Was ist der „Crying Girl Make-up“-Trend? TikTok, Erklärung

Was ist der Crying Girl Make-up Trend, TikTok, Erklärung


Beim „Crying Girl Make-up“ handelt es sich um einen kontroversen Trend, der seit November 2022 auf TikTok viral geht. Mithilfe verschiedener Schminktechniken soll der Eindruck entstehen, dass die betroffene Person geweint hat – obwohl dies nicht der Fall ist. Bekanntheit erlangte der Trend durch ein Video der Make-up-Artistin Zoe Kim Kenealy. Der eigentliche Ursprung lässt sich auf den November 2021 datieren.

Ursprung des „Crying Girl Make-up“-Trends (TikTok)

Den Anstoß für den „Crying Girl Make-up“-Trend gab das US-amerikanische Model Isabella Khair „Bella“ Hadid. Im November 2021 postete sie einige Selfies von sich, die von der Norm abwichen. Bella Hadid zeigte sich traurig und verletzlich. Auf den Bildern war deutlich zu erkennen, dass sie geweint hatte. Auf diese Weise porträtierte das Model ihre ungefilterte Verletzlichkeit. Das fand in den sozialen Medien Anklang. Ursächlich hierfür war die Authentizität der Aufnahmen in Zeiten „gefilterter Social-Media-Posts“.

Kurz darauf folgten die US-amerikanische Schauspielerin Nicola Peltz und weitere Prominente dem Beispiel des Models. Es entstanden immer wieder neue Selfies, die auf unterschiedlichen Arten Traurigkeit darstellten. Die Posts wurden gelikt, geteilt und animierten zur Nachahmung.

„Crying Girl Make-up“-Trend geht auf TikTok viral

In einem Video auf TikTok erläutert die Make-up-Artistin Zoe Kim Kenealy, wie mithilfe von Schminktechniken ein verweintes Gesicht nachgestellt werden kann. Sie bewirbt das Video mit der Frage: „Wisst ihr, wie gut wir aussehen, wenn wir weinen“? Ferner erklärt Zoe Kim Kenealy, dass sich das Tutorial an „unstabile Mädchen“ richte. Mit dieser Bezeichnung sind Frauen gemeint, die nicht in der Stimmung sind, zu weinen – aber trotzdem optisch genau diesen Eindrucken erwecken möchten.

Im Verlauf des Videos stellt Zoe Kim Kenealy die genau Vorgehensweise vor. Die beim Weinen entstehenden Rötungen lassen sich mit rosarotem Rouge auf der Nasenspitze und den Wangen nachstellen. Ein Eye Gloss und flüssiger Glitzerlidschatten perfektionieren den Look und schaffen jene Glanzpunkte, die auch beim Weinen entstehen.

Das Video verzeichnet inzwischen mehr als 130 Millionen Aufrufe (Stand November 2022) und begründet den neuen, aber auch kontroversen TikTok-Trend. Für einige ist das „Crying Girl Make-up“ Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ein häufig verwendeter Look. Andere nutzen den Trend als Ergänzung zu einer Kostümierung an Halloween, Karneval oder auf Mottopartys.

„Crying Girl Make-up“ – positive Kritiken

Für viele Nutzer trägt der Trend zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen bei. Sie betrachten das „Crying Girl Make-up“ als Ermutigung, die eigene Trauer und Verletzlichkeit nicht zu verbergen. Immerhin gewinnt die Akzeptanz psychischer Probleme in der heutigen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Der Trend signalisiert, dass sich niemand für seine Gefühle schämen muss. Es sei vollkommen legitim, sich traurig oder depressiv zu fühlen. Gleichzeitig können Mädchen dabei trotzdem gut aussehen.

„Crying Girl Make-up“ – negative Kritiken

Viele Nutzer halten den neuen Trend für mehr als bedenklich. Kummer und Leid sollten in keinem Fall glamourisiert werden. Das schaffe falsche Signale und Anreize. Ein offener Umgang mit Trauer und psychischen Erkrankungen sei zwar legitim, trotzdem stelle der „Crying Girl Make-up“-Trend partiell eine Verharmlosung dieser Emotionen dar. Einige Frauen kommentierten, dass sie beim Weinen nicht schön aussehen und dass dies auch vollkommen natürlich sei.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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