Was ist Banchan? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Banchan stammt aus dem Koreanischen. Man bezeichnet damit koreanische Beilagen. So lautet auch die wörtliche Übersetzung des Begriffes Banchan ins Deutsche. Banchan werden üblicherweise gemeinsam mit gekochtem Reis serviert. Ursprünglich waren Banchan ausschließlich vegetarisch. Inzwischen sind aber auch Banchan auf der Basis von Fleisch oder Fisch sehr beliebt.

So sind Banchan entstanden

Banchan haben eine überaus lange Tradition und werden in Korea, so vermutet man, bereits seit Jahrhunderten gegessen. Vermutlich wurden die ersten Banchan im Zeitraum zwischen 100 bis 500 vor Christus auf dem heutigen Gebiet Koreas genossen. Damals gehörte dieses Areal buddhistischen Königreichen an. Bei den Buddhisten waren fleischhaltige Speisen verpönt, weshalb Banchan noch heute häufig vegetarisch sind. Um die Königsgeschlechter kulinarisch zu befriedigen, und ihnen immer wieder neue und spannende Varianten von Speisen anbieten zu können, entwickelten ihre Leibköche eine riesige Anzahl an Banchan, die zum Teil unter einem sehr großen Aufwand zubereitet wurden. Das einfache Volk genoss ebenfalls Banchan. Diese wurden jedoch meist einfacher und mit weniger teuren Zutaten hergestellt. Zwischen 1231 und 1270 war das heutige Korea dann von den Mongolen besetzt, die den Fleischverzehr in Korea populär machten. Seither gibt es auch fleischhaltige Banchan.

Siehe: K-Pop / koreanisch Wörterbuch

So werden Banchan serviert

Banchan kommen immer in kleinen Schüsselchen auf den Tisch. Dabei erhält nicht jedes Familienmitglied, oder jeder Gast, seine eigenen Schüsselchen mit Banchan. Die gereichten Banchan sind jeweils für alle Mitessenden gedacht und werden zentral auf dem Tisch platziert, so dass sich jeder selbst von ihnen bedienen kann. Neben den Banchan besteht eine vollständige koreanische Mahlzeit zusätzlich aus einem fleischhaltigen Hauptgericht oder einem Eintopf. Darüber hinaus erhält jeder Gast am Tisch eine eigene Schüssel mit Reis und eine eigene Schüssel mit Suppe. Die Anzahl der Banchan ist dabei nicht konkret festgelegt. Allerdings sollten entweder drei, fünf, sieben, neun oder zwölf Banchan gereicht werden. Je mehr Banchan es gibt, desto mehr Reichtum und Großzügigkeit wird darüber symbolisiert. In der alten koreanischen Essenstradition, wie sie an den Königshöfen gelebt wurde, war es üblich jeweils zwölf Banchan pro Mahlzeit anzurichten.

Diese vegetarischen Banchan zählen zu den Standard-Banchan

Wirklich zu jeder Mahlzeit essen die Koreaner mindestens eine Variante von Kimchi. Kimchi sind eine Unterart von Banchan. Bei Kimchi handelt es sich um fermentiertes Gemüse, das mit Chili und Salz angereichert wird. Es gibt Koreaner die behaupten ohne Kimchi nicht vollwertig gegessen zu haben. Von Kimchi gibt es unterschiedliche Varianten, je nachdem welche Gemüsesorte die Grundlage für das Kimchi bildet. Am beliebtesten ist hier Chinakohl. Es gibt aber auch Kimchi auf der Basis von Frühlingszwiebeln, Gurken oder Rettich. Darüber hinaus werden Kimchi-Varianten als Banchan geführt, die aus unterschiedlichen miteinander vermengten Gemüsesorten hergestellt wurden. Weitere populäre Banchan sind gebratene Gemüsesorten, die in der Regel mit Knoblauch, gehackten Frühlingszwiebeln und Sojasoße angerichtet werden. Auch hier gibt es in Sachen Gemüseauswahl keine Grenzen. Weitere Möglichkeiten für schmackhafte Banchan sind in Sesamöl, Essig und Salz marinierte Gemüsesorten. Diese Varianten von Banchan werden zusammenfassend Namul genannt.

Fleisch- und Fischhaltige Banchan

Fleisch- und Fischhaltige Banchan sind unter dem Begriff Bokkeum bekannt. Sie werden angebraten und mit Soße serviert. Auch hier gibt es unzählige unterschiedliche Varianten. Besonders beliebt sind Bokkeum, die aus Fisch oder Fleisch mit Kimchi gemixt werden. Häufig werden Tintenfische und Schweinefleisch für die Zubereitung verwendet.

Weitere Varianten von Banchan

Banchan können auch in Brühe gegart oder gedünstet werden. Die in Brühe gegarten Varianten nennt man Jorim. Die Brühe besteht dabei üblicherweise aus gestreckter oder unverdünnter Sojasoße, die mit Sesamöl angereichert werden kann, aber nicht muss. Am häufigsten werden Fleisch oder Tofu als Jorim zubereitet. Gedünstete Banchan sind unter der Bezeichnung Jjim geläufig. Hier kann von Gemüse über Fisch, Fleisch und eierhaltigen Speisen alles serviert werden. Als Jeon werden Banchan auf Pfannkuchenbasis bezeichnet. Sie können an Crepes, Quiche oder auch an Kartoffelpuffer erinnern. Je nachdem welche Zutaten für ihre Herstellung verwendet werden.

Darüber hinaus gibt es Banchan in Form von unterschiedlichen Salaten.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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