Was ist ein Fixed Mindset? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Fixed Mindset, Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff des Fixed Mindset wird eine Selbsteinschätzung beschrieben, die davon ausgeht, das Fähigkeiten, Talente und Grundhaltungen angeboren und unveränderlich sind. Intelligenz wird in diesem Kontext als etwas angeborenes betrachtet, das sich nicht mehr verändern lässt.

In die deutsche Sprache übersetzt bedeutet der Begriff „Fixed Mindset“ soviel wie statische oder starre Denkweise, Überzeugung oder Verhaltensmuster (englisch Mindset). Die Begrifflichkeit geht auf die Psychologieprofessorin und Buchautorin Carol Dweck zurück, die sich mit dem Thema Mindset und der Unterscheidung zwischen Fixed und Growth Mindset intensiv beschäftigt hat.

Wie denken Menschen mit einem Fixed Mindset?

Menschen, die von einem Fixed Mindset überzeugt sind gehen davon aus, dass Können ausschließlich von Talent abhängig ist, dass Lernen ausschließlich aus dem Zweck heraus Lob zu erhalten erfolgt und gehen davon aus das Fehler als persönliche Bedrohung zu verstehen sind. Im Prozess des Scheiterns wird das Scheitern daher häufig auf das fehlende Talent bezogen und die damit verbundenen fehlenden Begabungen. Menschen mit einem Fixed Mindset gehen deshalb davon aus, dass sie Grenzen haben, die sie, egal wie viel Anstrengung sie investieren, nicht erreichen können. Sie neigen daher leicht dazu Herausforderungen grundsätzlich zu vermeiden und ihnen aus dem Weg zu gehen, sofern sie eine Niederlage vermuten. Dies liegt laut Carol Dweck vor allem daran, dass Menschen mit einem Fixed Mindset häufig unter Selbstzweifeln leiden und nicht an ihre Fähigkeiten und die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten glauben.

Was unterscheidet das Fixed Mindset von dem Growth Mindset?

Im Unterschied zum Fixed Mindset geht die Annahme des Growth Mindset davon aus, dass Talente, Fähigkeiten, Grundhaltungen und Denkweisen nicht angeboren, sondern durch Anstrengung und Training veränderbar sind. Menschen mit einem Growth Mindset gehen im Gegensatz zu Menschen mit einem Fixed Mindset davon aus, dass sie sich unter maximalem Eigeneinsatz in jedem Bereich verbessern und weiterentwickeln können. Das Selbstbild des Growth Mindset ist im Vergleich zum Fixed Mindset dynamisch und begrüßt persönliches Wachstum. Neben der Tatsache, dass dieses Selbstbild weniger Stress im Job verursacht, geht es zudem davon aus, dass Herausforderungen als Chance zu verstehen sind und Neues erlernbar ist. Schwächen und Probleme werden in diesem Kontext als Handlungspunkt für Verbesserung verstanden und Fehler setzen gezielte Lernanreize.

Was sind Auslöser für ein Fixed Mindset?

Was ist ausschlaggebend für die Veränderung der Haltung eines Menschen von einem Fixed Mindset zu einem Growth Mindset?

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein Fixed Mindset nicht dauerhaft im menschlichen Gehirn aktiv ist. Stattdessen wird es durch bestimmte Situationen ausgelöst und bedingt. In der Fachsprache werden diese Auslöser als „Micromoments“ bezeichnet. Micromoments sind Impulse, die ein gewisses Verhaltensmuster inizieren. Auslöser für ein Fixed Mindset können in diesem Kontext Herausforderungen, harte Arbeit, Rückschläge, der Erfolg anderer (der verglichen zum eigenen Erfolg als viel höher empfunden wird) oder Kritik sein. Diese Auslöser beschränken den Menschen und machen ihn, bei vorliegen eines Fixed Mindsets, nahezu handlungsunfähig. Nur wenn die entsprechenden Trigger als selbige erkannt und identifiziert werden, können sie auf Dauer gelöst und bei intensivem Befassen mit der Thematik in ein Growth Mindset überführt werden. Das wichtigste für die Veränderung von Denkweisen ist dabei, sich die Gedanken insbesondere in Bezug auf die genannten Thematiken und Herausforderungen (im Alltag, Job oder anderen Kontext) konkret bewusst zu machen und zu überprüfen in welcher Weise das eigene Mindset funktioniert. Eine wissenschaftliche Anleitung hierfür gibt es bisher nicht.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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