Was ist Demogeld, Demosold, Demo-Zuschuss? Gibt es das wirklich? Bedeutung, Definition

Als Demogeld (Demo-Geld), Demosold (Demo-Sold) oder Demozuschuss (Demo-Zuschuss) wird eine finanzielle Vergütung für die Teilnahme an einer Demonstration bezeichnet. Diese Vergütung erhalten Teilnehmer einer Demonstration und Berufsdemonstanten. („Berufsdemonstranten“ sind Menschen, die an sehr vielen Demos teilnehmen, unabhängig von ihrem Wohnort.)

Demogeld und Demosold gibt es nicht! Es gibt kein Geld für Demonstranten!

Eine Vergütung für die Teilnahme an einer Demonstration im öffentlichen Raum findet nicht statt! Deswegen wird der Vorwurf, dass Teilnehmer Demogeld oder Demosold erhalten als rhethorisches Mittel von (politischen oder gesellschaftlichen) Gegnern verwendet, um Demonstrationsteilnehmer und ihre Motive zu entwerten. In Folge der Entwertung setzen sich politische oder gesellschaftliche Gegner der Demonstration nicht mit den Forderungen der Demonstranten auseinander.

Der Vorwurf lautet, dass die Teilnehmer nur an der Demonstration teilnehmen, weil sie Geld erhalten, nicht weil ihnen das Thema wichtig ist. Weiter gedacht bedeutet dies, dass die echten Teilnehmer der Demonstration zahlenmäßig weitaus wenig waren, womit sich die Relevanz des Themas der Demonstration verringert bzw. relativiert.

Die Wichtigkeit einer Massen-Demonstration wird durch den Vorwurf, dass „Demogeld“ gezahlt wird, relativiert.

Eine Schlußfolgerung lautet, dass Demogeld oder Demosold für Fake-Demonstranten sorgt.

„Demogeld“ und „Demosold“ als rhethorische Mittel

In weiterer Konsequenz behaupten (politische oder gesellschaftliche) Gegner der Demonstration und der Demonstranten, dass das Demogeld oder Demosold aus staatlichen Mitteln (Steuern) gezahlt oder durch mächtige (ausländische) Konzerne finanziert wird. Aus dieser Behauptung ziehen sie die Schlußfolgerung, dass der Staat oder ausländische Konzerne Demonstranten bezahlen gegen sie und ihre Ideen zu demonstratieren.

Die Glaubwürdigkeit dieser Vorstellung begründet sich vermutlich dadrin, dass dies geglaubt werden möchte. In weitere Konsequenz kann sich so jemand als Rebell oder zum Opfer erklären (Siehe: Opferrolle), der gegen die staatliche Macht oder die Übermacht von Konzernen ankämpft. Auch kann damit scheinbar erklärt werden, wie eine mächtige Gegendemonstration entstehen konnte.

Weiteres zu Demogeld / Demosold

Insbesondere während der Pegida-Demonstationen und Demonstrationen gegen die Flüchtlings- und Migrationspolitik der deutschen Bundesregierung seit 2015 wurde die Idee stärker diskutiert, dass Gegendemonstranten, insbesondere die Antifa, mit Demogeld aus staatlichen Mitteln finanziert werde.

Während der Demonstrationen gegen die Urheberrechtsreform der EU im Frühjahr 2019 wurde den Demonstranten vorgeworfen, dass sie nur wegen dem „Demogeld“ teilnähmen. Es verbreitete sich die (falsche!) Behauptung, dass es pro Teilnahme an einer Demonstration bis zu 450 Euro geben soll.

Ein Antrag der Jusos für den Bundeskongress der Jusos 2015 hieß „Demo-Sold erhöhen – Demokratie stärken“. In diesem wurde gefordert, dass der Demo-Sold auf 45 Euro pro Stunde erhöht werden soll und dass stets 48 Busse mit Berufsdemonstranten garantiert werden soll. Der Antrag war natürlich ein Scherzantrag, der aufgrund seines Inhalts auch von politischen Gegnern verbreitet wurde.

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