Was ist die „Gelbe Westen Protest-Bewegung“ (Gelbwesten)? Bedeutung, Herkunft

Die Protest-Bewegung „Gelbe Westen“ entstand in Frankreich im Oktober 2018 nach dem der französische Präsident Emmanuel Macron ankündigte, dass es ab dem 1. Januar 2019 in Frankreich erhöhte Treibstoffabgaben geben wird. Explizit soll der Liter Diesel um 7 Cent teurer werden und der Liter Benzin soll 3 Cent teurer werden.

Mittlerweile hat sich die Gelbe-Westen-Bewegung nach Belgien und Deutschland verbreitet. Mit gelben Westen gekleidete Menschen demonstrieren oder versuchen teils Straßen zu blockieren. Auch werden gelbe Westen an Brücken gehängt.

Auch auf der franzsischen Insel La Réunion demonstrieren Menschen in gelben Warnwesten. Sie liefern sich Schlägereien mit der Polizei und plündern Geschäfte. Anlass sind auch hier die hohen Lebenshaltungskosten.

Woher kommt der Name „Gelbe Westen“ bzw. „Gelbwesten“? Bedeutung, Wortherkunft

In Frankreich heißt die Bewegung der Gelbwesten: „Mouvement des gilets jaunes“. „Gilets“ heißt auf deutsch: „Westen“. „Jaunes“ bzw. „janue“ heißt auf deutsch: „gelb“ bzw. „gelbe“. „Mouvement“ heißt auf deutsch: „Bewegung“.

Die Bewegung benannte sich nach den gelben Sicherheits- und Warnwesten, die ihre Anhänger während der Proteste trugen und tragen. Diese Warnwesten sollte jeder Autofahrer in seinem Auto haben.

Proteste der Gelben Westen

Bei ihren Protesten blockieren die Gelben Westen Autobahnen, Einkaufszentren, Erdöldepots, Straßen und Tankstellen. Sie legen den Verkehr lahm, lassen Autos nicht weiterfahren und sorgen für Chaos. Dafür greifen sie Geschäfte an, zerstören Straßenlaternen oder Ampeln und legen Feuer. Sie errichten Barrikaden und Blockaden. Teils zünden sie die Barrikaden sogar an. Die Gelben Westen sorgen auch dafür, dass Warenlieferungen nicht stattfinden, was dazuführt, dass der Nachschub in Supermärkten knapp wird. Damit protestieren sie gegen die Politik Emmanuel Macrons und fordern unter anderem „Macron démission“. „Macron démission“ heißt auf deutsch: „Macron tritt zurück“.

Unter anderem demonstrierten die Gelben Westen auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées.

Wer sind die Gelben Westen?

Die „Gelbwesten“ sind Menschen unter anderem aus französischen ländlichen Regionen. Sie sind unzufrieden mit der Reformpolitik Emmanuel Macrons, fühlen sich teils abgehängt und finanziell benachteiligt. Ihnen geht es um ihre Kaufkraft und darum, dass sie als Bürger der ländlichen Regionen oder der Peripherie benachteiligt sind. So ist unter anderem auf dem Land die Infrastruktur schlechter, die medizinische Versorgung geringer und Bildungseinrichtungen stehen weniger zur Verfügung.

An einem Protest im November 2018 nahmen mehr als 300.000 französische Bürger teil.

Die Gelben Westen haben keine offizielle Anführer. Die Demonstranten haben einen Sprecherrat von acht Personen, der für die Bewegung sprechen und mit der Regierung verhandeln soll. Darunter sind unter anderem:

  • Eric Drouet, 33 Jahre alt, Beruf: Lastwagenfahrer
  • Fabrice Schlegel, 45 Jahre alt, Beruf: Immobilienmakler
  • Jacline Mouraud, 51 Jahre alt, Beruf: Dieselfahrerin

Was wollen die Gelben Westen?

Die Gelben Westen fordern unter anderem eine allgemeine Steuersenkung, dass der Mindestlohn angehoben wird und dass die Renten steigen. Außerdem fordern sie eine „Bürgerversammlung“ in der die Not der Bürger, der ökologische Wandel und die gesunkene Kaufkraft der Franzosen diskutiert wird.

Bisher ist die französische Regierung nicht bereit einzulenken. Jedoch hat Macron eine Richtungsänderung bei den Kraftstoffsteuern angekündigt. Macron will die Preise für Benzin und Diesel künftig an die Öl-Weltmarktpreise koppeln. (Stand November 2018)

Reaktionen und Politische Einordnung der Gelben Westen

Die Protest-Bewegung der Gelben Westen startete in Frankreich als Bewegung gegen die Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die Teilnehmer der Bewegung ordneten sich keiner politischen Seite zu. Sie gehören keiner Gewerkschaft und keiner Partei an.

In Deutschland wird die Protest-Bewegung von Linken und Rechten begrüßt und teils übernommen. AfD-Politiker zeigten sich teils in gelben Westen und kommentierten die Gelbe-Westen-Bewegung positiv. Sarah Wagenknecht äußerte sich auch positiv über die Protestbewegung.

Auch in Frankreich erhalten die Gelben Westen politischen Zuspruch. So sprachen sich Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon für die Protestbewegung aus.

Gelbe Westen organisieren sich auf Facebook

Auf Facebook sollen sich verschiedene deutsche Facebook-Gruppe finden, die Proteste analog zu denen der Gelben Westen planen und die Bewegung besprechen.

Unter anderem wird die Protest-Bewegung der Gelben Westen in Deutschland mit Kritik an der Regierung und Kritik an der Flüchtlingspolitik der Regierung verbunden. Teils wird auch gefordert, dass Angela Merkel des Amtes enthoben, dass die UN-Migrationspakt abgelehnt und das Cannabis legalisiert werden soll.

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