Was ist eine Hetzjagd? Bedeutung, Definition


Bei einer Hetzjagd wird die Beute von mehreren Jägern so lange verfolgt, bis sie erschöpft ist und nicht mehr weglaufen kann. Läuft die Beute langsamer, dann versuchen die Jäger sie zu überwältigen, zu Boden zu bringen und gefangen zunehmen.

Eine Hetzjagd findet meist in Gruppen statt. Dabei verfolgen unter anderem mehrere Jäger ein Beutetier, solange bis es nicht mehr weglaufen kann.

Äußerungen in den Medien, um jemanden zu diskreditieren oder zu diffamieren werden teils auch als “Hetzjagd” bezeichnet.

Wenn Menschen in einer Gruppe oder als Mob andere verfolgen, um diese zu fangen und körperliche Gewalt anzutun, kann auch von einer Hetzjagd gesprochen werden. Insbesondere wurde nach den Vorfällen in Chemnitz im August 2018 der Begriff “Hetzjagd” stark in den Medien diskutiert.

Gab es Hetzjagden in Chemnitz im Jahr 2018?

Ob Hetzjagden in Chemnitz stattgefunden haben, müssen Behörden aufklären. Jedoch ist es hilfreich, zu untersuchen was überhaupt passiert ist und ob dies den Namen “Hetzjagd” verdient.

Zunächst: “Hetzjagd” ist kein juristisch definierter Begriff. Durch diesen Umstand bleibt Interpretationsspielraum offen. Der Duden definiert eine Hetzjagd als “das Verfolgen” oder “Jagen eines Menschen”.

Fest steht: Ausländer wurden in Chemnitz angegriffen. Ausländern wurde hinterhergelaufen und nachgestellt. Hier stellt sich die Frage, nach der Dauer des Hinterherlaufens. Wie kurz oder lang muss das Hinterherlaufen sein, damit es als Hetzjagd gewertet werden kann? (Dies ist nicht definiert.)

Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft definiert den Begriff “Hetzjagd” wie folgt: “Wenn Menschen durch Straßen gejagt werden, um sie am Ende zu verprügeln.” Sie unterschieden die Hetzjagd vom bloßen hinterherlaufen. Laut Generalstaatsanwaltschaft wäre das bloße Nachlaufen straflos, solange der Verfolgte nicht bedroht oder genötigt wird. Ganz klar spricht sich die Generalstaatsanwaltschaft dafür aus, dass jede Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung eine Straftat ist.

Woher kommt der Begriff Hetzjagd?

Der Begriff “Hetzjagd” wird in der Jägersprache und im Tierreich stark verwendet. Bei einer Hetzjagd verfolgen und jagen Jäger mit Hunden Rehe, Wild oder andere Tiere. Teils sind die Jäger zu Fuß oder beritten. Die Hetzjagd ist eine Ausdauerjagd. Auch im Tierreich sind Hetzjagden bekannt. Unter anderem sind folgende Tier dafür bekannt, dass sie koordiniert andere Tiere jagen:

  • Afrikanische Wildhunde
  • Gerfalke
  • Tüpfelhyänen
  • Wölfe

Die Hetzjagd wird als Technik eingesetzt, da sie den Jägern Vorteile bietet. Während die Jäger in der Regel langsamer sind, als das gejagte Tier, so erhalten sie Vorteile durch ihre Zahl. Welcher Jäger die Führung übernimmt wechselt hin und wieder. Außerdem wechseln die Jäger ihre Geschwindigkeit, mal laufen sie, mal gehen sie und mal sprinten sie. Durch diese Techniken können sie ein Beutetier – das schneller als sie und ausdauernd laufen kann – jagen, zu Boden bringen und erlegen.

Die Hetzjagd erlaubt den Jägern sich zu erholen und neue Energie zutanken, sowie – bei Erschöpfung oder Hunger – Nahrung oder Wasser zu sich zunehmen. Dies wird der Beute verwehrt, da sie dauerhaft gejagt wird und nicht anhalten kann, um Luft zu holen, Energie zu tanken, etwas zu trinken oder etwas zu essen. Damit sorgen die Jäger dafür, dass die Beute erschöpfter und langsamer wird.

Es wird angenommen, dass Hetzjagden – als Jagdtechnik – schon seit Urzeiten eingesetzt werden. Unter anderem finden diese in der Kalahari Wüste von den San noch heute statt.

Teils sind die Jäger bewaffnet.


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Statt “Hetzjagd” wird auch “Hetze” und “Hatz” gesagt.

Rechtliche Situation

Während die Hetzjagd vom Mittelalter bis in das 18. Jahrhundert ein beliebter Sport des Adels war, so ist sie heute in Deutschland verboten. Im “§ 19 Sachliche Verbote” Nummer 13 des Bundesjagdgesetz (BJagdG) steht: “Verboten ist die Hetzjagd auf Wild auszuüben”.

Auch im §3 des Tierschutzgesetz (TierSchG) ist in Nummer 8 festgelegt: “Es ist verboten ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze waidgerechter Jagdausübung erfordern”.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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