Warum sagt man „Jacke wie Hose“? Woher kommt die Redewendung? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Warum sagt man Jacke wie Hose, Woher kommt die Redewendung, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wenn etwas für uns keinen Unterschied macht, sagen wir gerne: „Das ist doch Jacke wie Hose!“. Gemeint ist damit, dass es zwar zwei Möglichkeiten gibt, aber die Entscheidung für die eine gleich gut oder schlecht ist wie für die anderen.

Warum sagt man „Jacke wie Hose“ (Redewendung)? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

„Gehen wir durch den Wald oder laufen wir über die Wiese?“, fragt Susi in die Runde. Beide Wege sind in etwa gleich lang und bei keinem gewinnt man deutlich Zeit. Kein Wunder also, dass jemand antwortet: „Ist doch Jacke wie Hose!“.

Egal für welchen Weg sich die Gruppe entscheidet, sie kommen ans Ziel und benötigen in etwa gleich lang dafür. Also ist es vollkommen egal, welche Variante gewählt wird.

„Wollen wir erst essen und dann spazieren gehen oder umgekehrt?“, erkundigt sich Onkel Werner. Weil Tante Anni die Reihenfolge der Aktivitäten nicht wichtig ist, erwidert sie: „Jacke wie Hose!“.
Damit sagt sie, dass ihr beide Vorschläge recht sind. Für sie spielt es keine Rolle, ob zuerst gegessen oder spazieren gegangen wird. Das Ergebnis ist ja auch in beiden Fällen dasselbe: Die beiden essen und machen Bewegung. Was davon wann passiert, ist unerheblich.

Doch warum spricht man von Jacken und Hosen, um auszudrücken, dass beide Möglichkeiten gleichwertig sind und keinen Unterschied machen? Schließlich sind Jacken und Hosen komplett unterschiedliche Kleidungsstücke. Die einen trägt man am Oberkörper, die anderen an den Beinen. Hier schlüpft man in zwei Ärmel, dort in zwei Hosenbeine. Und dennoch sind nun mal manche Sachen „Jacke wie Hose“ …

Dabei geht es bei der Redewendung „Jacke wie Hose“ nicht um die Form des Kleidungsstücks. Der Hintergrund des Ausdrucks ist der oft ähnliche Stoff. Jacken werden genauso wie Hosen aus Leder, Jeansstoff, Baumwolle etc. gemacht. Das Material kann also für beide Kleidungsstücke verwendet werden. Oder anders gesagt: Es macht keinen Unterschied, ob man aus dem Stoff eine Jacke oder eine Hose herstellt. Genau deshalb ist bei uns manches „Jacke wie Hose“.

Woher kommt die Redewendung „Jacke wie Hose“?

Es wird vermutet, dass die „Jacke wie Hose“ im 17. Jahrhundert aufkam. Bis dahin wurden die Jacke und die Hose eines Anzuges nicht aus dem gleichen Stoff gemacht. Die Jacke war meist ein gekürzter Mantel oder Rock und als Hosen dienten Strümpfe oder sogenannte Beinlinge.

In der Neuzeit kam es immer mehr in Mode, Jacken und Hosen aus demselben Stoff herzustellen. Der Trend setzte sich durch und den Schneidern war es gleich, was aus dem Stoff werden sollte: eine Jacke oder eine Hose. Der Stoff war für beides geeignet und nicht sollten sollen aus ein und demselben Stoff beide Teile der Bekleidung angefertigt werden.

So entstand die Redewendung „Jacke wie Hose“ bzw. „Jacke wie Hose sein.“

Der Ausdruck verbreitete sich rasch und wird auch heute noch verwendet. Ein Synonym dafür ist der Ausspruch „Das kannst du halten wie die Dachdecker!“.

Ausgesagt wird mit der Redewendung „Jacke wie Hose“, dass es einem gleichgültig, einerlei und sogar schnurzpiepegal ist, da es nun mal keinen Unterschied macht.

Wie in den oben angeführten Beispielen ist es eben manchmal, ob man sich zuerst die Jacke oder die Hose wählt. Eben „Jacke wie Hose“ …

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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