Was ist ein Vtuber / Virtual YouTuber? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Vtuber, Virtual YouTuber, Bedeutung, Definition, Erklärung


VTuber steht für „Virtual YouTuber“. Das sind Künstler, die auf YouTube einen Avatar verwenden. Dieser wurde meistens mithilfe einer Computergrafik erstellt. Das Modell kann sehr erfolgreich sein, es wurde etwa 2010 in Japan kreiiert. Von dort stammen sehr viele VTuber, doch auch im englisch- und deutschsprachigen Raum gibt es sehr erfolgreiche Artists mit Avataren.

Was sind Vtuber / Virtual YouTuber? Bedeutung, Definition, Erklärung

In Japan basierten die Grafiken der ersten VTuber ab 2010 auf der dortigen Animé-Kultur. Daran können sich auch europäische und amerikanische VTuber anlehnen. Von Japan aus verbreitete sich der Trend um die Welt: Ende 2020 gab es nach Schätzungen etwas über 10.000 VTuber. Den Ausdruck „Virtual YouTuber“ verwendete erstmals die japanische Künstlerin Kizuna AI ab Ende 2016. Sie wurde damit sehr populär und befeuerte den schon in Japan und weiteren Ländern existierenden Trend. Ab diesem Zeitpunkt spezialisierten sich etliche Agenturen auf das Geschäft. Vorreiter waren beispielsweise Hololive Production, VShojo und Nijisanji.

VTuber bringen ihnen enorme Vorteile: Sie müssen sich nicht an einen menschlichen Star binden. Die Kreation eines Avatars genügt, dessen Rechte vollständig bei der Agentur bleiben. Die japanischen VTube-Clips wurden allmählich von vielen Fans ins Englische und von dort in andere Sprachen übersetzt. Das erhöhte die internationale Popularität der VTuber, die inzwischen in Japan zu Starruhm gelangt waren und in inländischen Werbekampagnen auftraten. Auf internationale Bühne brechen sie seit etwa 2020 Weltrekorde bei den Klicks, Likes und Subscribern (Abonnenten) auf YouTube. Ihre Live-Streams ziehen manchmal binnen Minuten mehrere 10.000 bis gar 100.000 Zuschauer an.

Was macht die VTuber so beliebt?

Agenturen vermarkten sie, weil ihnen die Rechte gehören: Ein lebender Künstler ist immer ein Original und besitzt naturgemäß die Rechte an sich selbst. Er kann prinzipiell nach Belieben die Vermarktungsagentur wechseln. Die Avatare der VTuber können den Agenturen gehören, was durch die rechtliche Ausgestaltung der betreffenden Verträge mit den Künstlern bedingt ist, die diese Avatare entwerfen und zum Leben erwecken. Das Publikum wiederum liebt die Avatare der VTuber, weil diese nicht an die natürlichen körperlichen Einschränkungen eines Menschen gebunden sind, aber sehr menschlich wirken können. Das ist derselbe Effekt wie bei den traditionellen Zeichentrickfilmen.

Avatare von VTubern führen Aktivitäten aus, die keine Grenzen durch die Körperkraft, das Geschlecht oder das Aussehen kennen. Viele Avatare sind als Halbmenschen gestaltet. Die BBC beschrieb das Phänomen als einzigartig, weil Avatare von VTubern durch keine Identitätsprobleme und natürliche Grenzen eingeschränkt seien. Es gibt noch einen weiteren Grund für die internationale Popularität: Die Vorlage der japanischen Animés hat weltweit schon lange sehr viele Fans. Inzwischen (Stand: März 2021) verzeichnen die VTuber pro Monat über eine Milliarde Views.

Virtual YouTuber: Aktionen der Avatare

Avatare von VTubern können singen, zocken und sich mit anderen Avataren unterhalten, sie chatten aber auch während des Live-Streams mit ihrem Publikum. Schließlich steckt ja ein Live-Artist hinter dem Avatar. Diese Idee gefällt dem Publikum natürlich sehr. Daher hat sich VTubing zu einem gigantischen Geschäft entwickelt: Manche der Figuren sammeln während ihrer „Superchats“ riesige Spenden von Fans ein. Es gibt Kanäle, die es inzwischen auf siebenstellige Dollarbeträge bringen. So konnte die VTuberin „Takanashi Kiara“ (der Kunstname des Avatars) schon zwei Monate nach ihrem Start im September 2020 auf eine halbe Million Subscribers verweisen. Während einer einzigen Performance am 22. November 2020, bei der sie live Karaoke streamte, generierte sie durch Spenden knapp 10.000 Dollar innerhalb von drei Stunden. Das Spendenmodell funktioniert prinzipiell so, dass die Spender durch hervorgehobene Nachrichten erwähnt werden. Wer hinter Takanashi Kiara steckt, ist unbekannt. Es könnten theoretisch auch ein Mann oder ein Team von Artists sein, doch Kenner der Szene verweisen darauf, dass die „Voice Actress“, also die Stimmschauspielerin, höchstwahrscheinlich eine deutsche Muttersprachlerin ist. Die Fans spekulieren natürlich fleißig über ihre Identität: Vermutet wird aufgrund ihres Akzents, dass sie aus Österreich stammt. Den Avatar Takanashi Kiara betreibt die Vtuber-Agentur Hololive, die zur Muttergesellschaft Cover Corporation gehört. Die Agentur Hololive gehört spätestens seit 2020 zu den wichtigsten Akteuren im Geschäft mit Vtubern.

Jüngste Entwicklungen bei den VTubern

Etwa seit 2019 bauten Agenturen gezielt Teams auf, in denen jemand den Avatar entwirft, ein anderer Künstler die Handlung entwickelt und eine oder mehrere SchauspielerInnen die Synchronisation übernehmen. Die Agenturen wollen sich einerseits nicht mehr von einem Künstler abhängig machen, andererseits mehr Vielfalt für das Publikum produzieren. So sollen mehrere Voice Actresses in verschiedenen Sprachen performen. Diese Entwicklungen stoßen inzwischen beim Publikum nicht mehr auf ungeteilte Zustimmung. Auch ist von ersten Zerwürfnissen zwischen Künstlern und ihren Agenturen zu lesen. Das bedeutet: VTubing geht den Weg eines jeden Entertainmentgeschäfts, in dem am Ende Big Player das Sagen haben. Wie sehr sich die Marktmacht bei einzelnen Agenturen bündelt, ist an handfesten Zahlen abzulesen: So gehören 16 von 20 am häufigsten abonnierten Vtuber-Kanälen der Agentur Hololive. Doch es ist Luft nach oben, denn der internationale Markt ist mit Stand Frühjahr 2021 noch recht wenig erobert. Gut ausgebaut sind VTubing-Kanäle für das asiatische Publikum, doch das ist für die westliche Hemisphäre wegen der verwendeten Sprachen (Japanisch und Chinesisch) sowie wegen der Sendezeiten von Live-Performances eher wenig interessant. Daher ist davon auszugehen, dass sich VTubing für Amerika und erst recht für Europa noch in der Startphase befindet.

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