Was sind Prepper? Was wollen Prepper?

Bezeichnung für Personen, die sich auf eine Katastrophe vorbereiten. Sie legen Vorräte an, lagern Lebensmittel ein, errichten Schutzbauten und Schutzvorrichtungen. Sie rüsten sich mit Schutzkleidung, Werkzeugen, Funkgeräten, Waffen und anderen Gegenständen aus.

Welche Fähigkeiten besitzen „Prepper“?

Preper wollen bzw. müssen im Falle einer Katastrophe (allein) zu Recht kommen und das auch ohne bekannten Komfort (elektrische Geräte). Aus diesem Grund weisen sie Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen auf:

  • Beschaffung von Nahrungsmitteln
  • Zubereitung, Verwertung und Haltbarmachung von Nahrungsmitteln
  • Aufbereitung und Förderung von Wasser (zur Trinkwassergewinnung)
  • Taktisches Handeln und Planen, um z.B. zu fliehen
  • Selbstverteidigung – Fähigkeiten in verschiedenen Kampfkünsten wie Karate, Krav Maga, Wing Tsun
  • Fähigkeiten im Holz- und Metallbau, sowie deren Verarbeitung
  • Bau von Unterkünften (Hütten, Unterstände, Bunker)
  • Erste Hilfe und medizinische Vorsorgung (stationär und im Feld)
  • Jagd- und Angelfähigkeiten; Tierfallen bauen; Tiere töten und ausnehmen
  • Errichtung von Alarmanlagen
  • Überleben im Freien ohne fließendes Wasser, Strom und Nahrung

Schusswaffen zu benutzen, spielt bei den meisten Preppern gerade in der USA eine große Rolle.

Wie bilden Prepper sich weiter?

In YouTube-Videos und Kursen werden Fähigkeiten vermittelt:

  • Erste Hilfe + Sanitätsfähigkeiten
  • Survivalkurse
  • Funklizenen A und E
  • Jagdscheine + Angelscheine
  • Selbstverteidigungskurse
  • Orientierung und Kartenkunde
  • Nähkurs
  • Anbau von Obst und Gemüse; sowie Ackerbau
  • Motorsägenschein
  • Pflanzenheil- und Pflanzenkunde

Auf welche Katastrophen bereiten Prepper sich vor?

Prepper bereiten sich auf verschiedene Gefahrensituationen vor, wie z.B.:

  • Wirbelstürme
  • Überflutungen
  • Erdbeben
  • Zusammenbruch der Wirtschaft
  • Krieg
  • Terrorangriffe
  • Bürgerkrieg

Ausrüstung der Prepper

Online-Shops wie prepper-shop.net bieten viele Produkte zum Preppen an:

  • Notnahrung: Instantsuppen; getrocknetes Gemüse;Tages-, Wochen- und Monatspakete;Fertiggerichte;Energieriegel;Outdoor Kekse
  • Lebensmittel: Thermopads; Outdoor Besteck; Teelichter; Outdoor Öfen; Transporttaschen; Wasserkessel; Kochsets; Notfallpakete; Gasheizer; Kochgeschirr; Isomatten; Eimer; Kissen
  • Tools: Solarpads; Planen; Tarnanzüge; Nato-Draht; Multi-Tools; Wathosen; Lampen; Macheten; Zelte; Klebeband; Tarnfarbe; Feldbetten; Seile; Schlafsäcke; Säcken; Klappspaten; Schutzanzüge, Atemmasken; Bettwäsche; ABC-Filter; Kanister; Steinschleudern und Stahlkugeln; Elektroschocker; Pfefferspray
  • Wasseraufbereitung: Kanister; Wasserentkeimer;  Wasserfilter; Wasserkonservierung;

Was motiviert Prepper?

Prepper lassen sich durch die Krisvenvorsorge-Ratschläge des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe(BKK) motivieren. Das BKK empfahl 2016 unter anderem, dass jeder Bundesbürger Vorräte für 14 Tage anlegen sollte.

Außerdem wird Preppern nachgesagt, dass sie der staatlichen Vorsorgung im Krisenfall misstrauen.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ist unter anderem für folgende Maßnahmen verantwortlich:

  • Sirenen auf Dächer. Aktuell sollen 30.000 bis 40.000 in Deutschland existieren.
  • Organisation der Treibstoffversorgung im Katastrophenfall
  • Einteilung Deutschland in Schneelastzonen

Wortherkunft: Was bedeutet „Prepper“?

Das Wort „Prepper“ ist vom englischen Verb „to prep“ zu deutsch: „sich vorbereiten“, „bereit sein“ und vom englischen Substantiv „Preparedness“ zu deutsch: „Bereitschaft“ abgeleitet. In der englischen Sprachen ist auch der Pfadfindergruß „Be prepared“ zu deutsch „Seid bereit“ bekannt.)

„Prepper“ ist das Substantiv. Als Verb wird „preppen“ verwendet.

Zusammensetzung der Prepper-Szene

Die Prepper-Szene ist heterogen. Sie setzt sich unter anderem aus Polizisten, Mitgliedern der Surival-Szene, Reichsbürgern und Mitgliedern der rechten Szene zusammen, die Affinität zu Waffen aufweisen.

Eine Überschneidung mit der Survival-Szene findet statt.

Geschichte der Prepper

Ein Beginn der Prepper-Szene kann nicht genau festgelegt werden, da Menschen seit jeher Vorräte für schlechte Zeiten anlegen, um z.B. einer drohenden Nahrungsmittelknappheit, Natur- oder Wirtschaftskatatrophe zu begegnen. Die Prepper-Szene an sich, zeigt sich durch große ihre Professionalität.

In den Vereinigten Staaten von Amerika geht die Geschichte des Preppens bis in das 19. Jahrhundert zurück. Während des Sezessionskrieges war z.B. die Bevölkerung angehalten Lebensmittel zu lagern und sich Vorräte anzulegen. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung und dem entstehenden Wohlstand geriet das Thema des Preppens in Vergessenheit.

Erst nach dem grißen Börsencrash am 24. Oktober 1929 begannen die Amerikaner sich wieder für Krisen vorbzubereiten. Sie lagerten Lebensmitteln ein und erstmals auch Güter wie Treibstoff, Kleidung, Lampen, Wasser und Decken. Während des zweiten Weltkrieges und dem folgenden Kalten Krieg erlangte das Preppen weitere Popularität. Aus Angst vor einem Atomkrieg errichteten Amerikaner öffentlichte und private Atomschutzbunker. In diese lagerten sie Lebens- und Nahrungsmittel ein, um bei einem möglichen Atombombenangriff gerüstet zu sein.

Die Prepper-Szene erlangte in den vergangenen Jahren mehr Popularität. Die Sorgen vor Umweltkatastrophen, terroristischen Anschlägen und Epidemien führte dazu, dass wieder mehr Menschen anfingen sich auf einen Ernstfall vorzubereiten. Der Klimawandel, die Kriege im Nahen Osten und die Finanzkrise sorgten ebenfalls für ein stärkes öffentliches Interesse am Preppen.

Prepper in Deutschland

In Deutschland wurde die Prepper-Szene 2017 bekannt als die Generalbundesanwaltschaft im August 2017 bekannt gab, dass sie gegen mehrere Prepper aus Mecklenburg-Vorpommern ermitteln werde. Diese hatten sich in Chats über einen Krisenfall, die anschließende Chance der Machtübernahme und die Internierung sowie Ermordnung von linken Politikern unterhalten. Bei mehreren Hausdurchsuchungen fand die Polizei Adressen von Politikern der Linken, FDP und Grünen, sowie von Flüchtlingsverbänden, der Arbeitswohlfahrt und Gewerkschaften. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern erstellt nun ein detailiertes Bild der Szene.

Wie im Dezember 2017 bekannt wurde, soll die Prepper-Szene bundesweit beobachtet werden. Eine Beschlussvorlage dazu wurde auf der Innenministerkoferenz von Bund und Länder im Dezember 2017 erstellt.

Der Anlass waren die Hausdurchsuchungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Prepper in den Medien

Der Sender „National Geographic“ strahlt seit dem 1. Oktober 2012 die Serie „Doomsday Preppers“ (zu deutsch: „Preppers – Bereit für den Weltuntergang“) aus.

Die 176. Folge „Bereit bis in den Tod“ der TV-Serie SOKO Stuttgart behandelte die Prepper-Szene.

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