Was ist Empathielosigkeit? Was kann man tun? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Empathielosigkeit, Bedeutung, Definition, Erklärung


Empathie ist eine sehr weit verbreitete Stärke vieler Menschen und wird mitunter auch als vollkommen selbstverständlich angesehen. Zunächst geht es hier darum, sich in die Gefühle und Gedanken eines anderen Menschen hineinversetzen zu können. Ist man ein empathischer Mensch, zeigt man dies in aller Regel auch durch bestimmte Handlungen, die sich in Mimik und Gestik ausdrücken können. Menschen, die an einer Empathielosigkeit leiden, können genau dies jedoch nicht. Ein solches Verhalten wird von der Außenwelt zumeist als unsozial und wenig verständlich betrachtet.

Was ist Empathielosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ist eine solche Störung für die Außenwelt in jedem Fall sofort zu erkennen? Hier lässt sich in jedem Fall sagen, dass es hier eine ganze Reihe möglicher Indizien gibt, die für außenstehende Personen durchaus sehr schnell zu erkennen sind.

Wer sich nicht gerade empathisch zeigt, tut dies in der Regel ständig, denn klar sollte in jedem Fall auch sein, dass es sich hierbei um ein sehr verfestigtes Verhalten handelt. Gerade im höheren Erwachsenenalter ist es mehr als unwahrscheinlich, dass derartige Verhaltensweisen wieder verschwinden.

Das Umfeld bemerkt die fehlende Empathie zum Beispiel durch fehlende Gefühlsreaktionen. Ist ein Familienangehöriger schwer erkrankt oder möchte man selbst heiraten und konfrontiert die jeweilige Person mit diesen Dingen, so wird eine Reaktion nicht stattfinden. Es werden keine Tränen vergossen und es folgen auch keine befürwortenden Reaktionen oder wohltuenden Worte auf ein freudiges Ereignis.

Wo liegen die Ursachen der Empathielosigkeit? Gründe

Zunächst sollte man sich vor Augen führen, dass es sich mit Blick auf die Empathielosigkeit abhängig von der Stärke der Ausprägung um eine sehr ernsthafte Störung handelt. Somit stellt sich natürlich im besonderen Maße die Frage nach den möglichen Ursachen. Hier wird es jedoch wirklich sehr schwierig, denn die möglichen Ursachen, die für eine solche Störung verantwortlich sind, können extrem vielschichtig sein.

Besonders häufig prägt sich dieses Verhalten bereits in der Kindheit aus. So können sich kleine Kinder in vielen Fällen vollkommen empathielos gegenüber ihren Geschwistern oder den Eltern verhalten.

Auch fehlende soziale Bindungen können für ein geringes Gemeinschaftsgefühl und die nicht vorhandene Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen ursächlich sein. Hat man bereits in früher Kindheit nur wenige oder keine Freunde und ist man zudem auch weder in einem Verein, noch in irgendeiner kreativen Arbeitsgemeinschaft, kann sich ein derartiges Verhalten ebenso schnell ausprägen und auf Dauer verfestigen. Eltern sollten daher darauf bedacht sein ihre Kinder auch mit anderen Kindern zusammenzubringen. Feste Kontakte und gemeinsame Erfolge (hier ist ein Sportverein von besonderer Bedeutung) sind für Kinder unabdingbar und sorgen dafür, dass man auch fähig ist eine Empathie für andere Menschen zu entwickeln.

Siehe auch:

Empathielosigkeit und Depressionen

Eine Empathielosigkeit ist durchaus für die betroffenen Personen ein sehr schwerwiegendes Problem, und zwar auch dann, wenn sie dies selbst nicht zugeben. Es ist sehr typisch für diese Personen solche Probleme auf Dauer zu verdrängen.

Verdrängt man auf Dauer, die in der Tendenz immer stärker zunehmenden Probleme, kommt es oft auch zu einer Ausprägung von Depressionen. Dies erkennt man dann zum Beispiel auch daran, dass die jeweiligen Personen sich verstärkt zurückziehen und kein erfülltes Leben mehr führen können.

Wie stark diese Depressionen sich ausweiten, hängt auch immer ein Stück weit von den sonstigen persönlichen Eigenschaften einer solchen Person ab. Ist man selbst eher labil und nicht in der Lage sich aufzuraffen, ist man ganz besonders anfällig für schwere Depressionen.

Empathielosigkeit und Aggressionen

Die möglichen negativen Begleiterscheinungen einer Empathielosigkeit können in jedem Fall sehr umfassend und somit auch belastend sein. Belastungen können sich sowohl für die betroffene Person selbst, als auch für die jeweiligen Mitmenschen ergeben.

Eine vertiefte Empathielosigkeit kann durchaus auch mit ernsthaften und sehr stark ausgeprägten Aggressionen verbunden sein. Hierbei versuchen die betroffenen Menschen sehr häufig ihre Probleme zu kompensieren und ihren Frust an Gegenständen und anderen Menschen auszulassen. Diese Form der Gewalt kann in Bezug auf Personen physischer aber auch psychischer Ausprägung sein.


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Empathielosigkeit und Egoismus

Eine starke Empathielosigkeit muss jedoch nicht immer ausschließlich von Frust, Aggressionen oder bestimmten Formen der Gewalt begleitet sein. Eine Person ohne Empathie kann sich in jedem Fall auch ganz besonders egoistisch verhalten. So greift ein solcher Mensch immer zuerst nach dem größten Stück Kuchen auf dem Tablett oder versucht in der Bahn möglichst 2 Sitzplätze einzunehmen. Wer keine Empathie verspüren kann, wird sich eben nun einmal nicht für die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen begeistern können.

Was man bei einer ausgeprägten Empathielosigkeit tun kann

Die Empathielosigkeit zu überwinden ist definitiv nicht leicht. Je früher man dagegen ankämpft, desto besser, denn gerade im fortschreitenden Erwachsenenalter ist der Charakter schon so fest ausgeprägt, und zwar tatsächlich auch so stark, dass man sich in der Regel nicht mehr ändert.

Bei Kindern und Jugendlichen können vor allem die Eltern gegen ein solches Verhalten ankämpfen und gezielt Abhilfe schaffen. Dies gelingt am besten mit einer direkten Konfrontation. So sollten Eltern ihre Kinder stets mit den Gefühlen anderer Personen konfrontieren und sie fragen, wie sie sich selbst in einer bestimmten Situation fühlen würden.

Manchmal ist der Gang zum Psychologen nötig und kann langfristig helfen

Nicht immer schafft man es selbst sich von der Empathielosigkeit loszusagen. Auch das ganz persönliche Umfeld ist nicht selten mit einer solchen Situation überfordert.

Ein Psychologe oder eine Psychologin kann bei diesem Problem jedoch zielgerichtet helfen. Die erste Erkenntnis muss allerdings immer bei den Betroffenen selbst liegen, denn nur so gelingt auch eine erfolgreiche Therapie, die langfristigen Bestand hat.

Möchte man die Empathielosigkeit wirklich überwinden, benötigt man vor allem Geduld und jede Menge innerlichen Ansporn. Es kann bei einer recht komplexen Störung dieser Art durchaus einige Jahre dauern bis sich ein echter Erfolg einstellt. Man darf demnach unter keinen Umständen schon nach wenigen Wochen aufgeben, wenn sich noch kein Erfolg abzeichnet.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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