausgabe); nicht Reis-Sue
  • Rohrohrzucker – Roh-Rohrzucker; nicht Rohr-Ohrzucker
  • Röschenhof – Rös’chen Hof; nicht Röschen-Hof (Gibt es in Leipzig)
  • Rotzeder – Rot-Zeder; nicht Rotz-Eder
  • Schiebfensterchen – Schieb-Fenster-chen; nicht Schiebfen-Sterchen
  • Schulzentrum – Schul-Zentrum; nicht Schulzen-Trum
  • Schweinelende – Schweine-Lende; nicht Schwein-Elende
  • Spezifisch – spezifisch; nicht Spezi-Fisch
  • Spielende – Menschen, die spielen oder das Ende eines Spiels (Der Artikel entscheidet: Die Spielende oder das Spielende.)
  • Spurillen – Spur-Rillen; nicht Spu-rillen
  • Staubecken – Staub-Ecken oder Stau-Becken
  • Stiefenkelchen – Stief-Enkelchen; nicht Stiefen-Ke(h)lchen
  • Strahlentrostung – Strahl-Entrostung; nicht Strahlen-Rostung
  • Streikende – Personen, die streiken oder das Ende vom Streik (Der Artikel entscheidet: Die Streikende oder das Streikende.)
  • Tangente – Tan-gente; nicht Tang-Ente
  • Tathergang – Tat-Hergang; Nicht Tather-Gang
  • Tatunbeteiligt – Tat unbeteiligt; nicht Tatun beteiligt
  • Teenager – Teen-ager; nicht Tee-Nager
  • Teilerfolge – Teil-Erfolge oder Teiler-Folge
  • Timo Beil – T-Mobile
  • Torflaute – Tor-Flaute; nicht Torf-Laute
  • Tranchen – Tranchen; nicht Tran-chen
  • Urenkelchen – Ur-Enkel-chen; nicht Uren-Kelchen
  • Urinsekten – Ur-Insekten; nicht Urin-Sekten
  • Urinstinkt – Ur-Instinkt, nicht Urin stinkt
  • Versendung – Vers-Endung oder Ver-Sendung
  • Wachstube – Wach-Stube; nicht Wachs-Tube
  • Zwergelstern – Zwerg-Elstern; nicht Zwergel-Stern

Wie entstehen diese schwierigen Worte?

In der deutschen Sprache gilt eine Regel, die in anderen Sprachen nicht gilt: Zusammengesetzte Substantive sind erlaubt. Diese zusammengesetzten Substantive führen dazu, dass die schwierigen Worte entstehen. Denn bei ihnen kann eine Verschiebung der Silben stattfinden.

Beispiel: Das Wort “Altbaucharme” kann wie folgt ausgesprochen werden: “Alt-Bauch-Arme” oder “Altbau-Charme”. Das “ch” vom Wort “Charme” wird beim zusammengesetzten Substantiv einfach an die Buchstaben “bau” drangehängt. Dort wo die Buchstaben “Bau” und “ch” beieinander stehen, erscheint es sinnvoll, dass das Wort “Bauch” gebildet wird. Dies ist leider ein Trugschluss.

Es ist die Sprachgewohnheit, die diese unterhaltsamen und seltsamen Aussprachen entstehen lässt. Denn zusammengesetzte Substantive sind laut ihrer Bedeutung eben zusammengesetzte Substantive und keine zusammengesetzten Silben. Wir sind es einfach gewöhnt ganze Worte – also Substantive – sofort zu sehen, anstatt Silben zu analysieren. Dies ist eine Erklärung, wie die obrigen falschen Aussprachen entstehen. Ja, selbst, wenn wir das Wort nicht sofort erkennen, versuchen wir aus den Silben ein sinnvolles Substantiv zu bilden. Dies passiert sehr eindrücklich beim “Alpenostrand”. Wer kam hier nicht auf den “Alpeno-Strand”? An das Wort “Alpen” wurde einfach ein “o” angehängt, weil dies sinnvoll erschien.

Das Wort “Eistempel” ist hier ein anderer Fall. Denn der gewohnte deutsche Leser hat die Wahl zwischen zwei Substantiven. Darf es das “Ei” oder “Eis” sein? Auch beim “Nachteilzug” passiert dies. Es ist entweder ein “Nacht” oder Nachteil” Zug. (Nachteil im Sinne von Vorteil.)

Doch: Hand aufs Herz. Die oben genannten Wörter sind isoliert vom Kontext. Sie sind einfach aufgelistet. Wenn sie in einem Fließtext stehen und umgeben von anderen Worten sind, ergibt sich ein Kontext. Dieser Kontext sorgt dafür, dass die wahre Bedeutung der Worte leichter zu erkennen ist.

Über die Worte, die man falsch liest

Deutschsprachige Autoren neigen zur Effizienzsteigerung ihrer Wortwahl. Sie wissen: Die Zeit des Lesers ist knapp bemessen; wird der Text langweilig oder ist er schwer zu lesen, verliert er – noch dazu wenn er am Bildschirm liest – sehr schnell Interesse und Geduld.

Wichtig ist daher, dass der Autor für den Leser schreibt und seine Worte so wählt, dass der Leser sie so einfach und schnell wie möglich erfassen kann.

Das gilt ganz besonders dort, wo er aufgrund seines Themas kaum umhin kann, die oben genannten schwierigen Worte zu gebrauchen, denn hier steht er vor einem Dilemma: Wort umschreiben oder setzen? Umschreibt er es, nimmt das mehr Zeit in Anspruch, setzt er es, läuft er Gefahr, den Leser zu strapazieren.

Der goldene Mittelweg

Stellt er es jedoch geschickt an und findet einen Ausweichbegriff oder eine Übersetzung, die die Schwierigkeit umgeht, findet also den goldenen Mittelweg, so ist der Leser gewonnen. Ein Beispiel.
Nicht jedem Leser ist der Begriff der Reinkarnation geläufig. Zu groß die Gefahr, dass er die ersten vier Buchstaben erfasst und an etwas „Reines“ denkt. Ist dies geschehen, ist es zu spät: Ein paar Wörter später merkt er, da kann etwas nicht stimmen. Jetzt muss er den schwierigen Begriff im Text suchen, um von dort wieder weiterzulesen. Lösung: Statt der Reinkarnation wählen wir den Begriff der Wiedergeburt. Zwar kann dieser Begriff religiös verstanden werden, doch hier muss sich der Autor darauf verlassen, daß der Leser aus dem Zusammenhang erkennt, dass keine geistige Neugeburt gemeint ist wie im Christentum, sondern die fernöstliche Seelenwanderung, das Wiedereintreten der Seele in die Welt in einem anderen Körper.


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Wie steht es mit Zeitwörtern?

Nicht nur zusammengesetzte Hauptwörter bergen die Tücke der Schwerverständlichkeit, selbst deutsche Nennformen, zumal aus der Kanzleisprache, kranken daran, etwa unser „beinhalten“. Freilich weiß der Leser, dass hier kein Bein im Spiel ist, sondern dass das Wort eine andere Bedeutung enthält (nicht: beinahltet!). Leider hat sich diese unschöne Sprachmarotte bei uns eingebürgert.

Zugegeben: einige der obigen zusammengesetzten Hauptwörter (Komposita) können recht einfach aufgelöst werden, indem man etwa die Verniedlichungsform vermeidet. Einen Stiefenkel erkenn man sofort, ein Stiefenkelchen kann schon mal an den Verwandten des Rotkehlchens denken lassen. Einen Reinstraum kann man getrost zum Reinraum werden lassen, es geht kein Sinn verloren. Und den Reimport können wir einfach durch die Übersetzung in die Wiedereinfuhr entschärfen.

Jeder Autor, der sich beim Schreiben nicht plagt, denkt nicht an den Leser. Ein guter Autor wird also das vermeiden, wohinter der schlechte seinen Mangel an Bildung versteckt: die gesuchte Schwierigkeit.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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3 Gedanken zu „+70 schwer zu lesende deutsche Worte / Wörter mit ungünstiger Silbentrennung (Liste)“

  1. Hallo Pierre,
    eine kleine Anmerkung zu “Röschenhof – Rös’chen Hof; nicht Röschen-Hof (Gibt es in Leipzig)”: Die Adresse, um die es hier geht (ein Seniorenheim) heißt tatsächlich Röschen-Hof. Benannt nach der Gutsbesitzerfamilie Röschen.
    Aber prinzipiell spricht sich Rös’chen natürlich immer lustig.
    Viele Grüße

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