Was ist Mindfulness? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Mindfulness, Bedeutung, Definition, Erklärung


Mindfulness bedeutet ins Deutsche übertragen Achtsamkeit. Damit bezeichnet man einen menschlichen Geisteszustand, in dem die achtsam lebende Person sich selbst, ihrem Körper, und ihrer direkten Umgebung eine gewollte und zielgerichtete Aufmerksamkeit schenkt. Dabei sind auch die eigenen Gefühle und Gedanken immer im Fokus der Mindfulness. Kurz gesagt könnte man den Gesamtzustand des achtsamen Menschen als geistesgegenwärtig bezeichnen. Ziel eines achtsamen Lebensstils ist es sich selbst gesund zu erhalten und aktiv alltäglichen Stress zu reduzieren, indem man sich dem Leben im Moment widmet.

Was ist Mindfulness? Ursprung, Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Lehre der Mindfulness hat ihren Ursprung im Buddhismus. In buddhistischen Schulen gehört sie zu den meditativen Grundpraktiken. Dort wird die Mindfulness „Sati“ genannt. Vollumfänglich ist Sati, nach Definition der Buddhisten, erreicht, wenn der menschliche Geist sich dessen bewusst ist, was in ihm selbst abläuft und aktuell vorhanden ist. Dabei kennt die Mindfulness nach buddhistischer Lehre vier grundlegende Formen.

Möglich ist es die Achtsamkeit alleine auf den Körper zu richten. Dabei erfolgt die Konzentration des achtsamen Menschen ganz bewusst auf eine körperliche Funktion, wie zum Beispiel die Atmung, die körperliche Haltung oder ausführende Tätigkeiten. Weiterhin können die Gefühle und Empfindungen im Fokus der Achtsamkeit stehen. Gefühle und Empfindungen werden dabei kategorisiert und als gut, schlecht oder neutral eingeordnet. Mindfulness befasst sich jedoch ausschließlich mit der Einordnung der Gefühle, eine Bewertung bleibt aus. Eine weitere Stufe ist die auf den Geist gerichtete Achtsamkeit, wobei der Ist-Zustand des Geistes sowie dessen Veränderungen näher betrachtet werden. Dabei können geistige Zustände, wie etwa Freude, Aufmerksamkeit oder Irritation ermittelt werden.

In der letzten Variante richtet sich die Achtsamkeit, Mindfulness oder Sati auf innere und äußere Geistesobjekte, die im betreffenden Moment direkt wahrgenommen werden.

Die moderne Lehre der Mindfulness nach Jon Kabat-Zinn

Wird die moderne Lehre der Mindfulness betrachtet, ist in der Regel die Ausdeutung nach dem amerikanischen Universitätsprofessor Jon Kabat-Zinn häufigster Gegenstand der Untersuchungen. Kabat-Zinn definiert Mindfulness als eine Form der Aufmerksamkeit, die nicht wertend ist, Vergangenheit und Zukunft gänzlich unbeachtet lässt, und sich nur mit dem gegenwärtigen Moment auseinandersetzt. Weiterhin ist Mindfulness nach Kabat-Zinn immer zielgerichtet. Entwickelt wurde die Theorie des Forschers für ein Unterrichts- und Meditationsprogramm, das Erfolge hinsichtlich der Schmerzreduktion zeigen sollte.

Jon Kabat-Zinn kann als der moderne Pionier der Achtsamkeitslehre und Achtsamkeitspraxis bezeichnet werden. Dank ihm gelangten die Vorzüge der Mindfulness zu Aufmerksamkeit in der medizinischen Universitätslehre, der medizinischen Anwendung sowie der breiten Gesellschaft. 1979 startete er das umfangreiche Mindfulness-Based Stress Reduction Programm, das mit den Buchstaben MBSR abgekürzt wird. Jon Kabat-Zinn spricht sich darin dafür aus, dass Menschen durch das Erlernen von Achtsamkeits-Übungen dazu in die Lage versetzt werden Stress, Krankheiten und innere Ängste besser bewältigen zu können.

Im Gegensatz zu Konzentrations-Übungen zielen Achtsamkeits-Übungen nach Kabat-Zinn nicht ausschließlich auf eine zeitlich eng gefasste Konzentration, in deren Mittelpunkt meist ein Objekt, wie zum Beispiel eine dampfende Tasse Kaffee, steht. Achtsamkeits-Übungen richten den Fokus eher auf einen kompletten Wahrnehmungszustand, der über einen längeren Zeitraum andauern soll.

So gelingt Mindfulness: Tipps

Um den Zustand der Mindfulness erreichen zu können, muss man mittels Übungen trainieren. Sämtliche Achtsamkeits-Lehren machen deutlich, dass der Zustand der Mindfulness nicht aus dem Stand erreichte werden kann. Aus diesem Grund wird Mindfulness oftmals mit Meditation verglichen, denn auch hier handelt es sich um eine Kunst der Fokussierung, die erlernt werden muss. Genauso wie beim Erlernen anderer Dinge, wie zum Beispiel einer Fremdsprache oder einer Sportart, nähert man sich der Mindfulness schrittweise. Vor allem wird dabei die Wahrnehmungsfähigkeit trainiert. Außerdem geht es darum bei der Sache zu bleiben und gedanklich nicht abzuschweifen. Sofern sich die Fokussierung aufzulösen droht, soll sie wieder zurück auf den mit Achtsamkeit belegten Zustand oder Gegenstand geführt werden. Dies gelingt mit zunehmender Trainingsdauer immer besser.

Wird dafür das Trainingsprogramm MBSR nach Jon Kabat-Zinn angewandt, bedient man sich für das Achtsamkeits-Training eines Trainingsprogramms mit einer Dauer von jeweils 30 Minuten. In diesen 30 Minuten werden Meditationsübungen in Form eines Bodyscans absolviert. Dabei konzentriert man sich nacheinander auf einzelne Körperregionen. Zu einer Zeit denkt und fühlt man sich etwa in den linken Fuß oder den rechten Arm hinein, und ermittelt so, wie sich das entsprechende Körperteil, oder die Körperregion, gerade anfühlt. Danach folgt das Einfühlen in das nächste Körperteil. Durch die Konzentration wird über den Wissensgewinn hinaus eine Form der Entspannung erreicht.

Ungeübte Menschen werden bemerken, dass ihre Gedanken während der Übung noch häufig abschweifen und die Konzentration danach jeweils erneut aufgebaut werden muss. Durch regelmäßige Übung gelingt es immer leichter die Konzentration zu halten. Ziel ist es die 30 Minuten der Meditationsübung ohne Abschweifungen, die letztlich Störungen sind, zu absolvieren.

Positive Effekte der Mindfulness

Dadurch, dass man sich während der Meditationsübungen im Rahmen der Mindfulness gedanklich voll und ganz auf den Moment ausrichtet, werden negative Zustände ausgeblendet. Das können beispielsweise Schmerzen oder Ängste sein. Damit hat die Mindfulness eine direkte positive Wirkung auf den Geist des Menschen, denn das zeitliche Ausblenden von Negativem reduziert nachweislich Stress und als belastend empfundene emotionale Zustände. Achtsamkeits-Training wird deshalb oftmals Patienten empfohlen, die an Burn-Out oder Depressionen leiden.

Die positiven Auswirkungen auf das Gehirn steigern zudem die Lernfähigkeit. Auch die Erinnerungsfähigkeit kann durch regelmäßiges Achtsamkeits-Training verbessert werden. Außerdem hilft es die eigenen Emotionen langfristig zu regulieren, und negative Emotionen, sowie starke Stimmungsschwankungen, klein zu halten.

Auch der Körper profitiert von einem regelmäßigen Training. Bereits nach einigen Wochen fühlen Anwender häufig, dass sich die körpereigene Immunabwehr verbessert hat. Minfulness hilft zudem dabei sich im Moment immer nur mit den Dingen zu beschäftigen, die gerade wichtig sind, und andere unbeachtet zu lassen. Dies wirkt am Ende wiederum stressreduzierend, da gedankliche Störfaktoren weg fallen.


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Kritik an Mindfulness

Kritiker, wie der der Psychologe Nicholas Van Dam, glauben nicht an eine große positive Wirkung der Mindfulness. Denn wissenschaftlich sind die positiven Auswirkungen bislang, seiner Ansicht nach, nur unzureichend belegt. Weitere kritische Stimmen sehen ein Problem darin, dass von jedem die gleichen feste Übungen angewendet werden sollen. Hier sehen sie die Unterschiedlichkeit der Menschen nicht repräsentiert und zweifeln demnach daran, dass eine Methode von jedem Menschen gleich gut anwendbar sein soll, und bei jedem Menschen die gleichen positiven Effekte haben wird.

Weiterhin fehlen manchen Kritikern Ansätze zur Problemlösung, denn damit befasst sich Mindfulness gar nicht. Vielmehr werden negative Stimmungen, und im Leben auftauchende Problematiken, ausschließlich als Ist-Zustand wahrgenommen, der nicht weiter bearbeitet wird. Konstruktiv im psychotherapeutischen Sinne ist das, nach dem Dafürhalten kritischer Geister, nicht.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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