Was ist der „No Nuance November“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist der No Nuance November, Bedeutung, Definition, Erklärung


Beim „No Nuance November“ teilen Teilnehmer kontextfrei und anlasslos ihre persönliche Meinung, kontroverse Ansichten und/oder eine unpopular Opinion in einem Kurzvideo auf TikTok mit ihren Followern und Interessierten.

Das Thema der Meinungsäußerung ist dabei frei wählbar. Beliebte Themen waren und sind: Politik, Subkultur, gesellschaftliche Trends, Karriere und Essen / Ernährung.

Was ist „No Nuance November“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Trend „No Nuance November“ startete im November 2020 auf der App TikTok. Der Trend ist eine Reaktion auf den „No Nut November“ und „No Shave November„.

Den Anstoß zum „No Nuance November“ gab der TikTok-User „abolish_ice“ am 2. November 2020. Er lud ein Video hoch in dem er die Idee hinter dem „No Nuance November“ beschrieb und andere aufforderte daran teilzunehmen. Als explizite Regel legte er fest, dass weitere Erklärungen verboten sind.

Ab dem 9. November 2020 nahm der „No Nuance November“ Fahrt auf und mehr TikToker begannen sich zu beteiligen. Der verwendete Hashtag ist #NoNuanceNovember.

Das Wort „Nuance“ bedeutet auf deutsch „Nuance“, „Kleinigkeit“ oder „Abstufung“. In diesem Sinne kann der Ausdruck „No Nuance November“ so verstanden werden, dass eben keine Kleinigkeit oder etwas unwichtiges angesprochen oder ausgelassen werden soll, sondern es darf direkt dem Mainstream oder der allgemein anerkannten Meinung wiedersprochen werden. „No Nuance“ ist die Aufforderung groß und radikal zu denken.

Siehe auch: Was ist eine unpopular Opinion?

Kritik am „No Nuance November“: Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine unpopuläre, kontroverse oder provokante Ansicht zuteilen, kann erfrischend sein. Jedoch ist die Kürze der Meinungsäußerung problematisch. Denn wenn jemand eine kontroverse oder allem-widersprechende Meinung in 10 bis 20 Sekunden äußert, sollte mehr Kontext geliefert werden.

Fragen, worauf sich diese Meinung gründet, woher die äußerende Person ihr Wissen hat und wie sie ihre Schlussfolgerungen zieht, werden in der Regel nicht beantwortet. Das ist schade und sorgt eigentlich nur dafür, dass die kontroverse Meinung provozierend ist. Wer mehr Informationen haben will, muss selbst aktiv werden.

Jedoch könnte genau diese Art des Herausposaunens einer persönlichen Meinung ohne weitere Erklärung Kern des Trends „No Nuance November“ sein. Denn seine Meinung zu erklären oder zu rechtfertigen, was oft in einer (fruchtlosen) Diskussion endet, ist schon Bestandteil der Internetkultur. Der „No Nuance November“ ist hier der Gegenentwurf.

Weitere Kritik am „No Nuance November“

Die Reaktionen auf den „No Nuance November“ teilen sich im groben in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe von Menschen reagiert positiv, da sie diese Meinung ebenfalls teilen und hören, was sie selbst schon denken. Eine andere Gruppe von Menschen reagiert negativ, da sie diese Meinung eben nicht teilen und hören, was sie ablehnen.

Anmerkung der Redaktion: Damit verkommert der „No Nuance November“ zu einem Fest der Einseitigkeit. Wer eine Meinung hört, die er oder sie eh schon hat und teilt, wird positiv reagieren und die Meinung weiterhin teilen. Wer eine Meinung hört, die er oder sie eh ablehnt, wird sie auch weiterhin ablehnen. (Eine Diskussion findet ja nicht statt.)

Beim No Nuance November geht es somit NICHT(!) darum, die Perspektive auf die Welt für andere, Follower und Interessierte zu erweitern, sondern der No Nuance November dient dazu Bestätigung für die eigene Meinung zu erhalten. (Damit dient der No Nuance November eigentlich nur der eigenen Egozentrik und Selbstdarstellung.)


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Hand aufs Herz: Der „No Nuance November“ funktioniert nur, wenn Zuschauer offen sind für neue Gedanken. Wer diese Offenheit nicht mitbringt, wird einfach nur wie gewohnt seine Meinung teilen. Was sich geändert hat, ist der neue Hashtag #NoNuanceNovember.

Im besten Fall äußert jemand inspirierende Gedanken. Im schlimmsten Fall äußert jemand Gedanken abseits jeder Moral, die nicht weiter erklärt werden.

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