Was ist Reichweitenangst? Maßnahmen, Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Reichweitenangst, Maßnahmen, Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Reichweitenangst“ wird die Angst von E-Autofahrern bezeichnet, dass sie nicht genug Akkuleistung haben, um an ihrem Ziel oder an einer Ladestation anzukommen. Ferner ist die Reichweitenangst die Angst, dass dem Auto der Strom ausgeht und man liegen bleibt.

Was ist Reichweitenangst? E-Autos, Maßnahmen, Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine weite verbreitete im Alltag der E-Autofahrer ist es, wegen zu wenig Akkuleistung das geplante Ziel nicht erreichen zu können. Es kommt generell eher selten vor, dass ein Fahrer eines Diesel- oder Benzinfahrzeugs aufgrund eines leeren Tanks auf der Straße stehenbleibt. Ebenso selten passiert das wegen leerer Akkus dasselbe bei E-Autos passieren kann. Aber die Angst vor einer solchen Situation ist dennoch stark verbreitet.

Die sogenannte Reichweitenangst schreckt schon seit einiger Zeit viele Autofahrer vor dem Kauf von E-Autos zurück. Bei verschiedenen technischen Befragungen aus dem Jahre 2016 wurde ermittelt, dass mehr als 85 Prozent aller Autofahrer Angst haben, dass die E-Autos eine zu geringe Reichweite aufweisen. Diese war somit neben dem Preis und die größere Entfernung zu den einzelnen Ladestationen buchstäblich das bedeutungsvollste K.o.-Kriterium für die E-Autos. Diese Sorge ist jedoch nach Angaben der Hersteller völlig unberechtigt.

Fuhren die E-Autos noch vor einigen Jahren im Schnitt nur knapp 150 Kilometer, so hat sich der Umkreis in der Zwischenzeit vervielfacht. Nun erreichen die elektrisch betriebenen Autos im Durchschnitt eine Reichweite im Bereichen von 250 bis 300 Kilometer. Dies soll in Zukunft ausgeweitet werden. Somit ist die Tendenz hier stak steigend. So verfügt zum Beispiel das Solarauto One, das das Start-Up Lightyear aus den Niederlanden im nächsten Jahr auf den Markt bringen möchte, über eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern. Mittelklasse-Fahrzeuge, wie der neu auf den Markt gekommene Hyundai Kona oder der Kia e-Soul überzeugen durch die hohe Reichweite mit etwa 450 Kilometer, wobei hier die Autos aus Südkorea ganz im neuen Trend liegen. Zugleich gehen Experten davon aus, dass die E-Autos in Zukunft generell eine Reichweite von wenigstens 450 Kilometer zurücklegen können.

Derzeit wird viel Geld und Zeit in die Weiterentwicklung der elektrischen Autos und vor allem in die Fahrleistung investiert. Ein entscheidender Ansatz ist dabei zum Beispiel das neu erschaffene Getriebe der Marke ZF. Dieses Zweiganggetriebe kann nach den Entwicklungsingenieuren bei sehr hohen Geschwindigkeiten die Effektivität der Elektroautos erheblich optimieren. Nur durch ein solches Getriebe soll die Reichweite der Autos schon um mehr als fünf Prozent gesteigert werden.

Die Vorbeugung der Reichweitenangst: Maßnahmen dagegen

Wenn der Fahrer sichergehen möchte, dass die Reichweite seines E-Autos für die gesamte Fahrt an einem Tag ausreicht, dann kann er den Akku über Nacht gänzlich aufladen. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn eine bekannte Ladesäule einmal defekt oder von anderen Besitzern besetzt ist. Inzwischen gibt es in Deutschland ein großes Netzwerk an verschiedenen Ladesäulen.

Heute hat der Fahrer die Möglichkeit das E-Auto immer dort aufzuladen, wo er sich ohnehin aufhält. Dies ist zum Beispiel auf dem Parkplatz des Supermarkts oder am Arbeitsplatz möglich. Auf diese Weise holt er sich die Energie, die das E-Auto während der Fahrt benötigt wieder.

Sollte es während der Fahrt doch einmal knapp mit der Energie werden, kann die verbleibende Ladung geschont werden, zum Beispiel, indem die Geschwindigkeit reduziert wird. Manche E-Autos besitzen spezielle Stromsparmodi, durch welche diese starken Stromverbraucher wie die Klimaanlage ausgeschaltet und Energie gespart werden. Dies kann auch per Hand erfolgen, wenn das E-Auto nicht über einen separaten Stromsparmodus verfügt. Auf diese Weise kann der Fahrer während einer Fahrt die Reichweite seines E-Autos erhöhen.

Warum die Reichweitenangst nach Ansicht der Hersteller unbegründet ist

Heutzutage kommt kein Autohersteller an der Entwicklung der neuen E-Autos vorbei. Der wichtigste Grund dabei ist die steigende Furcht vor dem bestehenden Klimawandel. So wurden in Brüssel deshalb vor einiger Zeit neue strebsame Abgaswerte definiert, welche es Herstellern ab dem Jahre 2030 unmöglich gestalten, vorwiegend mit normalen Motoren ohne Strafen durchzukommen. Zudem hat der Hersteller Tesla aus Kalifornien bewiesen, dass Elektroautos wenigstens so schnell wie normale Fahrzeuge unterwegs sein können. Daher hat dieser technische Fortschritt die meisten Sorgen der Kunden weitestgehend zerstreut. Auf diese Weise hilft er die Erscheinung der Reichweitenangst zu lindern, wenn die Autos in Zukunft auch mit Akku etwa 500 Kilometer weit fahren und im Zeitraum von einer halben Stunde für 400 Kilometer laden können. Zugleich sinken die Preise mit der hohen Produktion und sollen am Schluss nur wenig höher sein als die heute bekannten Neuwagen. Gleichzeitig sind die Reparatur- und Wartungskosten weitaus geringer als bei normalen Autos. Hier gibt es keine abgenutzten Ölfilter, kein Wechsel des alten Öls und keine defekten Dichtungen der Zylinder.

Die größte Befangenheit gegenüber der E-Autos sind also die Bedenken, ob die Reichweite der Fahrzeuge ausreicht, um das persönliche Fahrverhalten angemessen abzudecken.

Die Elektroautos könnten in Anbetracht der vergleichsweise niedrigen Stückzahlen nur unbeträchtlich zu einer erfolgreichen Energiewende beitragen. Wenn aber nun die erneuerbaren Energien die bedeutendsten Energiequellen sind, dann wären die E-Autos die optimale Ergänzung, da diese als Speicher fungieren können.

Bei den Plug-In-Hybriden ist schon seit einiger Zeit die Reichweite ebenfalls gestiegen, allerdings deutlich langsamer. Trotzdem ist hier ebenfalls die Auswahl an nutzbaren PHEVs sehr stark gestiegen. Dies geschah vor allem in den vergangenen zwei Jahren. Modelle wie der Mercedes GLE 350de oder der BMW X5 oder kommen im elektrischen Fahrbetrieb etwa 80 Kilometer weit. Ab dem Jahre 2022 müssen jedoch die Plug-In-Hybriden in der EU mehr als 60 Kilometer mit elektrischer Energie erreichen, da diese ansonsten nicht als förderbare Autos anerkannt werden. Zurzeit reichen hierfür mehr als insgesamt 40 Kilometer. Das stets entgegengebrachte Argument gegen einen Kauf des E-Autos, dass der Fahrer damit keine großen Distanzen schafft, kann jedoch in absehbarer Zeit immer weiter an Befugnis verlieren. Nicht nur die Reichweiten, sondern auch das Angebot an E-Autos in sämtlichen Preisklassen wird mit der Zeit immer größer. Außerdem sorgt die steigende Zahl der öffentlichen Ladesäulen dafür, dass die Furch davor, ohne Auflademöglichkeit mit dem Auto stehenzubleiben, erheblich kleiner wird.

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