Was ist das Gegenteil von durstig? Was bedeutet „sitt“? Bedeutung, Erklärung

Was ist das Gegenteil von durstig, Was bedeutet sitt, Bedeutung, Erklärung


Darf es noch ein Nachtisch sein? Vielleicht etwas Süßes? Nein danke, ich bin satt. Eine klare Ansage, der Gefühlszustand ist mit einem Wort erklärt. Doch wie sieht das Ganze eigentlich aus, wenn man keinen Durst mehr hat? Ich bin undurstig. Klingt komisch. Ich habe keinen Durst mehr. Klar, das erklärt die Sache auch, ist aber ein recht langer Satz. Kurz vor der Jahrtausendwende dachte sich das auch die Duden-Redaktion. Es muss endlich ein Wort dafür geben, dass den Umstand beschreibt. Satt braucht endlich ein Gegenteil. Gemeinsam mit einem Tee-Hersteller riefen sie einen Wettbewerb ins Leben.

Das Gegenteil von durstig ist „sitt“: Bedeutung, Erklärung

Gesucht wurde ein Adjektiv, welches das Gegenteil von „durstig“ beschreibt. Mehr als 100 000 Menschen nahmen an dem Wettbewerb teil und reichten ihre Ideen ein. Die Einsendungen wurden von einer Fachjury ausgewertet und schließlich wurde der Gewinner gekürt: sitt. So einfach kann es sein. Seit 1999 ist das Gegenteil von „durstig“ also sitt. Das passt auch wunderbar zu satt und die Menschheit ist endlich in der Lage, in einem kurzen Satz zu sagen: „Ich bin sitt und satt“.

Und ganz so weit hergeholt ist die Idee gar nicht. Im Lateinischen besagt der Satz „sitim sidare“ so viel wie „den Durst löschen“. Es lässt sich also sogar eine wissenschaftliche Begründung für die Auswahl finden. Andere kreative Ideen fanden weniger Anklang bei den Juroren: „nimedu“ für „nicht mehr durstig“ oder „dulo“ für „durstlos“ verloren gegen den Favoriten „sitt“. Doch in den letzten 20 Jahren haben sich die Deutschen nicht so recht an das Wort „sitt“ gewöhnen können. Kaum jemand hat das Wort in seinen täglichen Sprachgebrauch aufgenommen. Deshalb ist es im Wiktionary auch immer noch als Kunstwort abgespeichert und Steigerungsformen oder Deklinationen gibt es für diese mittlerweile nicht mehr ganz so neue Wortschöpfung bisher nicht.

Was bedeutet „sitt“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dennoch wird „sitt“ in die Geschichte eingehen. Denn die Erfindung des Gegenteils von „durstig“ war der größte und zugleich auch bekannteste Versuch, eine scheinbare Lücke in der deutschen Sprache zu füllen. Von den insgesamt über 45 000 Vorschlägen, die für diesen Wettbewerb eingereicht worden sind, behinhalteten 40 den Vorschlag „sitt“. Am Ende wurde die Einsendung des Schülers Jascha Froer aus Ludwigsburg gezogen und zum Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Die Duden-Redaktion begründete es damals damit, dass es größe Ähnlichkeiten zu dem Wort „satt“ aufweiche, sich dadurch gut aussprechen und vor allem gut merken lasse. Und der Stabreim mit „satt“ war auch gegeben. Ebenso war dies einer der wenigen Vorschläge, die nicht mit einer Marke in Verbindung gebracht werden konnten. Ideen, wie „gecoked“ oder gar „liptoniced“ waren zu sehr auf eine Marke konzentriert. Andere Ideen waren nur Bedeutungen aus anderen Sprachen und hatten nichts mit der deutschen Sprache zu tun.

Trotz allem hat sich „sitt“ bis heute nicht durchgesetzt und die Kellner, die den Satz „Nein danke, ich bin sitt“, schonmal gehört haben, lassen sich sicher an einer Hand abzählen. Denn auch als es das Wort noch nicht gab, konnte der Deutsche mit „satt“ eigentlich bereits beide Zustände des nicht durstig und des nicht hungrig seins, erklären. In anderen Sprachen sieht das etwas anders aus. Die Schweden haben beispielsweise ein Wort, was auf deutsch so viel wie „undurstig“ heißt: Mit dem Wort „otörstig“ sagen sie ihrem Gegenüber, dass sie keinen Durst mehr haben. Auch andere Skandinavier, wie die Bewöhner der Färör-Inseln oder die Isländer haben ein ebensolches Wort für das nicht mehr durstig sein.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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