Was sind Dangos? Erklärung, Definition, Bedeutung

Was sind Dangos, Erklärung, Definition, Bedeutung


Als „Dango“ werden japanische Snacks bezeichnet, die in ihrer Zusammensetzung dem „Mochi“ sehr ähnlich sind, da beide süßes Reismehl (Mochiko) als Basiszutat verwenden. Bei Dango handelt es sich um runde, kleine Kugeln am Spieß. Es gibt sie das gesamte Jahr über in verschiedenen süßen Geschmacksrichtungen. Besonders bekannt sie die glasierten, gegrillten „Mitarashi Dango“, sowie die traditionelle Variante der „Bochan Dango“. Letztere ist besonders an drei bunten Kugeln erkennbar.

Was sind Dangos? Erklärung, Definition, Bedeutung

Im Lauf der Geschichte haben sich die beliebten Mehlklöße um eines weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es sie in zahlreichen unterschiedlichen Varianten in Japan. Die bekannten „Mitarashi Dango“ erfreuen sich besonders in der Region um Kyoto großer Beliebtheit.

Aber vor allem findet man Dango meistens genau so vor, wie man sie auch schon zu früheren Zeiten vorfand: Auf dem Spieß ganz oben befindet sich ein weißer Kloß, der den Kopf darstellen soll. Darunter finden sich zwei etwas kleinere rote Klöße für die Verkörperung der Arme und zwei grüne ganz unten für die Darstellung der Beine. Heutzutage wird der Geschmack von Dango als äußerst süß empfunden, weshalb sie besonders bei Kindern sehr beliebt sind.

Eine vergleichbare Form sind die „Bochan-Dango“. Hier sind auf einem Spieß lediglich drei Klöße, die dafür aber alle die gleiche Größe haben. Bei Bochan-Dangos sind die drei Mehlklöße grün, rot und gelb. Je nachdem, wie die Klöße hergestellt sind, schmecken sie beispielsweise nach Tee, Ei oder Kirsche.

Als „Goma-Dango“ bezeichnet man süße Klöße aus Mehl, die mit salzigem Sesam bestreut wurden. Dadurch wird eine spannende Geschmackskombination erzeugt, die sich vor allem bei Erwachsenen an großer Beliebtheit erfreut. Aber die am meisten verbreitete Variante von Dango sind die sogenannten „An-Dangos“. Das sind Mehlklöße, die mit einer süßen Paste aus roten Bohnen umschlossen sind. Besonders als Snack für Unterwegs werden sie gerne gegessen. Variationen mit weißer Bohnenpaste (Shiroan) gibt es ebenfalls – allerdings sind diese nicht ganz so weit verbreitet.

Dangos: Kaufen oder selber machen?

Inzwischen lassen sich verschiedenste Formen von Dango fertig abgepackt im Supermarkt erwerben. Vorteilhaft dabei ist, dass die Kunden zwischen vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wählen können, und sich die Zubereitung der Dango sparen. Die meisten Japaner sind allerdings nicht der Meinung, dass diese traditionelle Speise fertig gekauft werden sollte. Diese Lösung wird eher erst dann gewählt, wenn der Besuch eines Schreins unternommen wird. Auch bei dem Besuch von Freunden und Bekannten werden die kleinen Mehlklöße am Spieß eher gekauft, da sie sehr gut als entsprechendes Mitbringsel geeignet sind.

Die Mehrheit der Japaner bevorzugt jedoch klar selbstgemachte Dango. Darunter fallen zum einen die, die zu Hause selber gekocht werden, als auch die Exemplare, die frisch zubereitet auf Festen angeboten werden. Einer der Hauptgründe dafür ist natürlich der Geschmack. In der Regel sind selbst hergestellte Dango meist weniger süß, als die fertig abgepackten. Japaner bevorzugen (im Gegensatz zu Deutschen) eher weniger süße Dinge, als völlig überzuckerte Speisen.

Des Weiteren handelt es sich bei der Zubereitung von Dango um eine traditionelle Angelegenheit. In zahlreichen Familien ist dies sogar ein fester Bestandteil ihrer Feste. Darunter fallen unter anderem das Kirschblütenfest, das Neujahrsfest, als auch Obon – ein Fest, das zu Ehren der Verstorbenen gefeiert wird. Bei derartigen Anlässen ist es häufig so, dass die ganze Familie zusammen kommt. Durch den stressigen Alltag, den viele Japaner haben, handelt es sich dabei eher um eine Seltenheit. Genutzt wird die gemeinsame Zeit dann dafür, etwas Alltags-Stress abzubauen und in gemütlicher Runde einige Dango fertig zu machen. Solche Zusammenkünfte sind am ehesten mit dem Backen von Plätzchen zur Weihnachtszeit zu vergleichen, oder mit der Bemalung von Eiern zum Osterfest. Zumindest, wenn man es mit Bräuchen aus unserer Kultur vergleicht.

Geschichte der Dango

Der Ursprung der heutigen Dango lässt sich auf die „Jomon-Zeit“ (ca. 14000 bis 3000 v. Chr.) zurückführen. Im Spätsommer und Herbst haben die Menschen damals Nüsse gesammelt, um diese daraufhin zu Mehl zu zerstampfen. Dadurch konnten sie zu kleinen Kügelchen weiterverarbeitet werden. Diese kleinen Happen wurden vor allem als Proviant für den Winter verwendet, was vielen Menschen dabei half, den Winter zu überleben.

Laut einer Legende sollen die Dango während der „Muromachi-Zeit“ (1336 bis 1573 n. Chr.) entstanden sein. Und zwar auf die Art, wie sie heute noch in Japan zu finden sind. Der Geschichte nach war ein japanischer Herrscher namens „Go-Daigo“ auf einer Reise nach Kyoto zum „Shimogamo-Schrein“ unterwegs. Er schöpfte am Eingang des Schreins ein wenig Wasser, um sich damit selbst zu reinigen, damit er „unbefleckt“ vor die Götter des Schreins treten kann. In der Hand des Herrschers bildete das Reinigungswasser (Mitarash) fünf Blasen. Eine Blase wurde sehr groß, während die restlichen vier kleiner ausfielen und die erste große umringten. Der Herrscher war der Meinung, dass die Blasen eine Darstellung des menschlichen Körpers waren. Daraufhin wurde vom Herrscher veranlasst, dass fünf Klöße aus Mehl im nahegelegenen Teehaus „Kamo Mitarashi“ zubereitet werden sollen. Im Schrein wurden die Klöße daraufhin als Opfergabe den Göttern dargebracht, woraufhin der Herrscher seines Weges zog.

Eine Tradition war geboren. Zahlreiche Menschen brachten für die Götter Mehlklöße zu den Schreinen, die sie dann nach ihren Gebeten wieder mit nach Hause nahmen. Dort wurden die Dango gebraten und zusammen mit salzigen und süßen Soßen verspeist. Dadurch hofften die Menschen, dass sie mit dem Glück der Götter gesegnet werden würden.

Von dieser Legende stammt auch der Name der beliebten Mehlklöße. „Dan“ bedeutet so viel wie „Körper“ und „go“ heißt übersetzt „Zeichen“. Der Name kommt von den fünf Blasen, die sich damals in der Hand des Herrschers gebildet haben. Diese Blasen sollen als ein Symbol des menschlichen Körpers verstanden werden.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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