Was ist Therian? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Therian, Bedeutung, Definition, Erklärung


Therian ist ein Kurzwort und steht für Therianthropos. Um zu verstehen, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, muss zunächst ihre sprachliche Herkunft betrachtet werden.

Was ist Therian? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Bezeichnung stammt aus dem Altgriechischen. Der Plural Theria bedeutet ins Deutsche übersetzt „Tiere“ und Therion ist das „(wilde) Tier“. Anthropos ist der aufrecht schreitende Mensch und das Wort Therianthropos ist dann also die Bezeichnung für ein Mischwesen, für einen Tiermenschen. Aus der griechischen Mythologie sind der Zentaur (der Pferdemensch) oder auch der Satyr bekannt, ein Mischwesen aus Mensch und Pferd oder Esel.

„Therian“ ist der englische Ausdruck. Der deutsche Ausdruck ist „Therianer“.

Ein Therianer (Therian) ist ein Mensch, der sich mit einem Tier identifiziert. Diese Identifizierung findet entweder spirituell oder psychologisch statt. Oftmals glauben Therianer (Therian), dass ihre Seelen die eines bestimmten Tieres sind. Ein Therianer (Therian) weiß, dass er körperlich gesehen ein Mensch ist und sich nicht physisch in ein Tier verwandeln kann, außer vielleicht in einen Werwolf. Im Englischen gibt es den Begriff „Otherkin“. Er steht für die „verwandtschaftliche Verbundenheit mit dem Anderen oder etwas anderem“, mit einem nicht-menschlichen Wesen. Im Fall der Therianer (Therian) handelt es sich um Tiere und die Rede ist dann beispielsweise von einer Werwolfkin.

Therianer (Therian) fühlen sich einem Theriotypen verbunden. Ein Theriotyp wiederum ist ein bestimmtes Tier, mit dem sich ein Therianer (Therian) identifiziert. Sehr häufig ist es ein Wolf. Es kann aber auch ein Falke, eine bestimmte Dinosaurierart oder ein beliebiges anderes Tier sein. Ein Paläotherianer sieht das Heute mit den Augen eines Dinos, vielleicht eines Tyrannosaurus Rex. Viele erleben eine Verwandlung („Shifting“). Es gibt die Phantom-Verwandlung („Phantom Shifting“), bei der der Therianer (Therian) die Empfindung von (Phantom-) Körperteilen seines Theriotypen erlebt. Die mentale Verwandlung („Mental Shifting“) kann zur Folge haben, dass der Therianer (Therian) die Denkweise seines Theriotypen übernimmt und sich wie dieses Tier verhält.

Wer wissen möchte, welches sein Theriotyp ist, muss in sich gehen, meditieren und auf die Suche gehen, bis er es herausgefunden hat. Um die Mitwelt über sein Gefühlsleben nicht im Unklaren zu lassen, gibt es T-Shirts mit Aufdrucken wie „Proud Otherkin“ (dt.: „Stolz darauf, Otherkin zu sein“) oder „They can’t see what you can see through your animal eyes (dt.: „Sie können nicht sehen, was du durch deine Tieraugen sehen kannst“).

Die Therianthropie: Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung

Therianthropie bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, sich in Tiere zu verwandeln, wie es in den Mythen beschrieben wird. Es handelt sich dabei um kein psychiatrisches Problem, sondern um ein spirituelles, allenfalls psychologisches Phänomen. Moderne Therianer (Therian) wissen, dass sie sich nicht mittels Gestaltumwandlung in ihr Seelentier verwandeln können. Aber sie fühlen eine tiefe innere Verwandtschaft mit ihrem Theriotypen, die bis zur Identifikation mit ihm reicht.

Mythologische Therianthropie gibt es in allen Kulturen, weltweit und zu allen Zeiten. Die berühmtesten Vertreter dieser besonderen Spezies Mensch sind die Schamanen. Schon frühzeitliche Höhlenmalereien zeigen Schamanen als Mischwesen mit menschlichen und Tiermerkmalen. Schamanen hatten immer soziale Funktionen innerhalb ihrer Gesellschaft. Sie sind noch heute Heiler und Mittler zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt.

Therianer (Therian) haben keine solche Aufgabe. Ihre Art der Therianthropie dreht sich um sie selbst. Sie wissen, weil sie es entweder glauben oder fühlen, dass sie Tiere sind – im spirituellen oder psychologischen Sinne. Diese Empfindung wird individuell unterschiedlich stark wahrgenommen. Es gibt verschiedene Grade der Identifikation und Verwandlung. Im Englischen gibt es mindestens fünf verschiedene Varianten von modernen Therianern:

  • „Shifter Therian“: Sie sind die am häufigsten vorkommenden Therianer. Sie identifizieren sich mit einem Tier und erleben verschiedene Grade der Verwandlung in dieses Tier
  • „Contherian“: Diese Therianer erleben keine Verwandlung, sondern befinden sich permanent in dem Zustand halb Mensch und halb Tier zu sein.
  • „Vacillant Therian“: Sie erleben eine begrenzte Form der Verwandlung, haben aber die grundlegenden Instinkte ihres Theriotypen, ihres bestimmten Tieres, in ihre Persönlichkeit integriert.
  • „Cladotherian“: Das sind Therianer, deren Identität eine ganze Tierfamilie umfasst und nicht eine einzelne Spezies, beispielsweise die Familie der Vögel und nicht speziell die Adler.
  • „Polytherian“: Diese Therianer identifizieren sich mit mehr als nur einem Tier.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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